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Wittgensteins erster 5-Meter-Springer
Till Marburger im "Höhenrausch"

Genießt die Höhenluft: Der Birkelbacher Stabhochspringer Till Marburger hat in diesem Jahr nicht nur die 5-m-Marke geknackt, sondern auch seine persönliche Bestleistung um 
40 Zentimeter in die Höhe geschraubt. Weitere „Höhenflüge“ sollen folgen, am besten schon am Sonntag bei der Deutschen U-20-Meisterschaft in Rostock.
  • Genießt die Höhenluft: Der Birkelbacher Stabhochspringer Till Marburger hat in diesem Jahr nicht nur die 5-m-Marke geknackt, sondern auch seine persönliche Bestleistung um 
40 Zentimeter in die Höhe geschraubt. Weitere „Höhenflüge“ sollen folgen, am besten schon am Sonntag bei der Deutschen U-20-Meisterschaft in Rostock.
  • Foto: imago
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

rege Dortmund/Birkelbach. Wird der Kreis Siegen-Wittgenstein zur neuen nationalen Talentschmiede für Stabhochspringer? Während Torben Blech sich in Tokio an diesem Wochenende seinen Kindheitstraum erfüllt und zu olympischen Ehren kommt, reift in Dortmund das nächste Talent aus „SiWi“ heran: Till Marburger ist auf dem besten Wege, in die Fußstapfen des aus Gosenbach stammenden Olympioniken zu treten. Dem Birkelbacher ist es als erstem Wittgensteiner gelungen, die 5-m-Marke zu knacken – und das im jungen Alter von 17 Jahren. 5,15 Meter lautet die neue „Wittschie-Bestmarke“, die der Athlet der LG Olympia Dortmund am 16. Juli beim „Letzte Ausfahrt: Rostock-Meeting“ im Stadion Dortmund-Hacheney aufstellte.

rege Dortmund/Birkelbach. Wird der Kreis Siegen-Wittgenstein zur neuen nationalen Talentschmiede für Stabhochspringer? Während Torben Blech sich in Tokio an diesem Wochenende seinen Kindheitstraum erfüllt und zu olympischen Ehren kommt, reift in Dortmund das nächste Talent aus „SiWi“ heran: Till Marburger ist auf dem besten Wege, in die Fußstapfen des aus Gosenbach stammenden Olympioniken zu treten. Dem Birkelbacher ist es als erstem Wittgensteiner gelungen, die 5-m-Marke zu knacken – und das im jungen Alter von 17 Jahren. 5,15 Meter lautet die neue „Wittschie-Bestmarke“, die der Athlet der LG Olympia Dortmund am 16. Juli beim „Letzte Ausfahrt: Rostock-Meeting“ im Stadion Dortmund-Hacheney aufstellte.

Damit katapultierte sich der bei den Sportfreunden Birkelbach groß gewordene Athlet nicht nur in für ihn neue Höhen, sondern zugleich auch an die Spitze der deutschen U-20-Jahresbestenliste, nachdem er fünf Tage zuvor bei einem Einladungswettkampf in Wasserburg am Inn erstmals überhaupt bei einem Wettkampf mit 5,10 Metern die 5-m-Schallmauer gemeistert hatte.

"Leistungsexplosion"

Läuft also bei dem jungen „Höhenflieger“ aus dem Edertal, dessen Bestmarke vor dieser Saison bei 4,75 Metern stand. Im Vergleich zum Vorjahr hat der LGO-Sportler somit schon 40 Zentimeter drauf gepackt – das hat schon was von einer „Leistungsexplosion“. Dass es für ihn in diesem Jahr höher hinaus gehen kann und auch wird, hatte Till Marburger schon mit 4,80 Metern in der Hallen-Saison und 4,90 Metern beim Stabhochsprung-Cup Ende Mai in Leichlingen angedeutet. Der endgültige Durchbruch folgte in diesem Monat. „Die Trainingsleistungen waren immer gut. Ich hatte im Training bessere Einheiten als im Wettkampf und bin im Training auch schon fünf Meter gesprungen. Das hat mich anfangs geärgert. Mein Ziel war es, die Trainingsleistung auch in den Wettkampf zu übertragen. Das habe ich jetzt geschafft“, kann der Stabhochsprung-Youngster das Sportjahr bereits als Erfolg verbuchen.

Eine Erklärung für den aktuellen „Höhenrausch“ habe er nicht, vielleicht hat ihm die norditalienische Bergluft aber Flügel verliehen. „Vor dem Wettkampf in Wasserburg waren wir im Trainingslager in Südtirol. Ich glaube, das hat meinem Sprungstil noch mal einen kleinen Feinschliff verpasst“, so Marburger. Feinschliff heißt aber nicht, dass der Birkelbacher seinen Körper inzwischen schon in Perfektion über die Latte befördert. „Mein Sprungstil ist noch sehr verbesserungswürdig. Ich habe in allen Bereichen von Anlauf bis Sprung weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten und somit noch Potenzial in meiner Technik“, erzählt der sportbegeisterte 17-Jährige, der nicht nur in der Leichtathletik zunächst als Allrounder, sprich Mehrkämpfer, durchstartete, sondern sein Bewegungstalent in Birkelbach zehn Jahre lang parallel in den Sportarten Leichtathletik, Turnen und Fußball unter Beweis stellte. Die Fußballschuhe hängte er zwecks Spezialisierung im fortgeschrittenen Jugendalter an den Nagel, dem Turnen ist er bis heute treu geblieben: „Ich gehe auch in Dortmund einmal die Woche noch zum Turnen. Einfach nur so, weil es mir Spaß macht“, berichtet Marburger, der so oft es geht in der Heimat vorbeischaut.

Ohne Druck zur U-20-DM nach Rostock

Aber auch in Dortmund und am dortigen Sport-Internat hat der von der LG Kindelsberg an die Ruhr gewechselte Athlet sich inzwischen gut eingelebt. „Ich genieße die kurzen Wege. Dadurch, dass die ganze Fahrerei zum Training und nach Hause wegfällt, geht es mir auch körperlich besser“, ist der aus einer Sportler-Familie stammende Spross froh, nicht mehr so viel Zeit im Auto verbringen zu müssen.
Am heutigen Donnerstag wird er allerdings mal wieder gutes Sitzfleisch benötigen, denn zum nächsten Wettkampf liegt eine mehr als 500 Kilometer lange Anreise nach Rostock vor ihm. Dieser Wettkampf ist aber nicht irgendein Wettkampf, sondern die Deutsche U-20-Meisterschaft, für ihn zugleich der Höhepunkt der Saison. Nach seinen jüngsten „Duftmarken“ zählt der 5-m-Springer am Sonntag ab 10.50 Uhr im Rostocker Leichtathletikstadion nun nicht nur zu den heißen Medaillenkandidaten, sondern zu den Titelfavoriten. Trotz der hervorragenden Form will er sich aber kein konkretes Ziel setzen. „Ich will Spaß haben, schön springen und dann schauen, was dabei herum kommt“, tritt Till Marburger die Reise gen Ostsee ohne Druck an.

Als zusätzliches „Schmankerl“ hätte ihm nach dem Erfüllen der Norm von 5,10 Metern noch die Teilnahme an der U-20-Weltmeisterschaft gewunken, doch für die WM in Nairobi hat der Deutsche Leichtathletik-Verband die „Corona-Notbremse“ gezogen (SZ berichtete). Und für die U-20-Europameisterschaften vor knapp zwei Wochen in Tallinn kam seine „Leistungsexplosion“ zu spät. Durch die WM-Absage kann der Birkelbacher sich nach den „Deutschen“ entspannt zurücklehnen und am Montag in aller Ruhe anschauen, was seine Vorbilder beim Stabhochsprung-Finale der Männer in Tokio in die Luft „zaubern“. Darunter vielleicht auch ein gewisser Torben Blech …

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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