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Kreisjägerschaften beziehen Stellung
Fuchsjagd erhitzt die Gemüter

Das Streckelegen gehört zur Jagd mit dazu. Für Kritiker ein unwürdiges Schauspiel, für Jäger ein wichtiges Ritual. Die Kritik an der Fuchsjagd ist groß, die heimischen Jäger wehren sich.
  • Das Streckelegen gehört zur Jagd mit dazu. Für Kritiker ein unwürdiges Schauspiel, für Jäger ein wichtiges Ritual. Die Kritik an der Fuchsjagd ist groß, die heimischen Jäger wehren sich.

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schn Finnentrop/Freudenberg. Jäger sind in den heimischen Kreisen nach wie vor eine starke Gruppe. Dennoch müssen sie sich regelmäßiger Kritik stellen. Aktuell kommt die einmal mehr von „Peta“, speziell in Bezug auf die Fuchswochen in Finnentrop und Freudenberg. Dabei handelt es sich aber nicht um typisch englische Jagdgesellschaften, sondern um Zeiten, in denen Füchse intensiver vom Ansitz aus bejagt werden.
Peta wirft Verstoß gegen Tierschutzgesetz vor
Kritiker werfen der Jägerschaft vor, dabei unter dem „Deckmantel des Artenschutzes möglichst viele Füchse töten“ zu wollen. „Die Tierrechtsorganisation sieht in den Massentötungen einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, heißt es zum Beispiel in einer Pressemitteilung von Peta.

schn Finnentrop/Freudenberg. Jäger sind in den heimischen Kreisen nach wie vor eine starke Gruppe. Dennoch müssen sie sich regelmäßiger Kritik stellen. Aktuell kommt die einmal mehr von „Peta“, speziell in Bezug auf die Fuchswochen in Finnentrop und Freudenberg. Dabei handelt es sich aber nicht um typisch englische Jagdgesellschaften, sondern um Zeiten, in denen Füchse intensiver vom Ansitz aus bejagt werden.

Peta wirft Verstoß gegen Tierschutzgesetz vor

Kritiker werfen der Jägerschaft vor, dabei unter dem „Deckmantel des Artenschutzes möglichst viele Füchse töten“ zu wollen. „Die Tierrechtsorganisation sieht in den Massentötungen einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, heißt es zum Beispiel in einer Pressemitteilung von Peta. Den Vorwurf, die Tiere dienten Jägern nur als lebendige Zielscheiben, wollen Karl-Josef Fischer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft „Kurköln“ Olpe, und Henning Setzer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Siegen-Wittgenstein, nicht stehen lassen. „Füchse haben eine wichtige Funktion im Ökosystem, da werden wir nicht wild drauflos schießen“, findet Setzer deutliche Worte. „Die Jägerinnen und Jäger nehmen die gesetzliche Aufgabe, einen ausgewogenen Wildbestand sicherzustellen, nachhaltig ernst“, heißt es in einer Mitteilung der KJS Siegen-Wittgenstein weiter.

Größere Krankheitsausbrüche vermeiden

Der Schutz vor Krankheiten spielt in der Argumentation der Jäger eine wichtige Rolle. Richtig sei, dass die Tollwut seit einigen Jahren keine Rolle mehr spiele. Die gute Zusammenarbeit zwischen Behörden und Jägerschaft habe Erfolge gezeigt. „Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen ich selbst Impf-Köder ausgelegt habe“, so Fischer. Aktuell sind eher die Staube und auch die Räude ein Thema. Das eine ist eine Viruserkrankung, das andere ein Parasit. „Die Staube kann alle Hundeartigen befallen und ist auch für Haushunde gefährlich. Meist verläuft eine Infektion tödlich“, macht Fischer deutlich. Im vergangenen Jahr habe er zwei Steinmarder und einen Fuchs untersuchen lassen, alle drei mit einem positiven Befund auf Staube. „Es geht darum, größere Ausbrüche zu vermeiden“, heißt es aus Olpe.

Staube und Räude auch für Haustiere gefährlich

Ähnlich sieht es bei der Räude aus. Füchse verlieren durch den Parasiten nach und nach ihr Fell, im Winter ist das kaum zu überleben. „Die Tiere müssen dann elendig erfrieren“, sagt Fischer. Man könne natürlich sagen, dass die Natur das schon regeln werde, aber dem Tierschutz entspreche das ganz sicher nicht. „Wer einmal einen elendig an Räude befallen Fuchs, der ja keiner tierärztlichen Behandlung zugeführt werden kann, hat leiden sehen, wird dem Leiden ein Ende bereiten“, formuliert es Henning Setzer. An diesem Punkt stelle sich dann die Frage des Tierwohls und des Tierschutzes, betonen beide Kreisjägerschaften. Die Räude ist ebenfalls für Haustiere gefährlich.

Wer einmal einen elendig an Räude befallen Fuchs hat leiden sehen, wird dem Leiden ein Ende bereiten.
Henning Setzer
KJS Siegen-Wittgenstein

,,Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei''

Die Jäger führen auch den Artenschutz ins Feld. Der Fuchs finde seine Beute unter anderem bei Bodenbrütern und bei Feldhasen. Auch wenn Füchse hauptsächlich kleine Nagetiere fräßen, so bedienten sie sich auch an Vogelnestern und in der Kinderstube von Hasen und Rehen. „Die Tiere suchen dort, wo sie leichte Beute finden“, sagt Fischer. Das sehen Kritiker anders: „Auch das von den Jägern vorgeschobene Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei. Füchse ernähren sich vornehmlich von Mäusen.“ Henning Setzer entgegnet darauf: „Der zunehmend in die Städte einfallende Kulturfolger führt dort zu weiteren Problemen. Er findet dort vielfältige Versteckmöglichkeiten und einen reich gedeckten Tisch aus Essensresten aus Mülltonnen oder Komposthaufen, Beeren aber auch zahlreiche Vögel.“

Jäger sehen sich zu Unrecht angegriffen

Die Kreisjägerschaft „Kurköln“ Olpe verweist auch darauf, dass große Naturschutzverbände die Positionen von Teilen der Kritiker nicht teilten. Bei den Fuchswochen gehe es vor allem um Prophylaxe und eine maßvolle Kontrolle der Bestände. „Wir wollen und müssen die Populationen gleichmäßig halten, alles andere wäre nicht nachhaltig und auch nicht im Sinn des Tierwohls“, macht Fischer deutlich. „Die hauptsächliche Bejagung im Winter folgt den wildbiologischen Jahreszyklen der Rotfüchse. Rüde und Fähe haben im Januar, Februar keine abhängigen Jungtiere mehr zu versorgen´“, schreibt die Kreisjägerschaft Siegen-Wittgenstein.

Henning Setzer ärgert sich über die, in seinen Augen, unsachliche und „faktenfreie“ Kritik einiger Verbände, wie etwa von Peta. Da gehe es um eine ideologisch verbrämte Sichtweise, die zum Teil „in einem pseudowissenschaftlichen Stil vorgebracht werde“. „Die Jagd muss sich Kritik stellen und ernst nehmen. Wir müssen selbstkritisch sein. Aber dann müssen auch die Argumente stimmen“, so Setzer.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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