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Liedertafel Freudenberg probt im Sängerheim
Auf Corona-Verordnung schnell reagiert

Michaela Zwinscher hat für die Liedertafel Freudenberg ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erstellt. Auf dieser Basis kann das Sängerheim auch für Chorproben geöffnet werden.
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  • Michaela Zwinscher hat für die Liedertafel Freudenberg ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erstellt. Auf dieser Basis kann das Sängerheim auch für Chorproben geöffnet werden.
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  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ciu Freudenberg/Siegen/Dortmund. Wer gerne singt, will singen. Zumal im Chor. Das ist seit dem 20. Mai nach der Corona-Schutzverordnung in Nordrhein-Westfalen unter bestimmten Bedingungen möglich. Seit das bekannt ist, haben die Verantwortlichen der Freudenberger Liedertafel 1842 alles dafür getan, möglichst schnell mit den Proben wieder beginnen zu können. Der Verein legte ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept beim Ordnungsamt der Stadt Freudenberg vor, feilte an selbigem im Gespräch mit den Behörden und erhielt letztlich ein Go. Ein Vorteil: Der Verein betreibt sein eigenes Sängerheim. In dessen Saal von rund 200 Quadratmetern Größe können jeweils maximal sieben Sängerinnen und/oder Sänger miteinander singen.

ciu Freudenberg/Siegen/Dortmund. Wer gerne singt, will singen. Zumal im Chor. Das ist seit dem 20. Mai nach der Corona-Schutzverordnung in Nordrhein-Westfalen unter bestimmten Bedingungen möglich. Seit das bekannt ist, haben die Verantwortlichen der Freudenberger Liedertafel 1842 alles dafür getan, möglichst schnell mit den Proben wieder beginnen zu können. Der Verein legte ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept beim Ordnungsamt der Stadt Freudenberg vor, feilte an selbigem im Gespräch mit den Behörden und erhielt letztlich ein Go. Ein Vorteil: Der Verein betreibt sein eigenes Sängerheim. In dessen Saal von rund 200 Quadratmetern Größe können jeweils maximal sieben Sängerinnen und/oder Sänger miteinander singen. Die Abstandsregel lautet hier: drei Meter Abstand zum Neben-, sechs Meter zum Vordermann. Das heißt, teilt die Liedertafel mit, dass man „wenigstens eine der vier Singstimmen gemeinsam proben“ lassen könne.

BelCanto plante Konzerte mit Luys-Orchester

Nun wird an diesem Mittwochabend der Klassikchor BelCanto unter Leitung von Anush Mkrtchyan mit dem gemeinsamen Singen beginnen. Hier lief während der coronabedingten Auszeit das individuelle Üben eines Programms weiter. Es waren zwei Konzerte mit dem in Köln ansässigen deutsch-armenischen Luys-Orchester geplant, die inzwischen abgesagt wurden; der Auftritt bei der „Nacht der Lieder“ in Siegen steht (jedenfalls noch …) im November an. Ein Dutzend Männer und Frauen sind bei BelCanto dabei, das heißt, dass ein Teil von ihnen die Probe vom Außenbereich aus verfolgen muss.
Doch, das wird im Gespräch sowohl mit dem Geschäftsführer der Liedertafel, Dr. Jörg Zwinscher, als auch mit Vorsitzendem Sven Wachter deutlich, es geht bei diesem Neustart zunächst darum, ein Zeichen zu setzen. Die Ersten zu sein und auch, und das vor allem mit Blick auf die Männerchor-Probe am Freitag, um den Kontakt zwischen Mensch und Mensch wieder zu ermöglichen. Die Männer werden unter Leitung von Daniel Lorsbach in zwei Gruppen proben – für eine Dreiviertelstunde erst die Tenöre, dann für gleichfalls 45 Minuten die Bässe. Aufeinander warten können die Männer im vereinseigenen „Biergarten“.

Sängerheim darf Gäste bewirten

Der dritte Chor im Verein, der Frauenchor (Dirigent: Alexander Weber), werde im Juni mit den Proben beginnen. Ein Projekt mit dem Ziel, neue Sängerinnen zu gewinnen, ist zunächst verschoben worden.
Dass die Liedertafel so rasch mit einem Konzept aufwarten konnte, lag auch daran, dass es bereits im Vorfeld des Himmelfahrtstags eines gab, das die Öffnung des Sängerheims als Gastwirtschaftsbetrieb ermöglichte. Michaela Zwinscher versorgt als Ehrenamtliche die Gäste hinter der mit einem Spuckschutz versehenen Theke, auch mit Frischgezapftem, weil eine Industriespülmaschine die Reinigung der Gläser bei 60 Grad übernimmt.

"Wir müssen sehr diszipliniert sein"

Der Vorstand der Liedertafel, der in Videokonferenzen diese „Lockerungen“ diskutiert hat, ist sich durchaus der möglichen Gefahren der geplanten Probetätigkeit – Stichwort: Aerosole – bewusst. „Wir müssen sehr diszipliniert sein“, sagt Jörg Zwinscher zur Siegener Zeitung. Allerdings, das betont Vorsitzender Wachter ausdrücklich, solle sich niemand aus den Chören unter Druck gesetzt fühlen. Wolle jemand (noch) nicht zur Probe kommen, sei das vollkommen okay und auch nachvollziehbar.

Chorverband NRW: eher vorsichtig

Nicht so sehr die Übungsstunden selbst seien in Sachen Infektionsrisiko das Problem, schätzt Carsten Jaehner, Referent beim Chorverband Nordrhein-Westfalen, die Lage ein, sondern vermutlich eher das gesellige Miteinander vor, nach und während der Proben. Auch deshalb rät der Verband eher nicht zu einer frühzeitigen Aufnahme der Proben. „Das wäre fahrlässig.“ Noch gebe es keine wissenschaftlichen Studien, die nachweislich gesicherte Aussagen über die Ansteckungsgefahren beim Singen im Chor tätigen könnten; auch deshalb seien Vorsicht und Umsicht geboten. Was beim Landeschorverband ankommt – und das nehmen auch die Vorsitzenden der Chorverbände in der Region wahr –, sind zunehmende Anfragen, ob, wann und wie mit den Proben wieder begonnen werden könne. Hier verweist der Verband (u. a. auf seiner Homepage) auf die Gesetzgebung und ergänzt seinerseits und fett gedruckt, dass Chöre „gut beraten“ seien, „die für sie benötigte Fläche möglichst exakt und großzügig zu ermitteln“. Sicherheits- und Hygienekonzepte müssen vor der ersten Probe von der zuständigen Kommune genehmigt werden.

Gert Bruch: "Gefahr ist zu groß"

In dieser Angelegenheit bewegt sich die Freudenberger Liedertafel auf sicherem Terrain. Auf große Freude beim Siegerländer Chorverbands-Vorsitzenden Gert Bruch stößt das Unterfangen gleichwohl nicht: „Wenn was passiert, müssen die Freudenberger sich warm anziehen. Sie müssen wissen, was sie tun – und sich über die Konsequenzen auch klar sein.“ Bruch weiter: „Wir würden alle gern singen, doch die Gefahr ist zu groß …“

AK-Chorverband rät von Proben ab

Der Kreis-Chorverband Altenkirchen rät, so Vorsitzender Manfred Hain, „zur Zeit noch von jeglichen chorischen Treffen ab“, sofern nicht behördlicherseits eine Lockerung der Maßnahmen beschlossen sei. Der rheinland-pfälzische Chorverband drängt indessen die Landesregierung, Perspektiven für die Wiederaufnahme von Proben zu entwickeln. Solches auch mit dem Verweis auf Perspektiven für die Chorlandschaft in veränderten Zeiten.

Liedertafel hat Chorleitungen im Blick

In diesem Zusammenhang geht der Blick auch auf die Chorleitungen. Bei der Liedertafel Freudenberg hat der Vorstand ein Agreement getroffen. Sven Wachter: „Die beiden nebenberuflichen Dirigenten haben wir durchbezahlt. Die ausgefallenen Stunden werden dann nachgeholt, etwa in Sonderproben. Der hauptamtlich arbeitende Alexander Weber habe auf staatliche Unterstützung bauen können; wäre das nicht der Fall gewesen, hätte man nach Lösungen gesucht. Der Vorsitzende: „Wir lassen keinen im Regen stehen.“

Michaela Zwinscher hat für die Liedertafel Freudenberg ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erstellt. Auf dieser Basis kann das Sängerheim auch für Chorproben geöffnet werden.
Tragen Verantwortung für die Liedertafel Freudenberg: Sven Wachter (r.) und Dr. Jörg Zwinscher.
Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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