DJ Marco Maribello umgibt sich mit Platten, die viele Erinnerungen wecken
Die Musik in der Hand …

Zurückversetzt in die alte Zeit. Musik ist seine Motivation und lässt Marco Maribello mit einem Lächeln die Corona-Zeit vergessen.
  • Zurückversetzt in die alte Zeit. Musik ist seine Motivation und lässt Marco Maribello mit einem Lächeln die Corona-Zeit vergessen.
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gmz/sz - In Zeiten von Corona ist der Entertainer Marco Maribello auch ohne Party der Musik treu, in seiner "Vinylgarage".
gmz/sz Freudenberg. Es sei cool, sagt Marco Maribellos 12-jährige Tochter, eine Schallplatte aufzulegen: „Man hat die Musik in der Hand“, ein tolles Gefühl. Es ist auf jeden Fall anders, als bei Spotify einen Song anzuklicken, oder, wie es die Älteren tun, eine CD in den Player zu schieben. Ihr Vater, DJ und Entertainer Marco Maribello, hat früher deutschlandweit in Diskos aufgelegt, Vinyl natürlich. 20 bis 30 Platten sandten ihm die Musikverlage damals pro Woche zu, erinnert er sich im Gespräch mi der SZ.

 Musiktrends wurden in Diskos gesetzt

Denn auch in den Diskos, nicht nur in den radiostationen, wurden damals Trends gesetzt: Die Wirkung der Songs wurde getestet, oft noch, bevor sie an die Radiostationen gingen. Maribello: „Oft habe ich die Songtitel auf Bierdeckel geschrieben“, weil die Besucher den Namen des Liedes oder der Gruppe wissen wollten, um sich die Platte zu kaufen. Wenn dann die Radios diesen Titel ebenfalls rauf und runter spielten, war der Druchbruch für Songs oder Band da.
Obwohl später die CDs kamen, trennte sich Marco Maribello nie von seiner Plattensammlung. Der Funke der Vinyl-Begeisterung ist offensichtlich auf die Tochter übergesprungen, wie ihr Faible für die Platten zeigt …

In den  Zeiten von Corona begegnet  er seinen Schallplatten wieder

 Heute sorgt Marketingfachmann Maribello vor allem nebenberuflich als Entertainer bei Festen oder privaten Veranstaltungen für den richtigen Schwung. In den Corona-Zeiten, die ja, wie er in einer Mitteilung an die SZ schreibt, die Eventbranche, Künstler und DJs besonders hart getroffen haben, da sie wegen der Schutmaßnahmen seit einem Jahr so gut wie keine Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten haben, müsse man sich als Betroffener anders motivieren, um den Glauben an seine Leidenschaft nicht zu verlieren.
Kreativität ist also gefragt. Plattenaufleger Marco Maribello hat sich ein seinem Lager umgeschaut (eigentlich zum Räumen): „Auf einmal sah ich meine alten Schallplatten und spürte das Feuer in mir.“ Mit dem Augenmerk auf die Musik, die seit mehr als 20 Jahren in der hintersten Ecke schlummerte, gestaltete Marco Maribello einen Teil seiner Räumlichkeiten als historische Musikoase um. So war das „Vinylgarage Studio“ aus der Taufe gehoben. Langweilig wird es dort nicht. Ein Blick in die Regale verrät: Hier steckt ein riesiges Archiv an Hits längst vergangener Zeiten. Während die CDs eher ins Hintertreffen geraten, stehen mehr als 3500 Schallplatten nun ganz vorne und wollen sortiert werden. Als die SZ mit ihm spricht, erzählt er, dass er gerade von einer „Einkaufstour“ aus Bad Berleburg zurückgekommen ist. Dort wurde eine Kneipe aufgelöst, und er hat rund 500 Platten dort abgeholt.

"Vinylgarage" lädt zur Begegnung mit Musik ein

Und da er wegen Corona keine Veranstaltungen zu bedienen hat, stellt er fest: „Noch nie hatte ich soviel Zeit, mich mit der Musik zu beschäftigen und durch die guten alten Platten zu stöbern. Jede Platte hier in den Regalen erzählt ihre eigene Geschichte, die ich selbst damit erlebt habe. Bei einer derart einschneidenden Situation wie derzeit liegt genau hier die Motivation, nicht die Flinte ins Korn zu werfen und der Musik treu zu bleiben. Ich entspanne hier im Studio und habe Spaß beim Musikhören.“
In der Vinylgarage stehen musikalische Highlights aus verschiedenen Genres nebeneinander. Mit internationaler Musik aus den 70er-Jahren, aus der Zeit der Tanzcafés , beginnt das Archiv und setzt sich bis in die heutige Epoche fort. Rockmusik, wie man sie kennt. Popmusik aus aller Welt aus den 90ern, sowie die 2000er mit ihren eingängigen Clubhits. Viele Schallplatten haben schon Krisen überstanden, wenn man bedenkt, dass sie teilweise weit über 40 Jahre alt sind.

Die Schallplatte lebt

„Das Tolle ist“, sagt er der SZ, „eine Schallplatte nimmt man aus der Hülle, pustet einmal drüber und legt auf.“ Sie läuft und klingt wie immer. Vielleicht mit dem geheimnisvollen Knacken und Knistern, das das Plattenhören zum Vinylerlebnis macht … Bei CDs, sagt der Plattenauflege-Fachmann, löst sich im Laufe der Jahrzehnte die Beschichtung. Sie sind schwieriger aufzuheben, meint er.
Die schwarzen Scheiben sind also (fast) unverwüstlich und wieder im Kommen: Der Plattenverkauf überstieg im vergangenen Jahr den CD-Verkauf, berichtet er. Seit einiger Zeit, erinnert Maribello, lassen die großen Stars „ihre Alben wieder auf Vinyl pressen, um dem wertschätzenden Schallplatten-Enthusiasten ein Stück Musik in die Hand zu geben“. Kürzlich erhielt er eine Anfrage von einem Schallplatten-Fan, der einfach nur mal in Maribellos Vinylgarage sitzen wollte, um das Platten-Gefühl nochmal zu erleben …
Das gibt Marco Maribello Hoffnung, dass es auch bald wieder bergauf geht mit den Parties: „Und gerne auch wieder vor Publikum und mit meinen Schallplatten.“ Er steht dann auch wieder für Vinyl-Abende zur Verfügung (www.maribello.de).

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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