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Kreative Lösung die Freilichtbühne
Ein Foto als Bühnenbild

Die alte Stadtapotheke in Freudenberg kommt, leicht verändert, zu neuen Ehren als Bühnenbild des Freilichtbühnenstücks „Sind denn alle verrückt geworden?“.
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  • Die alte Stadtapotheke in Freudenberg kommt, leicht verändert, zu neuen Ehren als Bühnenbild des Freilichtbühnenstücks „Sind denn alle verrückt geworden?“.
  • Foto: Dirk Fricke/privat
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gmz - Der Fotograf Dirk Fricke unterstützt mit seinen Aufnahmen die Freilichtbühne Freudenberg.
gmz/sz Freudenberg. Tür auf, Tür zu, Fenster auf: Diese Slapstick-Elemente gehören zu jeder guten Komödie. Auch auf der Freilichtbühne Freudenberg, die in diesem Jahr in der kurzen Saison das Stück „Sind den alle verrückt geworden?“ für die Erwachsenen mit handfester Komik aufführt. Dafür benötigt man ein Bühnenbild, das diese Bewegungen auch mitmacht. Aber woher ein solches nehmen, wenn, wie berichtet, der Entschluss, es nach dem „Totalausfall“ 2020 doch zu wagen, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, erst recht knapp vor der Saison erfolgen konnte? Die Corona-Auflagen ließen keine Planungssicherheit zu.

gmz - Der Fotograf Dirk Fricke unterstützt mit seinen Aufnahmen die Freilichtbühne Freudenberg.
gmz/sz Freudenberg. Tür auf, Tür zu, Fenster auf: Diese Slapstick-Elemente gehören zu jeder guten Komödie. Auch auf der Freilichtbühne Freudenberg, die in diesem Jahr in der kurzen Saison das Stück „Sind den alle verrückt geworden?“ für die Erwachsenen mit handfester Komik aufführt. Dafür benötigt man ein Bühnenbild, das diese Bewegungen auch mitmacht. Aber woher ein solches nehmen, wenn, wie berichtet, der Entschluss, es nach dem „Totalausfall“ 2020 doch zu wagen, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, erst recht knapp vor der Saison erfolgen konnte? Die Corona-Auflagen ließen keine Planungssicherheit zu.
Das Stück selbst hatten die Freilicht-Spieler schnell zusammengestellt aus den Erfolgsszenen der vergangenen Jahre, die in einem neuen Kontext stehen. Für das Kinderstück konnten sie den „Räuber Hotzenplotz“ mit reduziertem Bühnenpersonal recht schnell zur Bühnenreife bringen.

Woher kommt schnell ein Bühnenbild?

Aber wie war das mit dem Bühnenbild? Normalerweise dauert es mehrere Monate, bis die Bühnenbildner fertig sind, verbunden mit nicht unerheblichen Kosten, die man nicht für eine mögliche Absage auf sich nimmt. Das war in der Kürze der Zeit nicht zu stemmen, erzählt Dirk Fricke, der seit einigen Jahren als nebenberuflicher Fotograf auch immer wieder für die Freilichtbühne Freudenberg tätig ist. Ohne Bühnenbild zu spielen, geht aber gar nicht. Wo bleibt denn dann die Stimmung? Und „Tür auf, Tür zu, Fenster auf“?
Kersten Schaab, fast schon Freilichtbühnen-Urgestein, sprach Dirk Fricke an, ob er nicht eine fotografische Lösung für das Bühnenbild anbieten könne. Sprich: eine Aufnahme von dem benötigten Gebäude anfertigen, das auf eine Fotoplane gedruckt werden könnte. Eine digital-analoge Bühnenbild-Lösung also.

Vorlage: Alte Stadtapotheke Freudenberg

Gesagt, getan: Dirk Fricke fotografierte die alte Stadtapotheke in Freudenberg, ein beeindruckendes Fachwerkgebäude in der Altstadt. Das sollte im Maßstab 1:2 abgebildet werden und hinter der vier mal acht Meter großen aufragen. Ein bisschen tricksen mussten die Foto-Bühnenbildner dann aber doch noch, wie der Niederfischbacher  im SZ-Gespräch erzählt: Wenn sie das Gebäude originalgetreu auf die Fotoplane gebannt hätten, wäre die Tür, die ja echt sein muss (Tür auf, …), nur einen Meter hoch geworden. Also montierte Fricke kurzerhand ein Stockwerk raus, sodass das Gebäudefoto nunmehr die richtige Größe hat.

Tür und Fenster in der Plane

Auch die Tür passt jetzt in die Plane: Sie kann geöffnet werden, sodass die Schauspieler „nach innen“ gehen können und auf dem Gerüst, das die Plane hält, in den ersten Stock gelangen, wo sie ein Fenster öffnen können, für die „Szenen oben“.
Wären solche Fotoplanen nicht Bühnenbild-Varianten, die auch nach Corona Bestand haben könnten, um Kosten und Zeit zu sparen, fragt die SZ. Jein, lautet die Antwort. Einsetzbar wäre diese Lösung, wenn keine zweite Spielebene benötigt wird, also sich keine Szene auf einem Balkon abspielt. Dann muss der Spielgrund fest sein. Aber für kleinere Stücke oder für Nebengebäude? Vielleicht.

Fotograf arbeitete unentgeltlich

Der Niederfischbacher Fotograf hat diese Arbeit übrigens unentgeltlich gemacht, wie er betont:

„Künstler unter sich müssen in dieser Zeit zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen“,

sagt Fricke. 35 Stunden hat er gebraucht, um das Haus zu fotografieren und das Bild zu bearbeiten, damit es gedruckt werden konnte. „Das Ergebnis ist wirklich klasse geworden“, betont Kersten Schaab in einer Mitteilung.

„Wir sind Dirk Fricke sehr dankbar, dass er so schnell und unbürokratisch eingesprungen ist,“

so Kersten Schaab weiter.
Dirk Fricke, der seit 25 Jahren fotografiert, wie er im SZ-Telefonat sagt und seit vier Jahren nebenberuflich als Fotograf unterwegs ist  (www.fotografie-fricke.de), hat auch das Bühnenbild für das Kinderstück erstellt. Ein (gekauftes) Foto aus dem Internet hat er an die Freudenberger Bedürfnisse angepasst.
Nach der Sommerpause geht es am 7. August mit „Sind denn alle verrückt geworden?“ weiter. Am 8. August dreht „Hotzenplotz“ wieder Großmutters Kaffeemühle. Tickets und Infos: www.freilichtbuehne-freudenberg.de.

Die alte Stadtapotheke in Freudenberg kommt, leicht verändert, zu neuen Ehren als Bühnenbild des Freilichtbühnenstücks „Sind denn alle verrückt geworden?“.
Auch das Schloss, in dem Zwackelmann sein Unwesen treibt, ist ein „Foto“, angepasst an die Freudenberger Bedürfnisse.
Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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