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Kultur-Flecken-Weg füllt sich mit Kunst
Erste Skulpturen schauen ins Land

"Mann im Baum" heißt die  Skulptur von Roger Löcherbach, die vor dem Friedhof ihren Platz findet, wo der Weg startet.
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  • "Mann im Baum" heißt die Skulptur von Roger Löcherbach, die vor dem Friedhof ihren Platz findet, wo der Weg startet.
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pebe Freudenberg. Nun füllen sich die 16 Stationen des Rundwegs. Um den Alten Flecken geht es rund. Der Verein Kultur-Flecken Silberstern hat einen Kunstparcours in die Landschaft gesetzt, der sich nicht nur sehen lassen kann, sondern der auch erwandert und gut bedacht werden will. Entstanden war die Idee im Herbst 2018, im Sommer vorigen Jahres stimmte die Stadt einer Kooperation samt finanzieller Beteilígung zu (die SZ berichtete ausführlich), und seither entsteht der Kultur-Flecken-Weg mit einer Länge von rund 6,5 Kilometern. „Wir haben das in anderthalb Jahren auf die Beine gestellt“, sagt Brigitte Limper vom Vereinsvorstand stolz – zu Recht. Was neben den Straßen und Wegen aus dem Grün „wächst“, ist sehenswert!

pebe Freudenberg. Nun füllen sich die 16 Stationen des Rundwegs. Um den Alten Flecken geht es rund. Der Verein Kultur-Flecken Silberstern hat einen Kunstparcours in die Landschaft gesetzt, der sich nicht nur sehen lassen kann, sondern der auch erwandert und gut bedacht werden will. Entstanden war die Idee im Herbst 2018, im Sommer vorigen Jahres stimmte die Stadt einer Kooperation samt finanzieller Beteilígung zu (die SZ berichtete ausführlich), und seither entsteht der Kultur-Flecken-Weg mit einer Länge von rund 6,5 Kilometern. „Wir haben das in anderthalb Jahren auf die Beine gestellt“, sagt Brigitte Limper vom Vereinsvorstand stolz – zu Recht. Was neben den Straßen und Wegen aus dem Grün „wächst“, ist sehenswert!

Roger Löcherbach schuf "Mann im Baum"

Am Mittwoch hatten die Verantwortlichen Großeinsatz, und mit ihnen drei Künstlerinnen und Künstler samt Helfern, denn die ersten Skulpturen fanden ihre mit Betonsockeln bereits vorgefertigten Plätze auf dem Rundweg, der gegenüber der Einmündung der Euelsbruchstraße vor dem Friedhof beginnen soll.
Dort hat Roger Löcherbachs „Mann im Baum“ seinen Platz gefunden, eine etwa lebensgroße Gestalt, die, den Kopf auf eine Hand gestützt, aus dem bergenden Raum eines hohlen Baumstamms schaut. Der Essener Künstler (57), der in Kirchen geboren wurde, ist in Freudenberg durch die Reihe „Kunst im Park“ kein Unbekannter. Ihm sei ein Stammstück einer alten Platane gebracht worden, erklärt er, das innen teilweise hohl gewesen sei, „fast wie ein Ofenrohr, man konnte durchgucken“. Brigitte Limper und er sehen Bezüge zu den alten Eschen vor dem Friedhof, die weichen mussten. Nun liegt da ein Querdenker, ein Träumer, der an den Philosophen Diogenes in der Tonne erinnert: Rückbesinnung auf ein Leben, das sich an den wirklich wichtigen Dingen orientiert.

Peter Nettesheim zeigt Multitasking-Mutter

Nur wenige hundert Meter weiter die Friedenshortstraße hinauf steht sehr präsent eine Skulptur von Peter Nettesheim (75), der eng mit der Region verbunden ist: Lange war der Kölner Dozent für Bildhauerei und Kunstpädagogik an der Uni Siegen. In Freudenberg stellte er am Mittwoch seine Skulptur „Multitasking – Junge Frau mit Kind“ auf, eine lebensgroße Plastik aus wetterfestem Robinienholz, wie Nettesheim erklärt. Sie zeigt eine junge Frau, das Handy mit der Schulter ans Ohr gepresst, ein Kind auf dem Arm, eine Einkaufstasche in der Hand und darüber unter den anderen Arm ein Paket geklemmt. „Die Idee ist mir bei einer Alltagsbeobachtung vor der Haustür gekommen“, erzählt Nettesheim. der in seiner Arbeit, die vor der Coronakrise entstand, einen aktuellen Bezug zur Diskussion um die Leistung von Frauen, besonders Müttern, in der Krise sieht. Deshalb gefalle ihm die Platzierung gegenüber dem Kindergarten – „es zeigt die Alltagssituation“.

"Wegweisendes" von Marti Faber

Marti Faber schließlich, Künstlerin aus Zülpich, die ebenfalls ihren festen Platz bei „Kunst im Park“ hat, weist mit ihrer Arbeit aus wetterfestem Cortenstahl auf dem Wanderparkplatz hinter dem Friedenshort in den Wald. Nicht umsonst heißt die fast drei Meter hohe Plastik „Wegweisend“. Sie zeigt abstrahierte, in verschiedenen Spannungen zueinander gesetzte Kopfsilhouetten, die als „positiver“ Korpus aus einer Stahlplatte geschnitten sind. Das Negativ – sein Name: „Auf dem Weg“ – soll 2022 seinen Platz auf der Landesgartenschau in Bad Gandersheim finden. Die Fertigung sei langwierig, den Skizzen folgten Papier- und Pappmodelle, bis schließlich die endgültige Skulptur entstehe. Sie liebe diese Form der Vernetzung durch Kunst, sagt Faber, die von sich selber erzählt, dass sie gern monatelang in der Welt unterwegs ist, ohne Handy und Uhr, um Menschen kennenzulernen.

Bürgermeisterin Reschke war vor Ort

Zu jeder künstlerisch gestalteten Station im Wald – 16 werden es insgesamt sein  – sind ebenfalls aus Cortenstahl hergestellte luftige Stelen vorgesehen, auf der eine erklärende Tafel befestigt werde, erklärten Brigitte Limper und die Vereinsvorsitzende Conny Corthym-Klein. Sie betonten, ohne die gute Kooperation mit der Stadt (Bürgermeisterin Nicole Reschke nahm sich am Mittwoch eigens Zeit für einen Besuch) und die vielfältige Unterstützung durch das Land, das Kulturbüro des Kreises und viele engagierte Sponsoren hätte der Weg nicht realisiert werden können. Zusätzlich werde es einen Katalog zum Weg und einen „Kinderführer“ geben, um eine kindgerechte Heranführung an die Objekte zu ermöglichen – „ein Alleinstellungsmerkmal“. Feierlich eröffnet werden soll der neue Weg am 16. August.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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