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Freudenberg: Kultur-Flecken-Weg ist eröffnet
"Kunst zieht ins Gehölz"

Auftakt geglückt und bei Verantwortlichen, Künstlern und Offiziellen freudige Gesichter bei der Eröffnung des Kultur-Flecken-Wegs in Freudenberg (v. l.): Roger Löcherbach, Herb Schwarz, Wolfgang Suttner, Roland Jung, Jevgenij Kulikov, Nicole Reschke, Andreas Müller, Jens von Heyden sowie vorn Brigitte Limper und Conny Corthym-Klein.
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  • Auftakt geglückt und bei Verantwortlichen, Künstlern und Offiziellen freudige Gesichter bei der Eröffnung des Kultur-Flecken-Wegs in Freudenberg (v. l.): Roger Löcherbach, Herb Schwarz, Wolfgang Suttner, Roland Jung, Jevgenij Kulikov, Nicole Reschke, Andreas Müller, Jens von Heyden sowie vorn Brigitte Limper und Conny Corthym-Klein.
  • Foto: Gaby Wertebach
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

gum Freudenberg. Das war ein großer Moment für die Mitglieder des Kultur-Fleckens Silberstern am Sonntagnachmittag. Im Beisein jeder Menge Kunstinteressierter eröffneten die Mitglieder des Vereins den neuen Kultur-Flecken-Weg. Entstanden in Kooperation mit der Stadt Freudenberg durch das Wirken zahlreicher namhafter Künstlerinnen und Künstler aus der Region und durchgängig mit einem silbernen Stern gekennzeichnet. Das Kunstprojekt ist unterstützt worden vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, dem Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein sowie zahlreichen Sponsoren.
Weg ist über 6 Kilometer langMusikalisch umrahmt wurde die Eröffnung durch das Gitarrenspiel von Vorstandsmitglied Roland Jung. Die 1.

gum Freudenberg. Das war ein großer Moment für die Mitglieder des Kultur-Fleckens Silberstern am Sonntagnachmittag. Im Beisein jeder Menge Kunstinteressierter eröffneten die Mitglieder des Vereins den neuen Kultur-Flecken-Weg. Entstanden in Kooperation mit der Stadt Freudenberg durch das Wirken zahlreicher namhafter Künstlerinnen und Künstler aus der Region und durchgängig mit einem silbernen Stern gekennzeichnet. Das Kunstprojekt ist unterstützt worden vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, dem Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein sowie zahlreichen Sponsoren.

Weg ist über 6 Kilometer lang

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung durch das Gitarrenspiel von Vorstandsmitglied Roland Jung. Die 1. Vorsitzende des Kultur-Fleckens Silberstern, Conny Corthym-Klein, und Vorstandsmitglied Brigitte Limper übernahmen die Begrüßung. Sie dankten besonders den Kunstschaffenden, die dafür gesorgt haben, dass auf rund 6,5 Kilometern Länge ein facettenreiches „Wahrnehmungsangebot“ entstanden ist, das immer auf die Natur und den jeweiligen Ort im Wald Bezug nimmt.

Wolfgang Suttner führt in Projekt ein

„Die Kunst zieht massenhaft ins Gehölz“, befand Wolfgang Suttner, der ehemalige Kulturreferent des Kreises Siegen-Wittgenstein und heutige Sprecher des Deutschen Kunstrates in Berlin. Was ist los im Wald? Das würden sich Tiere und Bäume fragen. Haben die Künstler kein Zuhause, sind die Museen zu und die Galerien zu klein, oder flüchten alle vor Corona? Er, Suttner, habe gemeinsam mit Conny Corthym-Klein und Brigitte Limper vorab den Weg besichtigt. Überfallartig, berichtete er humorvoll, hätten sich zwei Zecken auf ihn gestürzt, und zwar genau dort, wo das Kunstwerk von Bianca Torrado an den Überfall der Freudenberger auf die Kriegskasse von Napoleon erinnere …

Kunst im öffentlichen Raum verändert

Ein öffentlicher Raum wie der Freudenberger Stadtwald, so Wolfgang Suttner weiter, habe eine ganz besondere Funktion für das Rezeptionsverhalten von Kunst: „Hier kommt sie nah an uns ran, sie fasst uns an, sie überrascht uns, sie erschreckt, sie erklärt oder lässt uns staunen.“ Es gebe kein Entrinnen vor der Kunst im öffentlichen Raum. Die Künstler würden das Intervention im Alltag nennen. Da sei plötzlich etwas anders, etwas das uns verstöre, das uns bisweilen auch abwehre. Meist wandle sich aber die Verstörung in Heiterkeit, wenn einen ein Projekt zum Staunen bringe.  Das gelinge unter anderem den schwankenden und kuschelnden Hochsitzen „Über dem Wald“ von Frank Münker und Silke Krah vorzüglich. Hier wären mehrere Interpretationen möglich: vom betrunkenen Förster bis zum betrunkenen Wanderer. Vielleicht sei es auch der Forstbesitzer, der nicht damit einverstanden ist, dass die Kunst in den Wald kommt. „Er befürchtet Menschenmassen, die seinen Wald durchwandern …“Wer den Wald nur als Gebrauchsgegenstand für Ökonomie sehe, der könne ihn als Ort voller Geheimnisse und Formen nicht empfinden, so der Kunstexperte weiter. Er glaube, dass der Freudenberger Kultur-Flecken-Weg auch Skeptiker überzeugen werde. Er sei gut vorbereitet, was man nicht nur am Katalog und den Wegweisern sehe, sondern auch an den guten Fundamenten, die im Boden die Werke vernünftig verankerten. „Hoffen wir also“, so Suttner abschließend, „dass hier beim Kultur-Flecken-Weg der Kunstfreund zum Wanderer und der Wanderer zum Kunstfreund wird.“

Lob von Jens von Heyden

„Euch ist mit diesem Weg ein großer kultureller Wurf gelungen“, lobte Jens von Heyden, der Leiter des Kulturbüros des Kreises Siegen-Wittgenstein. Dass in nur anderthalb Jahren alles so gut geklappt habe, sei eine große Leistung. Diese honorierten auch die Anwesenden mit herzlichem Applaus. Kunst, die sich aus dem Kokon der Exklusivität herausgewagt habe und sich spannend inszeniert einer breiten Öffentlichkeit zeige, vereint mit einem touristischen Aspekt, die würde ganz sicher viele Menschen erfreuen, so Jens von Heyden weiter. Besonders gelungen finde er auch den Aspekt der kulturellen Bildung durch das begleitende Kinder-Aktionsheft, den Kinder-Kunstführer „Mit Flecki auf Entdeckertour im Wald“.

Grußworte von Reschke und Müller

Grußworte sprachen auch Freudenbergs Bürgermeisterin Nicole Reschke und Landrat Andreas Müller, die sich beide hoch erfreut über die Idee und die tolle Umsetzung zeigten. Nach dem offiziellen Teil gingen die Künstlerinnen und Künstler zu ihren jeweiligen Objekten. Einige hatten kleinere Präsentationen erstellt und freuten sich über den Austausch mit Interessierten.

16 Kunst-Stationen erwandern
Auftakt geglückt und bei Verantwortlichen, Künstlern und Offiziellen freudige Gesichter bei der Eröffnung des Kultur-Flecken-Wegs in Freudenberg (v. l.): Roger Löcherbach, Herb Schwarz, Wolfgang Suttner, Roland Jung, Jevgenij Kulikov, Nicole Reschke, Andreas Müller, Jens von Heyden sowie vorn Brigitte Limper und Conny Corthym-Klein.
Conny Corthym-Klein und Brigitte Limper vom Kultur-Flecken Silberstern hießen die Gäste willkommen.
Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Betzdorf

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