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F. Berndkaster zeigt „Farbenprächtige Kompositionen“
Reiz der Begegnungen im 4Fachwerk-Museum

Der in Herkersdorf lebende Künstler F. Berndkaster stellt von diesem Samstag an bis zum 22. November weltliche und sakrale Motive, Porträts und Karikaturen in Freudenberg aus.
  • Der in Herkersdorf lebende Künstler F. Berndkaster stellt von diesem Samstag an bis zum 22. November weltliche und sakrale Motive, Porträts und Karikaturen in Freudenberg aus.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

pebe Freudenberg. Das Gesicht als Schlüssel zum Menschen: Das ist es, was F. Berndkaster reizt. Immer wieder und immer wieder neu. „Was sehe ich einem Menschen im Gesicht an?“, das sei eine Grundfrage, erklärt der Künstler aus dem Kirchener Ortsteil Herkersdorf. Eine Frage, die den 62-Jährigen nicht loslässt. Von diesem Samstag an stellt der Maler und Grafiker mit dem Künstlernamen F. Berndkaster bis zum 22. November eine große Auswahl seiner Werke im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum in Freudenberg aus (eine Vernissage im coronabedingt geschlossenen Kreis gab es am Freitagabend). Die Schau umfasst weltliche und sakrale Motive, Porträts und Karikaturen.

pebe Freudenberg. Das Gesicht als Schlüssel zum Menschen: Das ist es, was F. Berndkaster reizt. Immer wieder und immer wieder neu. „Was sehe ich einem Menschen im Gesicht an?“, das sei eine Grundfrage, erklärt der Künstler aus dem Kirchener Ortsteil Herkersdorf. Eine Frage, die den 62-Jährigen nicht loslässt. Von diesem Samstag an stellt der Maler und Grafiker mit dem Künstlernamen F. Berndkaster bis zum 22. November eine große Auswahl seiner Werke im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum in Freudenberg aus (eine Vernissage im coronabedingt geschlossenen Kreis gab es am Freitagabend). Die Schau umfasst weltliche und sakrale Motive, Porträts und Karikaturen.

Begegnung mit Napoleon und Sissi

Ob historische Persönlichkeit, biblische Figur oder auch Fantasieporträt – immer geht es bei der Wahrnehmung von Gesichtern auch um eine Form von Begegnung – ob mit anderen Menschen oder, introspektiv, mit sich selbst. Damit baut Berndkaster den Besucherinnen und Besuchern eine beinahe leichte Brücke zu seinen Arbeiten. Die bestechen erst einmal mit einer ausgewählten, abgetönten Farbpalette, die mit oft leuchtstark gesetzten Glanzlichtern kontrastiert. Unruhe entsteht nicht im Museumsparterre, der Blick kann leicht von Porträt zu Porträt wechseln und auf eine echte Entdeckungsreise gehen. Napoleon taucht auf, Marie Antoinette und Sissi gesellen sich zu ihm. Und da? Ist da nicht der Dalai Lama? Auch Martin Buber schaut philosophisch tief aus dem Bildrahmen...

Den Charakter sichtbar machen

Bei den historischen Figuren sei es ihm darum gegangen, sie „möglichst treffend“ abzubilden, also ihre jeweiligen Charakteristika herauszuarbeiten, die das Erkennen ermöglichten, sagt der Künstler. Andere Gesichter erscheinen bekannt, sind es aber nicht, weil sie seiner Fantasie entsprangen, wie Berndkaster anmerkt. So etwa bei den Köpfen aus dem Sappho-Zyklus über die geniale altgriechische Lyrikerin. Es sei ihm wichtig, „durch die Augen und die Physiognomie des Gesichtes“ einen bestimmten Charakter darzustellen, erklärt Berndkaster.

Religiöse Themen nicht von ungefähr

Nicht nur „Schattenseiten“ interessieren ihn an den Gesichtern, mehr beschäftige er sich mit den hellen Seiten, widme sich dabei gern auch religiösen Themen. Das wundert nicht, denn Berndkaster hat ev. Theologie, Germanistik und Geschichte studiert. So finden sich bei den Exponaten Darstellungen des angsterfüllten Jesus in Gethsemane, auch Maria Magdalena (mit ihrer Geschichte des tiefen Leidens und der Heilung) hat ihren Platz. Fast irritierend wirkt die Darstellung des Auferstandenen mit einem Wanderstab und einem Hinweis auf griechische Mythologie in provenzalischer Landschaft, deren Ausstrahlung Berndkaster liebt. Hier vermischen sich geschichtliche und mythische Motive. „Wir brauchen die Symbole“, erklärt er, sie seien, wie Bilder auch, „vielschichtiger als das Wort“ und ließen „Freiräume der Interpretation“.

Bilder aus der jüdischen Tradition

Viel Raum nehmen die Bilder mit Motiven aus der jüdischen Tradition ein: „Der Rabbi erzählt“, „Jüdische Hochzeit“ oder „Das Hochzeitsmahl“ greifen als Vorlagen Miniaturen aus mittelalterlichen Handschriften auf. Berndkaster zitiert diese Bilder bewusst neu, versieht sie mit seiner Interpretation – ein feines Changieren zwischen den Bedeutungsebenen macht die Arbeiten zu „Hinguckern“.Pastellkreide ist sein vordringliches Malmittel, aber auch Holzkohle oder Tusche sind dabei. Die Pastellkreide trägt er in mehreren Schichten auf, Schicht für Schicht wird fixiert, übermalt, dadurch entsteht eine – manchmal deckende, manchmal lasierende – Bildtiefe, die etwas ebenso Leichtes wie manchmal Bühnenhaftes hat. Das zeigt sich besonders in den sehr ansprechenden Landschaftsbildern aus Provence und Toskana.

(Allzu) Menschliches in Tusche gezeichnet

Zugleich erweist sich an den kräftigen Konturen der Bildobjekte, dass Berndkaster, wie er selbst erzählt, eigentlich „vom Zeichnen her kommt“. Sein großes zeichnerisches Können zeigt er in Tuschezeichnungen und einer Reihe von Karikaturen mit dem Titel „Menschliches und allzu Menschliches“, die im Treppenhaus des Museums zu sehen sind.

Von Können und Humor begeistert

„Da wird die begüterte Gesellschaft karikiert“, sagt Dr. Ingrid Leopold vom Vorstand des Museumsvereins, auf Nachfrage schmunzelnd. Was sagt sie zu Berndkasters Arbeiten? Sie sei sofort fasziniert gewesen beim Atelierbesuch und begeistert von seiner Vielseitigkeit, seinem Können und seinem Humor, sagt sie. All dies können Besucher nun auch entdecken.

F. Berndkaster,„Farbenprächtige Kompositionen“.
4Fachwerk-Mittendrin-Museum,Freudenberg, Mittelstr. 4–6,
10. Oktober bis 22. November,mittwochs, samstags und sonntags 14 bis 17 Uhr.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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