SZ

Ganz neue Ansichten in Freudenberg: Kulturflecken-Weg im Winter
Spazierweg zur Kunst lockt im Lockdown

„Zweisam“ von Katharina Rauscher vor dem Ortseingang Hohenhain: Im Schnee hebt sich die Cortenstahl-Skulptur noch eindringlicher als sonst vom Wald in ihrem Hintergrund ab.
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  • „Zweisam“ von Katharina Rauscher vor dem Ortseingang Hohenhain: Im Schnee hebt sich die Cortenstahl-Skulptur noch eindringlicher als sonst vom Wald in ihrem Hintergrund ab.
  • Foto: Verein/Brigitte Limper
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pebe Freudenberg. Nicht nur der Borkenkäfer schlägt gewaltige Schneisen, sondern auch die Corona-Pandemie – nämlich in den Kulturbetrieb. Sie erweist sich damit – bildlich gesprochen – als eine Verwandte der gefräßigen Insektenart und führt auch zu massiven Veränderungen in der (Kultur-)Landschaft. In vielen Ecken der Wälder sorgen Holzfällungen und -abfuhren derzeit für überaus morastige Spaziergänge. Nicht so auf dem Kulturflecken-Weg in Freudenberg. Der, so betonen Conny Corthym-Klein und Brigitte Limper vom Verein Kulturflecken Silberstern gegenüber der SZ, lasse sich auch im Winter gut erwandern. Überhaupt, freuen sich beide, werde der Weg seit seiner Eröffnung im August vorigen Jahres sehr gut angenommen.

pebe Freudenberg. Nicht nur der Borkenkäfer schlägt gewaltige Schneisen, sondern auch die Corona-Pandemie – nämlich in den Kulturbetrieb. Sie erweist sich damit – bildlich gesprochen – als eine Verwandte der gefräßigen Insektenart und führt auch zu massiven Veränderungen in der (Kultur-)Landschaft. In vielen Ecken der Wälder sorgen Holzfällungen und -abfuhren derzeit für überaus morastige Spaziergänge. Nicht so auf dem Kulturflecken-Weg in Freudenberg. Der, so betonen Conny Corthym-Klein und Brigitte Limper vom Verein Kulturflecken Silberstern gegenüber der SZ, lasse sich auch im Winter gut erwandern. Überhaupt, freuen sich beide, werde der Weg seit seiner Eröffnung im August vorigen Jahres sehr gut angenommen.

Für den wahren Philosophen ist die Kälte nur ein Begriff … Roger Löcherbachs Holzarbeit „Mann im Baum“ zu Beginn des verschneiten Kulturflecken-Weges.
  • Für den wahren Philosophen ist die Kälte nur ein Begriff … Roger Löcherbachs Holzarbeit „Mann im Baum“ zu Beginn des verschneiten Kulturflecken-Weges.
  • Foto: Verein/Brigitte Limper
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Limper: "Richtige Zeit, richtiges Projekt"

Das zeige sich, so Brigitte Limper, Ideengeberin für das Wandererlebnis, an der vielfältigen Resonanz, die den Verein erreicht. Viele Freudenberger bestätigten es, „aber wir bekommen auch E-Mails von Wildfremden, die sich über dieses Angebot freuen“. Lediglich das Fehlen von genügend gastronomischen Angeboten werde beklagt – aber derzeit wäre eine Einkehr wegen der Corona-Bestimmungen ohnehin nicht möglich. „Es war zur richtigen Zeit das richtige Projekt“, freut sich Brigitte Limper. Und die Idee, Kunst und Natur in Kommunikation miteinander zu bringen, sei aufgegangen: „Die Natur und die Objekte sprechen miteinander“, der Verein habe die richtigen Abstände für die Präsentation der Objekte gewählt, es bleibe genügend Zeit, sich mit dem Wald und als Kontrapunkt dazu dann mit der Kunst zu beschäftigen.

Interaktion zwischen Betrachter und Objekt

„Die Kunstwerke stehen an den Orten, an die sie gehören“, freut sich Limper. Und dort präsentierten sie sich immer wieder neu – auch durch den Wechsel der Jahreszeiten bedingt. So ergäben zum Beispiel die Reduzierung der Landschaft und der Kunstobjekte durch den Schnee der letzten Tage „sehr reizvolle Kontraste“. Und auch im Winter zeige sich, dass die Interaktion zwischen Betrachter und Objekt weitergehe.

Kunstwerk von Kai Gieseler gefegt

So habe beispielsweise ein Unbekannter kürzlich eigens die verschieden grün getönten „Farbkarten“ aus Beton von Kai Gieseler zwischen den angepflanzten Buchen vom Schnee freigefegt. „Die Leute legen Hand an, um die Kunstwerke sichtbar zu machen“, freut sich Limper über diese situative „Aneignung“ der Kunst in der natürlichen Umgebung.

Sehr aufmerksam: Jemand hat das Kunstwerk von Kai Gieseler, die grünen "Farbkarten" aus Beton, vom Schnee befreit.
  • Sehr aufmerksam: Jemand hat das Kunstwerk von Kai Gieseler, die grünen "Farbkarten" aus Beton, vom Schnee befreit.
  • Foto: Verein/Brigitte Limper
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Zweite Skulptur von Marti Faber geplant

Ganz bis zum Ende gehen, sagt sie, lasse sich der Weg allerdings noch nicht. Denn die letzten Meter führten durch den Freudenberger Kurpark, der derzeit noch umgestaltet wird. Im weiteren Bereich des Abgangs zum Alten Flecken wolle der Verein – an geeigneter Stelle – eine zweite Skulptur von Marti Faber aufstellen. Die Zülpicher Künstlerin ist bereits mit der Arbeit „Weg-Weisend“ am Parkplatz hinter dem Friedenshort vertreten. Im Kurpark solle die Negativform dieses ausgeschnittenen Objektes zu sehen sein – ihr Name: „Auf dem Weg“. Diese Idee sei allerdings noch im Werden, und alle Beteiligten seien darüber im Gespräch.

Corona bremst kleinen Kulturverein aus

Sicherlich ein Vorzeigeprojekt des kleinen, aber aktiven Kulturvereins. Der leidet indes, wie die anderen Kultureinrichtungen auch, unter der Pandemie-Situation, würde gern planen, hat aber wegen der Corona-Bestimmungen und des Lockdowns mit nicht zu beeinflussenden Faktoren zu kämpfen. Die Macher würden gern die Künstler, denen im vorigen Jahr abgesagt werden musste, nun endlich als Gäste begrüßen und die entsprechenden Veranstaltungen nachholen – aber auch das ist zurzeit völlig unsicher. „Wir werden in jedem Fall versuchen, etwas auf die Beine zu stellen“, betont Brigitte Limper, denn „wir sind sehr kreativ, können uns auch Veranstaltungen draußen vorstellen“, nur seien den Verantwortlichen zurzeit eben die Hände gebunden. Über aktuelle Entwicklungen werde der Verein natürlich auf seiner Homepage informieren.

Digital - warum nicht? Kostet aber

Und wie sieht es mit der digitalen Präsenz aus? Auch darüber denke man im Verein intensiv nach, bestätigt Limper, bislang aber noch ohne konkretes Ergebnis. Denn: Wenn die Digitalität sinnvoll genutzt werden solle, müsse dieses Angebot auch gut gestaltet werden – und auch das koste nun einmal Geld.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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