Baudezernent Karl-Hermann Hartmann
Abschied nach 23 Jahren

Die Stadtverwaltung als Dschungel – das Titelbild des liebevoll gestalteten Buches, das Karl-Hermann Hartmann von seinen Mitarbeitern geschenkt bekam, ist vielsagend. Nach 23 Jahren als Baudezernent der Stadt Freudenberg ist für den Eichener Schluss, heute Abend wird er im Rahmen der Ratssitzung verabschiedet.
  • Die Stadtverwaltung als Dschungel – das Titelbild des liebevoll gestalteten Buches, das Karl-Hermann Hartmann von seinen Mitarbeitern geschenkt bekam, ist vielsagend. Nach 23 Jahren als Baudezernent der Stadt Freudenberg ist für den Eichener Schluss, heute Abend wird er im Rahmen der Ratssitzung verabschiedet.
  • Foto: Christian Schwermer
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

cs Eichen/Freudenberg. „Der Druck ist weg, die Termine spielen keine große Geige mehr.“ Karl-Hermann Hartmann sitzt entspannt und lächelnd auf dem Balkon seines Wohnhauses am Eichener Sonnenhang. Hier und im großzügigen Garten hinter dem Haus dürfte der 65-Jährige ab sofort mehr Zeit verbringen. Denn nach 23 Jahren ist Schluss: Wie berichtet, schied der Eichener zum 30. Juni aus dem Amt des Baudezernenten der Stadt Freudenberg aus. Im Rahmen der Ratssitzung am Donnerstag (4. Juli)  wird Hartmann ganz offiziell vom Freudenberger Stadtparlament verabschiedet. „Da ist natürlich auch ein bisschen Wehmut mit dabei“, macht der Siegerländer aus seinem Herzen keine Mördergrube. „In diesen Tagen kommen viele Erinnerungen wieder.“

Ein echtes "Verwaltungs-Urgestein"

Mit Karl-Hermann Hartmann verabschiedet sich ein echtes „Verwaltungs-Urgestein“ in den Ruhestand. Nach dem Studium an der Universität Siegen (Fachbereich Architektur, Schwerpunkt Städtebau und Landesplanung), das der frischgebackene Ruheständler 1977 abschloss, folgte ein Jahr später der Eintritt in den öffentlichen Dienst. Bei der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein arbeitete Hartmann in der Bauaufsicht, war dort für städtebauliche Prüfungen zuständig. Von 1990 an agierte er für sechs Jahre als Bauamtsleiter der Stadt Hilchenbach, ehe der Wechsel zur Stadtverwaltung Freudenberg erfolgte.

"Ich bin nicht auf Krawall gebürstet"

In seinen 23 Jahren in Freudenberg hat Karl-Hermann Hartmann einiges erlebt: Als Baudezernent arbeitete er zunächst unter Bürgermeister Hermann Vomhof und Stadtdirektor Otmar „Otti“ Haardt. Als letzterer zum Kreis Altenkirchen wechselte und die Zeit der „Doppelspitze“ in Freudenberg passé war, leitete Rudolf Andermann als hauptamtlicher Bürgermeister für zwei Jahre die Geschicke der Verwaltung. Ihm folgte Eckhardt Günther, ehe 2016 Nicole Reschke das Amt der Bürgermeisterin übernahm. „Ich bin mit allen gut ausgekommen“, blickt Karl-Hermann Hartmann schmunzelnd zurück, „aber ich bin ja auch nicht auf Krawall gebürstet“.

Die Arbeit im Team als wichtiger Faktor

Ohnehin sei ihm die Teamarbeit wichtig gewesen, „mächtig stolz“ sei er auf seine Mitarbeiter in den Abteilungen Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung. „Für mich ist das immer das ,Bauamt’ gewesen“, lächelt der 65-Jährige, „und wir haben uns dort alle immer sehr wohl gefühlt“. Stichwort Teamarbeit: Ohne die gehe es nicht, eine Verwaltung sei schließlich eine Art Dschungel, wie der Ruheständler mit einem Augenzwinkern feststellt: „Entweder man schlägt mit der Machete hinein oder schwingt sich von Liane zu Liane.“

Viele wichtige Projekte mit vorangetrieben

In seiner Zeit als Freudenberger Baudezernent hat der Eichener viele wichtige Projekte für die Stadt entscheidend mit vorangetrieben. Die Wilhelmshöhe, die Erweiterung der Hommeswiese, die Aufstellung von Bebauungsplänen in fast jedem Ortsteil – der Kirberg in Niederndorf mit 100 neuen Bauplätzen als „Ausreißer“ nach oben –, das überkommunale Radwegenetz, die Verlegung der L 512 oder der Bau des neuen Rathauses: Es sind nur einige Schlagworte, die in Karl-Hermann Hartmanns Amtszeit fallen. Ob er im Rückblick gravierende Fehler erkennen könne? „Das sehe ich nicht“, sagt er aus voller Überzeugung.
Seine Zeit am Mórer Platz in Freudenberg ist vorbei, zum 1. August übernimmt, wie berichtet, Matthias Tanger als neuer Baudezernent. Ihm wünsche er „alles Gute“, sagt Karl-Hermann Hartmann und hofft, dass sein Nachfolger regelmäßig zu den Fraktionssitzungen der Freudenberger Parteien eingeladen wird. „Der Austausch zwischen Verwaltung und Politik muss wieder besser werden“, hat der Ruheständler zum Abschied auch mahnende Worte parat. Zu oft seien die Meinungen in den Sitzungen der Fachausschüsse verhärtet gewesen, weil vorab keine Absprachen mehr getroffen würden. „Dabei sollte man die Dinge zum Wohle der Stadt gemeinsam vorantreiben.“

"Der Flecken ist das Juwel, die Dörfer sind die Perlen"

Dass der Einsatz für Freudenberg lohnt, daran lässt der 65-Jährige keinerlei Zweifel aufkommen. Eine schönere Arbeitsumgebung könne er sich kaum vorstellen. „Der Alte Flecken ist das Juwel“, sagt Karl-Hermann Hartmann, „die Dörfer rundherum sind die Perlen“.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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