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Pfarrer Reinhard Lenz verlässt St. Marien Freudenberg
Abschied nach 26 Jahren

So lange wie er wirkte kein Pfarrer in St. Marien Freudenberg: Am kommenden Sonntag wird Reinhard Lenz nach 26 Jahren verabschiedet.
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cs Freudenberg. Nach 26 Jahren ist Schluss: Am kommenden Sonntag, 20. Oktober (14.30 Uhr mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus) wird Pfarrer Reinhard Lenz in der Pfarrkirche St. Marien in Freudenberg verabschiedet. Der 61-Jährige wirkte so lange wie kein anderer Pfarrer in der Gemeinde und tritt am 27. Oktober seinen Dienst als Pastor im Pastoralen Raum Lennestadt an, wird sich dort in der heiligen Messe in Altenhundem der Gemeinde vorstellen. Auch wenn er sich auf die neue Aufgabe im Kreis Olpe freut, schwingt beim Abschied aus dem Siegerland eine gehörige Portion Wehmut mit. „Wir sind hier wie eine große Familie“, meint Reinhard Lenz im SZ-Gespräch und fügt lächelnd hinzu: „Umziehen ist eine blöde Sache.

cs Freudenberg. Nach 26 Jahren ist Schluss: Am kommenden Sonntag, 20. Oktober (14.30 Uhr mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus) wird Pfarrer Reinhard Lenz in der Pfarrkirche St. Marien in Freudenberg verabschiedet. Der 61-Jährige wirkte so lange wie kein anderer Pfarrer in der Gemeinde und tritt am 27. Oktober seinen Dienst als Pastor im Pastoralen Raum Lennestadt an, wird sich dort in der heiligen Messe in Altenhundem der Gemeinde vorstellen. Auch wenn er sich auf die neue Aufgabe im Kreis Olpe freut, schwingt beim Abschied aus dem Siegerland eine gehörige Portion Wehmut mit. „Wir sind hier wie eine große Familie“, meint Reinhard Lenz im SZ-Gespräch und fügt lächelnd hinzu: „Umziehen ist eine blöde Sache.“ In der Tat sitzt der Pfarrer bereits auf gepackten Umzugskartons, wird sein Domizil an der Friedenshortstraße räumen und das Pfarrhaus in Saalhausen beziehen.

Ein neues Kapitel für Reinhard Lenz

Dann schlägt Reinhard Lenz noch einmal ein neues Kapitel seines beruflichen Werdegangs auf. 1958 in Paderborn geboren und in Borgentreich am Rande der Warburger Börde aufgewachsen, legte er in Warburg das Abitur ab. Die Zeit zwischen Schulabgang und Start an der Hochschule nutzte der junge Mann für eine Tätigkeit im Laurentiusheim für geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche. „Das habe ich als sehr schwer empfunden“, macht Reinhard Lenz aus seinem Herzen keine Mördergrube; die dort gesammelten Erfahrungen bezeichnet der Pfarrer aber als wertvoll und prägend. Danach ging es zum Studium der kath. Theologie nach Paderborn und Wien. Auf die Zeit in der österreichischen Hauptstadt blickt Reinhard Lenz gerne zurück, auch wenn er dort „intensiv studiert“ und wenig Freizeit gehabt habe. 1984 stand die Priesterweihe an, mit der ersten Stelle in St. Marien in Olpe näherte sich Reinhard Lenz dem Siegerland geografisch an. Ab 1988 war der Geistliche fünf Jahre lang als Regionalvikar der Seelsorgeregion Siegerland-Südsauerland tätig. Am 19. Oktober 1993 trat der Pfarrer seinen Dienst in Freudenberg an. Die Aufgabe als KAB-Präses für die Kreise Olpe und Siegen wird er weiter wahrnehmen.

Die geplante Großpfarrei bereitet Sorge

Der Abgang kommt nicht zum optimalen Zeitpunkt – daraus macht Pfarrer Reinhard Lenz keinen Hehl. „Hier sind viele Dinge, die gerade erst so richtig anfangen“, sagt der 61-Jährige und nennt beispielhaft den laufenden Ausbau der Pilgerherberge im Gemeindehaus. „Der Abschied, der ohnehin schwer fällt, wird sehr bitter durch das Vorhaben gemacht, dass die Gemeinde nach 160 Jahren aufgelöst werden soll“, fügt Reinhard Lenz hinzu und findet damit deutliche Worte für die Planungen eines Pastoralen Raumes Siegen, der 2020 an den Start gehen soll. In diesem noch zu bildenden Raum sind drei große neue Pfarreien angedacht: Siegen Süd, Siegen Mitte und Hüttental-Freudenberg. Die kath. Kirche an der Friedenshortstraße würde somit ihre Stellung als Pfarrkirche verlieren, im neuen Pastoralen Raum wird es nur noch einen Pfarrer geben. Lenz’ große Sorge: Im Falle einer Fusionierung würden viele Gemeindemitglieder in die Nachbargemeinden (etwa Kirchen, Niederfischbach, Wenden oder Hünsborn) abwandern und sich nicht nach Siegen orientieren, was zu einem Zerfall der Freudenberger Gemeinde führe. Keinesfalls versperre er sich einer Zusammenarbeit und einem guten Miteinander mit den Hüttentalern, „aber unsere Leute gehen eben nicht nach Weidenau“, ist sich Reinhard Lenz sicher: „Ich mache mir Sorgen um die Gemeinde.“

Wunsch nach Weiterentwicklung seiner Schwerpunkte

Trotz der unruhigen Zeiten für den Pastoralverbund wünscht sich Reinhard Lenz, dass die Schwerpunkte seiner Arbeit in Freudenberg fortgeführt und weiterentwickelt werden. „Die Gemeinde soll für alle da sein, auch für arme Menschen“, stellt der 61-Jährige klar und lobt dabei vor allem die Arbeit der Caritas. Die Freudenberger Ortschaften dürften nicht aus dem Blick geraten, der Arbeitskreis Dorfpastoral müsse wieder gestärkt werden. Vor Ort müsse es einen Ansprechpartner für die Freudenberger geben, den Personalreferenten des Erzbistums Paderborn habe er deshalb gebeten, wieder einen Seelsorger nach Freudenberg zu schicken, der das jetzt frei werdende Pfarrhaus beziehen könnte. „Es ist unbedingt wünschenswert, dass jeden Tag ein Gottesdienst in der Gemeinde gefeiert wird – eine Messfeier, eine Andacht, eine Anbetung oder was auch immer“, stellt Reinhard Lenz klar. Die Feierlichkeiten zu Fronleichnam seien ein „Highlight“ des Kirchenjahres und sollten seiner Meinung nach ebenso wie die Sternwallfahrt weitergeführt werden. Seine Begeisterung für das Radio Horeb, einen privaten, christlichen Sender, möchte Reinhard Lenz ebenfalls nicht verbergen: „Das ist immer eine Bereicherung“, es gebe viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.

"Der liebe Gott tut nichts wie fügen!"

„Es läuft und lebt“, ist sich Pfarrer Reinhard Lenz sicher, hofft aber, dass die Motivation der vielen Ehrenamtlichen in Freudenberg nicht von höherer Stelle zunichte gemacht werde. In einem Punkt ist sich der scheidende Geistliche indes ganz sicher: „Der liebe Gott tut nichts wie fügen!“, lächelt Reinhard Lenz: „Wenn man Gutes tut, dann hilft der liebe Gott auch.“

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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