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Niederndorf: War es ein Wolf oder ein großer Hund?
Acht Schafe mit Kehlbissen getötet

Der Bottenberger Schäfer sorgt sich um seine Tiere. Sollte ein Wolf seßhaft werden, sieht er massive Probleme auf sich zukommen, die er nicht meistern kann. Foto: mir
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  • Der Bottenberger Schäfer sorgt sich um seine Tiere. Sollte ein Wolf seßhaft werden, sieht er massive Probleme auf sich zukommen, die er nicht meistern kann. Foto: mir
  • hochgeladen von Michael Roth (Redakteur)

mir  Niederndorf/Freudenberg. Ein blutiges Drama hat sich vom 16. auf den 17. Mai in Niederndorf auf den Schafsweiden im Naturschutzgebiet Süsselberg ereignet. Acht tote Tiere beklagt Hobbyschäfer Christopher Ohrendorf. Sechs von ihnen waren schon tot, als er sie am Sonntag fand. Zwei Lämmer hatten so schwere Verletzungen, dass „es keine Rettung mehr gab, wir mussten sie erlösen“. Markant an der Sache: Alle Schafe hatten Kehlbisse, sie waren präzise in den Hals gebissen und getötet worden.

War es ein Wolf? Oder hat sich ein großer Hund an den Schafen vergriffen? Fragen über Fragen. In Schäferkreisen ging die Kunde um die acht getöteten Tiere sofort rund, Ohrendorf erhielt aus dem Nichts heraus viele Anrufe von besorgten Kollegen aus ganz Südwestfalen.

mir  Niederndorf/Freudenberg. Ein blutiges Drama hat sich vom 16. auf den 17. Mai in Niederndorf auf den Schafsweiden im Naturschutzgebiet Süsselberg ereignet. Acht tote Tiere beklagt Hobbyschäfer Christopher Ohrendorf. Sechs von ihnen waren schon tot, als er sie am Sonntag fand. Zwei Lämmer hatten so schwere Verletzungen, dass „es keine Rettung mehr gab, wir mussten sie erlösen“. Markant an der Sache: Alle Schafe hatten Kehlbisse, sie waren präzise in den Hals gebissen und getötet worden.

War es ein Wolf? Oder hat sich ein großer Hund an den Schafen vergriffen? Fragen über Fragen. In Schäferkreisen ging die Kunde um die acht getöteten Tiere sofort rund, Ohrendorf erhielt aus dem Nichts heraus viele Anrufe von besorgten Kollegen aus ganz Südwestfalen.

Von 28 Tieren sind 20 übrig

Am Abend des 16. Mai oder in der Nacht danach muss sich ein fürchterliches Gemetzel am Hang oberhalb der Schnellstraße zwischen Niederfischbach und Freudenberg abgespielt haben. 28 Schafe waren zu der Zeit auf den Wiesen, 20 sind übriggeblieben. Sie hinken zum Teil ungeschickt umher. Ein Indiz, dass sie gejagt worden sind.

Blutende Wunden am Hals, Köpfe verrenkt

Fotos der getöteten Tiere deuten darauf hin, die Schafe müssen gehetzt und anschließend muss ihnen gezielt in den Hals gebissen worden sein. Blutende Wunden und zur Seite verrenkte Köpfe sind zu sehen – kein Anblick für zarte Seelen. Zwei Tiere fanden sich erst am nächsten Tag tot im Gestrüpp am oberen Ende der eingezäunten und eigentlich gut gesicherten Weiden. Ein Schaf konnte tatsächlich flüchten: Es wurde später auf der anderen Hangseite in Niederndorf aufgegriffen – total verschüchtert.

Am Süsselberg bewirtschaftet Ohrendorf seit sechs Jahren zwei größere Wiesenflächen im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein, vertraglich geregelter Naturschutz. Zwischen den eingepferchten Flächen (plus Stacheldraht und stromführende Litzen) führt ein Weg hindurch, den Hundehalter gerne und oft benutzen. Auch beim SZ-Besuch am Mittwoch war das so. Damit die Schafe von oben nach unten wechseln können, gibt es eine Zaun-Öffnung. Durch die kann auch der „böse Wolf“ oder der bissige Hund gekommen sein.

LANUV-Wolfsberater aus Olpe hat Proben genommen

Wer hat zugebissen? Schäfer Ohrendorf hat am Sonntag, 17. Mai, sofort das für Nutztierrisse und Wolfsmanagement in NRW zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) alarmiert. In dessen Auftrag hat ein fachkundiger Wolfsberater, Marc Muckenhaupt (Forstamt Kurkölnisches Sauerland/Olpe), am Sonntagabend noch vor Ort die Spuren gesichert und alle erforderlichen Proben entnommen.

Wichtig: Innerhalb von 24 Stunden müssen die Tests veranlasst worden sein, um tatsächlich brauchbare Resultate zu erzielen. Fachlich wollte und durfte Muckenhaupt der SZ nichts verraten. Auch die Sachbearbeiterin und die Presseabteilung hielten sich zurück. Zumal es sich um ein sehr sensibles Verfahren handele, auch wegen möglicher Entschädigungszahlungen. Und: Es braucht Zeit, bis die Proben „ausgeprobt“ sind. Laut LANUV sollen drei Wochen plus X normal sein.

Schäfer Ohrendorf ist gespannt. Rund 1500 Euro Schaden hat er zu verkraften. Sollte ein Wolf die Schafe getötet haben, bekommt der Tierhalter aus Bottenberg Geld vom Land NRW. „Den Wolfsberater hat es auch gewundert, dass direkt soviele Schafe getötet worden sind“, sagt Ohrendorf im Rückblick.

Es gab Wolfssichtungen in Niederfischbach und Hünsborn

Die Existenz eines durchziehenden Wolfes will der Züchter nicht ausschließen. In der Gegend bei Niederfischbach habe der für den Süsselberg zuständige Jagdpächter vor zwei Jahren schon einen Wolf auf einer Wildkamera ausmachen können. Auch aus dem nahen Hünsborn sei die Sichtung eines Wolfes vermeldet worden, die Existenz einer Wölfin am Stegskopf ist bekannt.

Womöglich kommt doch ein Hund als Täter infrage. „Das muss aber schon ein großes Tier gewesen sein, mindestens von der Größe eines Schäferhundes“, glaubt Ohrendorf. Warum? Seine beiden getöteten Schwarzkopf-Mutterschafe schätzt er auf je 75 Kilo, die bringt kein kleiner Dackel zur Strecke. Und die sechs toten Jungtiere hatten immerhin noch jeweils 25 bis 30 Kilo Gewicht.

Wer hat freilaufende Hunde gesehen?

Der Hobbyschäfer hat Fragen an die Öffentlichkeit: Wer hat am Wochenende 16./17. Mai im Naturschutzgebiet Süsselberg bei Niederndorf freilaufende Hunde gesehen? Hinweise bitte sachlich und direkt an Christopher Ohrendorf in Bottenberg oder die SZ-Lokalredaktion.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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