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Kurz nach der Sanierung erste Mängel
Ärger an der Walpertalstraße

Auf den ersten Blick sieht die Walpertalstraße in Oberfischbach wie eine frisch ausgebaute Trasse aus – bei näherer Betrachtung zeigen sich jedoch erhebliche Mängel, optischer wie technischer Natur. Entsprechend verärgert sind die Anlieger, die die Maßnahme zu 90 Prozent mitfinanziert haben.
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  • Auf den ersten Blick sieht die Walpertalstraße in Oberfischbach wie eine frisch ausgebaute Trasse aus – bei näherer Betrachtung zeigen sich jedoch erhebliche Mängel, optischer wie technischer Natur. Entsprechend verärgert sind die Anlieger, die die Maßnahme zu 90 Prozent mitfinanziert haben.
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cs Oberfischbach. „Der Ausbau der Walpertalstraße/Waldstraße ist bis auf Restarbeiten abgeschlossen. Die Abnahme hat noch nicht stattgefunden.“ Kurz und prägnant teilte die Freudenberger Stadtverwaltung zur jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses den aktuellen Stand der Maßnahme in Oberfischbach mit. Wie berichtet, wurde hier ab Sommer 2018 auf einer Länge von rund 570 Metern der Bereich zwischen der Einmündung zur Schelder Straße und der Höhe des Hauses Waldstraße 70 rundherum erneuert. Das wollte Achim Loos (CDU) so nicht stehen lassen, verwies als sachkundiger Bürger auf erhebliche Mängel optischer wie technischer Natur – und forderte die Verwaltung dazu auf, bei dem ausführenden Unternehmen auf eine Behebung der Schäden zu pochen.

cs Oberfischbach. „Der Ausbau der Walpertalstraße/Waldstraße ist bis auf Restarbeiten abgeschlossen. Die Abnahme hat noch nicht stattgefunden.“ Kurz und prägnant teilte die Freudenberger Stadtverwaltung zur jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses den aktuellen Stand der Maßnahme in Oberfischbach mit. Wie berichtet, wurde hier ab Sommer 2018 auf einer Länge von rund 570 Metern der Bereich zwischen der Einmündung zur Schelder Straße und der Höhe des Hauses Waldstraße 70 rundherum erneuert. Das wollte Achim Loos (CDU) so nicht stehen lassen, verwies als sachkundiger Bürger auf erhebliche Mängel optischer wie technischer Natur – und forderte die Verwaltung dazu auf, bei dem ausführenden Unternehmen auf eine Behebung der Schäden zu pochen.

Die Liste der Mängel ist lang

Der SZ gegenüber verdeutlichte der Ortsvorsteher jetzt die Probleme der „neuen“ Walpertalstraße. Die Bord- und Randsteine etwa seien bereits jetzt marode. Tatsächlich stellt auch der Laie bei näherer Betrachtung eine dunkle Einfärbung des Materials fest, die auf Feuchtigkeit im Gestein hindeutet.

Die Bordsteine weisen eine dunkle Einfärbung auf.

Noch gravierender sei jedoch die Tatsache, dass die Asphaltdecke teilweise nicht komplett bis an den Rand der Trasse aufgebracht worden sei. Achim Loos: „Da könnte bereits im ersten Winter Feuchtigkeit eindringen und die Straße erheblich schädigen.“ Das sei den Anwohnern, die nach der Regelung des Baugesetzbuches 90 Prozent der gesamten Kosten tragen mussten, nicht zu vermitteln.

Hier erkennt man, dass die Asphaltdecke nicht ganz bis an den Rand aufgetragen wurde, sodass Feuchtigkeit eindringen kann.
  • Hier erkennt man, dass die Asphaltdecke nicht ganz bis an den Rand aufgetragen wurde, sodass Feuchtigkeit eindringen kann.
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Die Asphalt-Deckschicht habe darüber hinaus in vielen Bereichen schon jetzt erhebliche Schäden davongetragen, die das Bauunternehmen mit dem Aufbringen einer Porenfüllmasse habe beheben wollen – „Flickwerk also schon wenige Monate nach der Fertigstellung“, bemängelte Achim Loos, der darin zudem ein „erstes Entgegenkommen“ seitens der Stadtverwaltung befürchtet. Es gehe nicht darum, jemanden „in die Pfanne zu hauen“, stellte Achim Loos klar, das Rathaus könne es bei Straßenbaumaßnahmen kaum einmal jedem recht machen. Man hätte sich dennoch gewünscht, dass die Verwaltung in dieser Angelegenheit mehr Courage gezeigt hätte.

Lieblos hergerichtete Böschung

Zu den technischen Einwänden gesellen sich Mängel optischer Natur. Die Böschung unterhalb der Grundschule etwa sei nicht korrekt bis zu den neu gesetzten L-Steinen aufgefüllt worden, dort befinde sich zudem mehr Gestein und Schutt als brauchbarer Mutterboden. „Dem Hausmeister der Schule, der sich zur Pflege der Böschung bereit erklärt hat, wird so das Leben unnötig schwer gemacht“, kritisierte Achim Loos. Eine ansprechende Bepflanzung sei kaum möglich.

Mehr Gestein als brauchbarer Mutterboden: Die Böschung unterhalb der Grundschule lässt sich so kaum pflegen und ansehnlich gestalten.
  • Mehr Gestein als brauchbarer Mutterboden: Die Böschung unterhalb der Grundschule lässt sich so kaum pflegen und ansehnlich gestalten.
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"Wir haben das auf jeden Fall im Blick"

Die Stadtverwaltung kann den Ärger und die Einwände indes nachvollziehen, am Mórer Platz weiß man um die Mängel: „Wir haben das auf jeden Fall im Blick und versuchen, den gewünschten Zustand herzustellen“, versicherte Baudezernent Matthias Tanger auf SZ-Anfrage, dass man in jedem Fall Nachbesserungen einfordern werde. Dies sei jedoch „nicht ganz so einfach“, meinte Tanger weiter und nannte beispielhaft den Materialfehler der Bord- und Randsteine: „Alles wieder herauszureißen wäre sicher eine Methode, aber das ist von uns nicht gewünscht und sicher auch nicht im Sinne der Anlieger.“
Bestens verstehen könne er die Anwohner, die viel Geld für die Maßnahme bezahlt hätten und natürlich auch das optische Erscheinungsbild im Blick hätten: „Wir schauen mehr auf die technischen Gegebenheiten.“ Bewussten „Pfusch“ wollte der Baudezernent dem Bauunternehmen nicht unterstellen und verwies auf die schwierigen Einbaubedingungen.

Bau- und Verkehrsausschuss plant Ortstermin

Wie geht es nun weiter? Johannes Werthenbach (CDU) erklärte als Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses, dass in Kürze ein Termin für eine Ortsbesichtigung des Gremiums festgelegt werden solle. „Die Straße wurde für viel Geld ausgebaut und von den Anliegern mitfinanziert“, stellte Werthenbach fest: „Das sollte entsprechend vernünftig sein und auch optisch so hergerichtet werden, dass man sagen kann: ,Hier ist etwas Tolles entstanden.’“ Seitens der Stadtverwaltung müsse darauf geachtet werden, dass die Mängel behoben werden. Parallel dazu müsse ein enger Austausch mit der ausführenden Baufirma gewährleistet werden.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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