Gerätehäuser im Fokus
Alchen das "Sorgenkind"

Die ungünstige Lage zwischen Bühler Straße und Alche sorgt nicht nur für eine enorm prekäre Parkplatzsituation – ein anforderungsgerechter Umbau ist im Feuerwehrhaus Alchen grundsätzlich nicht umsetzbar.
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  • Die ungünstige Lage zwischen Bühler Straße und Alche sorgt nicht nur für eine enorm prekäre Parkplatzsituation – ein anforderungsgerechter Umbau ist im Feuerwehrhaus Alchen grundsätzlich nicht umsetzbar.
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cs Freudenberg. Wie ist es um die aktuell zehn Feuerwehrgerätehäuser im Freudenberger Stadtgebiet bestellt? Welche Gefährdungspotenziale müssen beseitigt werden, wo kann man vielleicht mit einfachen „Handgriffen“ eine positive Veränderung herbeiführen? Diesen Fragestellungen ging die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmedizinischen Zentrum Siegen (AMZ) sowie Vertretern der einzelnen Einheiten an. Ende des vergangenen sowie zu Beginn des laufenden Jahres nahm man alle Standorte genau  unter die Lupe. Vor rund fünf Jahren habe bereits eine Begehung der Gerätehäuser stattgefunden, die Ergebnisse seien in den Brandschutzbedarfsplan eingearbeitet worden, erläuterte Nicole Reschke in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie, Natur und Feuerschutz. „Wir müssen aber auch Gefährdungspotenziale erkennen“, erklärte die Bürgermeisterin den Grund für den neuerlichen „Rundumschlag“.

Gebäude insgesamt in einem guten Zustand

Insgesamt, so das Ergebnis der Untersuchung, stehe es um die Liegenschaften der Einheiten nicht schlecht. Verbesserungsbedarf bestehe dennoch in vielerlei Hinsicht. Im Bereich der sanitären Anlagen muss etwa die Möglichkeit der Geschlechtertrennung bestehen, was hinsichtlich der Toilettenanlagen inzwischen in allen Gerätehäusern gegeben ist. Ganz anders sieht es bei den Duschen aus: Hier weist lediglich der Standort Oberfischbach eine uneingeschränkte Trennung von „Männlein und Weiblein“ auf. In den Feuerwehrgerätehäusern Freudenberg, Mausbach, Oberheuslingen und Plittershagen sind zwar Duschen vorhanden, allerdings nicht nach Geschlechtern getrennt. Die Standorte Alchen, Büschergrund, Lindenberg, Niederndorf und Oberholzklau verfügen gar über keinerlei Duschmöglichkeiten.

"Müssen Duschen überall sein?"

„Müssen Duschen denn überall sein?“, fragte Ulrich Haas (SPD) nach. Uwe Saßmannshausen, Leiter der städtischen Feuerwehr, gab unumwunden zu: „Ich bin jetzt seit 41 Jahren bei der Feuerwehr, aber eine Dusche hat noch keiner gebraucht.“ Es sei jedoch Vorschrift, Duschen in den Gerätehäusern anzubieten und bei Neubauten würden diese selbstverständlich von Beginn an mit eingeplant.Gar nicht möglich für die Freudenberger Kameradinnen und Kameraden ist die sogenannte Schwarz-weiß-Trennung, also eine separate Lagerungsmöglichkeit für private Kleidung und Feuerwehruniform. „Kein Feuerwehrgerätehaus der Stadt Freudenberg verfügt über geeignete Sanitärräume zur Realisierung einer entsprechenden Kleidungstrennung“, heißt es in dem Bericht. Die Standorte Lindenberg, Oberheuslingen und Oberholzklau sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch Büschergrund, könnten durch Baumaßnahmen jedoch anforderungsgerecht umgebaut werden.

Einbau der Abgasabsauganlagen schreitet voran

Nach und nach erfolgt die Ausrüstung der Gerätehäuser mit Abgasabsauganlagen, über eine solche Vorrichtung verfügen aktuell nur Alchen, Büschergrund und Oberholzklau. „Hier sind wir aber dran“, erklärte Theo Gahlen, als Abteilungsleiter für das städtische Gebäude- und Liegenschaftsmanagement zuständig. Der Einbau einer Abgasabsauganlage in den Feuerwehrgerätehäusern Plittershagen und Oberheuslingen werde noch im Jahr 2019 erfolgen, Nachrüstungen von Absauganlagen in zwei weiteren Gerätehäusern seien für 2020 geplant.

Alchen ein "kritischer Standort"

Als „Sorgenkind“ unter den Feuerwehr-Standorten gilt indes jener in Alchen. Dass die Sicherheitsabstände in der Fahrzeughalle – wie an vielen anderen Standorten auch – nicht ausreichend ist, lässt sich verschmerzen. Der Standort zwischen Bühler Straße und Alche sorgt jedoch nicht nur für eine äußerst ungünstige Parkplatzsituation, anforderungsgerechte Umbauten werden durch die Lage unmöglich gemacht. Von einem „kritischen Standort“ sprach Theo Gahlen. Das würde auch auf das Gerätehaus in Freudenberg zutreffen, da der Neubau an der „Lohmühle“ jedoch unmittelbar bevorsteht, wurde diesem Standort bei der Betrachtung keine große Aufmerksamkeit mehr zuteil. Das gilt nicht für das Gebäude in Oberfischbach – dieses muss für die anstehende Zusammenlegung der Löschgruppen Niederndorf-Dirlenbach und Oberfischbach ertüchtigt werden.

"Man kann sich gerne in anderen Kommunen umschauen"

Insgesamt sei die Freiwillige Feuerwehr im Freudenberger Stadtgebiet gut und zukunftsorientiert aufgestellt. Zwar gebe es immer etwas zu verbessern, aber für allzu pessimistische Nörgler hatte Uwe Saßmannshausen einen guten Tipp parat: „Man kann sich gerne mal in anderen Kommunen des Kreises umsehen …“

Die ungünstige Lage zwischen Bühler Straße und Alche sorgt nicht nur für eine enorm prekäre Parkplatzsituation – ein anforderungsgerechter Umbau ist im Feuerwehrhaus Alchen grundsätzlich nicht umsetzbar.
„Zufriedenstellend“ sei der Gesamtzustand des Gebäudes in Oberfischbach, wie Stadtverwaltung, Feuerwehr und Arbeitsmedizinisches Zentrum feststellten. Für die sich anbahnende Zusammenführung der Löschgruppen Niederndorf-Dirlenbach und Oberfischbach besteht jedoch Optimierungsbedarf.
Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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