Alte Eisenstraße verband Regionen

Hans Ludwig Knau sprach über das Thema „Alte Eisenstraße“.  Foto: ARGE

sz Büschergrund. Zum Thema „Eisenstraße“ trafen sich jetzt die Freudenberger Ortsheimatpfleger und Vertreter der Heimatvereine im Büschergrunder Bürgerhaus. „Einmal im Jahr greifen wir ein regionalgeschichtliches Thema auf, das übergreifend für unsere Orte oder die Region von Bedeutung ist,“ erläuterte Bernd Brandemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Heimatvereine. Als Referent sprach Hans Ludwig Knau, Heimatforscher aus Kierspe, der im Mai für seine Recherchen zu diesem Thema den Förderpreis für Westfälische Landeskunde erhalten hatte.

Seine Ausführungen zur „Südwestfälischen Eisenstraße von Betzdorf bis Meinerzhagen“ fanden auch interessierte Zuhörer aus Betzdorf, Kirchen und Niederfischbach. Aktualität besitzt die Straßenforschung aus zwei Gründen: Die Eisenstraße soll sich als kulturtouristisches Angebot auf der industriekulturellen Plattform „WasserEisenLand“ bei der Regionale 2013 etablieren. Denn die Eisenstraße war bereits früher identitätsstiftend für die Region. Die Wirtschaft auf der Basis von Metall galt als Rückgrat der Region. Der Austausch von Rohstoffen, Halbzeug und Fertigprodukten, Techniktransfer wie die arbeitsteilige Entwicklung charakterisierte die Region zwischen dem „Siegenschen“ und dem märkischen Sauerland.

Zum anderen hatten Archäologen des Landschaftsverbandes im Bereich des neuen Freudenberger Gewerbegebietes Wilhelmshöhe in vier archäologischen Profilschnitten jeweils bis zu drei nebeneinander liegende Hohlwege freigelegt und dokumentiert. Dies sind unbefestigte Wegetrassen, die sich im Laufe der Jahre und Jahrhunderte durch ihre Benutzung immer tiefer in den Untergrund eingegraben haben. Sie sind damit ein Indiz für die lange Nutzungsdauer der alten Fernstraße, die auch als „Alte Eisenstraße“ bezeichnet wurde.

Dass dies aber nicht ein Teil der 1804 vom Preußischen Bergrat und Fabrikkommissarius Eversmann beschriebenen eigentlichen historischen Eisenstraße gewesen sei, verdeutliche Knau gleich zu Beginn seines Vortrages. Denn diese habe in der Region über Katzwinkel, Ebertseifen, Hassel, Dieterberg/Äpflebach, Busenbach, Altenhofen/Hohhäuschen, Wöllenbach, Engelshausen schließlich über Mausbach, Gerndorferhöhe, Hohenhain, Heiligenborn, Römershagen und dann weiter nach Heid geführt. Die befestigte Fortsetzung ab Drolshagen, bezeichnet als „Siegensche Chaussee“, sei die erste in Preußen fertiggestellte Kunststraße gewesen.

Jedenfalls hätten die hohe Qualität der Siegerländer Erze und die damals bedeutenden Rohstahl- und Reckhämmer für eine enge Beziehung sowohl mit dem Westerwald wie dem Bergischen Land und dem Sauerland gesorgt. Mit der alten Eisenstraße, so Knau, lasse sich die von der Natur erzwungene Arbeitsteilung und eine hohe Spezialisierung der Verarbeitungsprozesse belegen.Für die weitere Erforschung wünscht sich Knau, die Kräfte zu bündeln. Seine Erkenntnisse habe er zumeist durch Literatur- und Archivforschung erworben, unabdingbar sei aber die ergänzende Geländearbeit.Die Eisenstraße symbolisiert zugleich Tradition wie Innovation in unserer Region“, so Bernd Brandemann in seinem Dank an Hans Ludwig Knau, der mit seiner Grundlagenforschung wichtige Impulse gegeben habe.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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