Baden gehen oder nicht

pebe Freudenberg. Journalisten sollen ihre Artikel nicht mit dem Wort „eigentlich“ beginnen. In der ersten Sitzung des neuen Freudenberger Schul- und Sportausschusses aber gab es den Tagesordnungspunkt 7. „Eigentlich“ sollte darunter die „Konzeption der städtischen Bäder“ diskutiert werden. Doch es kam anders.

Die Verwaltung hatte zur Sitzung einen Überblick über den Stand der Diskussion vorgelegt. 2008 ergab sich danach Sanierungsbedarf im Hallenbad. Nachdem es ein Votum dafür gegeben habe, „grundsätzlich die Möglichkeit des Schwimmens unter Berücksichtigung des Schul- und Vereinssports“ zu erhalten, sei ein Bädergutachten in Auftrag gegeben worden. Dessen Ergebnis, kurz gefasst: Der Bundesfachverband Öffentliche Bäder empfahl den Bau eines Ganzjahresbades in der Gambach. Veranschlagte Kosten: 9,8 Mill. Euro.

Seitens der Stadt wurde im Juni vorigen Jahres im Entwurf zur städtebaulichen Rahmenplanung Stadtmitte Nord eine Variante vorgestellt, nach der das Freibad saniert und auf dem Gelände eine Schwimmhalle errichtet würde, so dass zu jeder Jahreszeit das Schwimmen möglich wäre und den Schulen ein Lehrschwimmbecken zur Verfügung stünde.

Bei der angehängten Übersicht über die Neukonzeption der Bäder werden mehrere Varianten genannt: Variante 1a sieht die Sanierung des Hallenbads im Schulzentrum vor, bezifferte Baukosten brutto 1 125 000 Euro. Variante 1b rechnet bei einer Sanierung des Freibads mit einer Summe von 1 175 000 Euro. Variante 2 schlägt eine Schwimmhalle, auf dem sanierten Freibad aufbauend, vor. Kosten hier: 2 275 000 Euro. und Variante 3 rechnet eine Überdachung des gesamten Freibadbeckens vor. Kosten inklusive Variante 1b hier: 2 475 000 Euro.

Die Schulträger müssten für den Schulsport entsprechende Möglichkeiten bereitstellen. Zwar böten sich beim Schwimmunterricht zuerst kommunale Bäder an, aber auch Kooperationen mit Nachbarkommunen seien möglich. Eine Auslagerung sei aber wegen der Auslastung der möglichen Hallenbäder in zumutbarer Entfernung nicht möglich und nähme nach Ansicht der Verwaltung auch zu viel Zeit in Anspruch. Die Transportmehrkosten seien ohne genaue Angaben nicht bezifferbar. Würde das Hallenbad geschlossen, so die Verwaltung, dann entstünden eventuell Rückzahlungsverpflichtungen für Bundes- und Landesmittel von mehr als 64 000 Euro.Angesichts der Haushaltsplanberatungen – die das Haushaltssicherungskonzept berücksichtigen müssen – machte der Ausschussvorsitzende Horst Fischer allerdings den Vorschlag, das Thema nur zur Kenntnis zu nehmen und am 17. März in der gemeinsamen Sitzung mit dem Bauausschuss erneut zu beraten. Er verwies auf das Grundsatzvotum des früheren Jugend-, Sport- und Sozialausschusses, Schwimmmöglichkeiten zu erhalten. Zuvor hatten Stadtsportverbandsvorsitzender Michael Weller und Schulrätin Ingrid Walder dafür plädiert, Schwimmmöglichkeiten in Freudenberg zu erhalten. „Schwimmen ist ein Stück Lebensversicherung“, betonten beide.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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