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Lärm-Brennpunkte im Freudenberger Stadtgebiet
Bahnhofstraße im Fokus

Wie kann die Verkehrssituation auf der Freudenberger Bahnhofstraße und vor allem die Lärmbelästigung für die Anwohner verbessert werden? Diese Frage bereitet Politik und Verwaltung Kopfzerbrechen, eine kurzfristige Verbesserung der Situation scheint derzeit kaum möglich.
  • Wie kann die Verkehrssituation auf der Freudenberger Bahnhofstraße und vor allem die Lärmbelästigung für die Anwohner verbessert werden? Diese Frage bereitet Politik und Verwaltung Kopfzerbrechen, eine kurzfristige Verbesserung der Situation scheint derzeit kaum möglich.
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cs Freudenberg. Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sind Kommunen dazu verpflichtet, einen sogenannten Lärmaktionsplan zu erstellen. Bereits vor gut einem Jahr war der Entwurf Thema im Stadtentwicklungsausschuss, nun rückte die Thematik erneut auf die Agenda der politischen Gremien. Ein Kölner Ingenieurbüro für Schall- und Schwingungstechnik hatte das Stadtgebiet genauer unter die Lupe genommen. Dabei wurden bekanntlich fünf Brennpunkte klassifiziert. Unangefochten auf Rang 1 steht die Bahnhofstraße, die durch das Zentrum führt.
Kurzfristige Besserung der Lage nicht absehbarEs folgen die Ortsdurchfahrt Niederndorf, die Siegener Straße in Lindenberg, die Ortsdurchfahrt Heisberg sowie die Olper Straße in Freudenberg.

cs Freudenberg. Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sind Kommunen dazu verpflichtet, einen sogenannten Lärmaktionsplan zu erstellen. Bereits vor gut einem Jahr war der Entwurf Thema im Stadtentwicklungsausschuss, nun rückte die Thematik erneut auf die Agenda der politischen Gremien. Ein Kölner Ingenieurbüro für Schall- und Schwingungstechnik hatte das Stadtgebiet genauer unter die Lupe genommen. Dabei wurden bekanntlich fünf Brennpunkte klassifiziert. Unangefochten auf Rang 1 steht die Bahnhofstraße, die durch das Zentrum führt.

Kurzfristige Besserung der Lage nicht absehbar

Es folgen die Ortsdurchfahrt Niederndorf, die Siegener Straße in Lindenberg, die Ortsdurchfahrt Heisberg sowie die Olper Straße in Freudenberg. Die Experten schreiben in ihrem über 60 Seiten starken Bericht, dass die Betroffenheit rund um die Bahnhofstraße am höchsten sei: „In den übrigen Brennpunkten treten zwar auch teils hohe Pegel auf, es sind jedoch deutlich weniger Einwohner betroffen.“ Mit einstimmigem Votum winkten der Umwelt- und der Stadtentwicklungsausschuss das Papier nun durch – dass sich in naher Zukunft an den Gegebenheiten etwas ändern wird, darf jedoch bezweifelt werden. Zu Beginn des Jahres lag der Entwurf öffentlich aus, Bürger hatten gut einen Monat Zeit, den Plan einzusehen und Anregungen abzugeben, ebenso Behörden und Träger öffentlicher Belange. „Der offengelegte Entwurf der Lärmaktionsplanung wurde entsprechend überarbeitet“, schreibt die Verwaltung, man empfehle der Politik, diese Fassung zu beschließen.Aus der Gegenüberstellung der verschiedenen Anregungen und der jeweiligen Antworten aus dem Rathaus lässt sich ablesen, dass die Möglichkeiten zu einer Verbesserung der Situation arg begrenzt sind.

Straßen NRW lehnt Temporeduzierung ab

Dass laut des Gutachtens lediglich die Förderung des Einbaus von Lärmschutzfenstern in den Gebäuden an der Bahnhofstraße in Betracht kommt, kritisiert etwa der NABU-Kreisverband. Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone solle aber zumindest beantragt werden. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Bahnhofstraße gegenwärtig bei nur 42 km/h liege, außerdem lehne Straßen NRW eine Geschwindigkeitsreduzierung ab. „Unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt wird daher davon abgesehen, einen Antrag auf Einrichtung einer Tempo 30-Zone zu stellen“, lautet das knappe Fazit. Auch der immer wieder ins Spiel gebrachte Einsatz von lärmminderndem Asphalt sei aus Kostengründen kaum umsetzbar, außerdem wirke dieser erst ab Geschwindigkeiten von 60 km/h.

Fahrverbote für Schwerlastverkehr kommen nicht infrage

Auch Privatpersonen meldeten sich zu Wort, angeregt wird etwa ein Durchfahr- oder Nachtfahrverbot für den Schwerlastverkehr. Die Stadtverwaltung winkt ab: Bei der Bahnhofstraße handele es sich um eine klassifizierte Straße, eine solche Regelung werde daher rechtlich nicht durchsetzbar sein. Außerdem habe die Stadt Freudenberg an einem Durchfahrverbot keinerlei Interesse, da die Bahnhofstraße unter anderem Industriegebiete in Richtung Asdorf anbinde und der Schwerlastverkehr große Umwege in Kauf nehmen müsse, was ohnehin lediglich zu einer Verlagerung des Lärmproblems führen würde.

Kreisverkehr zur Krottorfer Straße scheint ausgeschlossen

Immer wieder ein Thema: Der Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung zur Krottorfer Straße. Aufgrund der Nähe zur Weibe und zu den Wohnhäusern auf der gegenüberliegenden Seite sei der Bereich jedoch zu eng, erklärt die Verwaltung: „Die Anlegung eines Minikreisverkehrs mit überfahrbarer Mittelinsel würde die Lärmbelastung eher vergrößern als verringern.“
Der einzige Hoffnungsschimmer scheint derzeit die mögliche Umrüstung auf eine digitale Ampelschaltung zu sein, die gegenwärtig geprüft werde.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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