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Anwohner in Büschergrund wehren sich
Buslinie R37 sorgt für Zoff

Die Linienführung der R 37 in Büschergrund sorgt für Streit.

cs Büschergrund. In der Vergangenheit habe es kaum ein Thema gegeben, das in den politischen Gremien derart kontrovers diskutiert worden sei, stellte Karl-Heinz Moser (SPD) in der jüngsten Sitzung des Freudenberger Bau- und Verkehrsausschusses fest. Tatsächlich schlägt die Linienwegsführung der Buslinie R 37 in Büschergrund hohe Wellen. Kern der Auseinandersetzung: Sollen die Busse durch das Wohngebiet – betroffen sind die Bruchstraße, der Fichtenweg, die Alte Kölner Straße, der Hammerweg, „Am Eicher Hang“, „Zur Gambachshöhe“ sowie die Fließenhardtstraße – oder über die Olper Straße geführt werden? Widerstand kommt vor allem von den Anwohnern, die über eine massive Belastung durch die Busse klagen, die ihrer Meinung nach zudem kaum genutzt würden.

cs Büschergrund. In der Vergangenheit habe es kaum ein Thema gegeben, das in den politischen Gremien derart kontrovers diskutiert worden sei, stellte Karl-Heinz Moser (SPD) in der jüngsten Sitzung des Freudenberger Bau- und Verkehrsausschusses fest. Tatsächlich schlägt die Linienwegsführung der Buslinie R 37 in Büschergrund hohe Wellen. Kern der Auseinandersetzung: Sollen die Busse durch das Wohngebiet – betroffen sind die Bruchstraße, der Fichtenweg, die Alte Kölner Straße, der Hammerweg, „Am Eicher Hang“, „Zur Gambachshöhe“ sowie die Fließenhardtstraße – oder über die Olper Straße geführt werden? Widerstand kommt vor allem von den Anwohnern, die über eine massive Belastung durch die Busse klagen, die ihrer Meinung nach zudem kaum genutzt würden.
Im wahrsten Sinne des Wortes nimmt die Angelegenheit nun akut an Fahrt auf, denn die im Sommer 2018 begonnene zweijährige Testphase der neuen Linienwegsführung durch das Wohngebiet Fließenhardt/Eichen neigt sich ihrem Ende entgegen. Ab dem 12. August, dem ersten Tag nach den Sommerferien, soll bereits eine finale Lösung greifen.

Der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) schlägt eine stündliche Bedienung des Wohngebietes während der Stoßzeiten (morgens in Richtung Siegen, nachmittags in Richtung Freudenberg) und außerhalb dieser Zeiten eine sich abwechselnde Bedienung des Wohngebietes bzw. der Olper Straße vor. Dass die Busse zwingend durch die engen Nebenstraßen geführt werden müssen, daran lässt der ZWS keinen Zweifel. Die Fußwege zu den Haltestellen an der Olper Straße seien bis zu einem Kilometer lang, „das haben wir so nirgends im Kreisgebiet – selbst im dünn besiedelten Wittgenstein gibt es das nicht“, stellte Christian Kniep in der Sitzung des Ausschusses fest.

Der Freudenberger Stadtverwaltung schwebt vor, den Busverkehr über den Fichtenweg, die Alte Kölner Straße und die Hermann-Vomhof-Straße zur Haltestelle „Schulzentrum“ und von dort zurück über die Bruch- und Triftstraße zur Olper Straße zu leiten. „Bei diesem Linienweg werden die Haltestellen an der Olper Straße in beide Fahrtrichtungen wieder angedient, das Wohngebiet zwischen der Alten Kölner Straße und der Fließenhardstraße hingegen nicht mehr“, führt die Verwaltung aus. So würden die Anregungen der Anlieger bezüglich des Lärms aufgegriffen. Ein weiterer Vorteil sei, dass keine neuen Haltestellen angelegt werden müssten. Pikant: Ausdrücklich weist die Verwaltung darauf hin, „dass die Straßen in dem Wohngebiet nicht für die täglichen Belastungen durch die Linienbusse ausgelegt sind und nicht über den notwendigen Asphalt-Oberbau verfügen“.

In der lokalen Politik entwickelt sich das Thema zum Zankapfel. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung lehnte der Ausschuss mit deutlicher Mehrheit ab. Während sich die SPD für die Beibehaltung der neuen Linienführung ausspricht, plädiert die CDU für eine erneute Bürgerbefragung – und setzte sich damit in der Ausschusssitzung durch.
Am Montag bestätigte Baudezernent Matthias Tanger, dass die Befragung der Anwohner bereits angelaufen sei, entsprechende Fragebögen wurden am Dienstag verteilt. „Die ZWS-Verbandsversammlung will am 1. April über die zukünftige Linienführung beraten. Damit zu diesem Zeitpunkt eine Stellungnahme der Stadt Freudenberg zu den Planungen der ZWS vorliegt, würden wir die geänderte Linienführung gerne in der nächsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am 24. März erneut thematisieren, dann mit den Ergebnissen der mehrheitlich gewünschten Bürgerbefragung“, führte Tanger auf SZ-Anfrage aus.

Die frisch ins Leben gerufene Bürgerinitiative „Bürgerbus statt Linienbus“
lehnt Linienbusse im Wohngebiet grundsätzlich ab. In einem umfangreichen Textdokument legen die Organisatoren zahlreiche Argumente und Berechnungen vor, verweisen etwa auf die aus ihrer Sicht geringe Nutzung der Busse – aus den von der Verwaltung gelieferten Zahlen lasse sich ein Durchschnitt von nur drei Personen pro Bus (bei 40 Bussen pro Tag) berechnen. Und: Nach eigenen Berechnungen wirke sich die Fortsetzung des Betriebs der R 37 durch das Wohngebiet sogar kontraproduktiv auf die CO2-Ziele der Stadt aus. Schikanen sowie nur einspurig passierbare Stellen sprächen darüber hinaus deutlich gegen Busverkehr im Wohngebiet.
Die Bürgerinitiative fordert eine Rückverlegung der R 37 auf die alte Trasse an der Olper Straße und die Einrichtung eines Bürgerbusses als Zubringer zur Haltestelle Olper Straße/Weibeweg. Vom Vorgehen insgesamt zeigte sich Reinhard Knetsch, einer der Initiatoren, enttäuscht. Von Volksvertretern könne man doch verlangen, dass sie sich Gedanken machten, bevor sie Meinungen propagierten. Im Ausschuss selbst habe man einen Austausch der Argumente erwartet, stattdessen seien vorgefertigte Statements diskutiert worden. „Das war für uns als Zuhörer verblüffend und enttäuschend.“

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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