Alchen feiert 675-jähriges Bestehen
Dickes Plus für die Zukunft

Dieses Archivbild zeigt Alchen um das Jahr 1959. Bis zur Gegenwart, in Kürze stehen die Feierlichkeiten zum 675-jährigen Bestehen an, hat sich der Freudenberger Ortsteil zu einem Dorf mit hohem Wohn- und Lebenswert entwickelt.
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  • Dieses Archivbild zeigt Alchen um das Jahr 1959. Bis zur Gegenwart, in Kürze stehen die Feierlichkeiten zum 675-jährigen Bestehen an, hat sich der Freudenberger Ortsteil zu einem Dorf mit hohem Wohn- und Lebenswert entwickelt.
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

cs Alchen. „Alchens Entwicklung macht ,Sprung nach vorn’“. So titelte die Siegener Zeitung in ihrer Ausgabe vom 18. Juli 1967. Zwar seien die Tage als selbstständige und viertgrößte Gemeinde im Amt Freudenberg – zwei Jahre später stand bekanntermaßen die Eingemeindung an – gezählt, mit den vier Bebauungsgebieten „Elschetal“, „In den Talen“, „Mertenseifen“ und „An der Alche“ setzte sich das damals rund 1000 Einwohner zählende Dorf jedoch das Ziel, in den kommenden Jahren kräftig wachsen zu wollen. Heute weiß man, dass dieses ehrgeizige Vorhaben gelang. Aktuell (Stand: 31. Dezember 2018) nennen 1835 Menschen den Ort im östlichen Stadtgebiet von Freudenberg ihr Zuhause. Die „Öalcher“ laden vom 4. bis 7. Juli in ihre Heimat ein: Dann feiert Alchen sein 675-jähriges Bestehen mit bunten und lebhaften Festtagen. Das Programm stellt die SZ ausführlich vor – an dieser Stelle soll ein Blick in den Rückspiegel geworfen werden.

Alchen deutlich länger besiedelt

Dass Alchen deutlich länger als 675 Jahre besiedelt sein dürfte und die Historie des Dorfes wesentlich länger zurückreicht, liegt auf der Hand. Vor über 2000 Jahren bauten Eisenhüttenleute im „Fahrtenseifen“ und an der „Mommelsgrube“ einen Schmelzofen auf, recherchierten die Chronisten für die Texte der Festschrift, die für kleines Geld im örtlichen Einzelhandel und bei den Vereinen zu erwerben ist. Archäologen fanden einst bei Ausgrabungen entsprechende Spuren. Ob Alchen seitdem bewohnt blieb, lässt sich nicht sicher rekonstruieren. Fest steht: 1344 wurde das Dorf im Bickener Mannbuch erstmals urkundlich erwähnt. Einer Steuerliste aus dem Jahr 1461 lässt sich entnehmen, dass in Alchen seinerzeit sieben bis neun Häuser standen, die von rund 50 Menschen bewohnt wurden. In den folgenden Jahrzehnten erlebte die Siegerländer Eisenindustrie einen starken Aufstieg, von dem auch Alchen profitierte. 1563 lebten 122 Menschen in dem Dorf, die Anzahl der Häuser hatte sich mehr als verdoppelt.

Rückschlag zu Beginn des 17. Jahrhunderts

Warum die Anzahl der Bewohner bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts fast wieder auf den Stand von 1461 zurückfiel, lässt sich bis heute nicht mit Sicherheit sagen. Bis 1690 erholte sich die Ortschaft jedenfalls langsam aber sicher von diesem Rückschlag.Einen Einschnitt brachte das Jahr 1718 und die Neuordnung der Hauberge mit sich. Diese nutzten die Alcher für den Anbau von Korn und die Gewinnung von Eichenrinde für die Gerbereien. Die Felder wurden in immer schmalere Streifen zerlegt, die Alchener Bauern gerieten in die Enge, fanden jedoch einen Ausweg in der Weberei – auch deswegen, weil in Siegen zu dieser Zeit Fabriken für Schürzenstoffe aus dem Boden sprossen, die die Alchener Stoffe abnahmen. Diese Ära neigte sich 1850 dem Ende entgegen, die findigen Alchener wandten sich nun dem Bergbau zu. Die in Alchen um 1884 in Betrieb genommene „Hermannszeche“ (im Bereich der heutigen Grillhütte) enttäuschte jedoch und brachte nie nachhaltige Erzmengen zutage, sodass die Alchener Männer in Gosenbach und später in der Neuen Haardt in Weidenau Arbeit suchten. Nach dem Ersten Weltkrieg wandten sie sich der Arbeit in Fabriken von Siegen bis Eichen zu, nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges schritt die Entwicklung in Alchen stetig voran.

Positive "Schlaglichter" der vergangenen Jahrzehnte

Die anfangs angesprochene Erschließung neuer Baugebiete, die Errichtung des Feuerwehrgerätehauses (1962 bis 1964), die Anlage des Sportplatzes (1966), der Bau eines neuen Friedhofes (1968 bis 1971), der Bau der Turnhalle (1978) oder der Schulneubau (1982), um an dieser Stelle nur einige historische „Schlaglichter“ zu nennen: In den vergangenen Jahrzehnten legte der Freudenberger Ortsteil durch viele Projekte den Grundstein für ein Dorf mit hohem Wohnwert, der Alchen im Jubiläumsjahr 2019 ohne Frage auszeichnet. Als Treffpunkt für die Bürger dient natürlich der „Öalcher Backes“, der nach zweijähriger Bauzeit im Oktober 1998 in Betrieb genommen und in der Folgezeit durch weitere Investitionen stetig aufgewertet wurde.

Hinter der 675 steht ein dickes Plus

Hinter die Zahl 675 setzen die Alchener in ihrem Jubeljahr übrigens ein ganz dickes Plus. Die Erfolgsgeschichte des Ortes soll fortgeschrieben werden, das Dorf peilt für das kommende Jahr eine Teilnahme am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ an. Auf Initiative des Heimat- und Verschönerungsvereins bildete sich bereits eine Projektgruppe, die sich in Arbeitsgruppen verschiedenen Aufgabenfeldern annimmt. Viele kleine Schritte wurden in den vergangenen Wochen bereits sichtbar, zahlreiche Arbeiten und Ideen laufen im Hintergrund. Viel Zeit zum Durchschnaufen dürfte den Alchenern nach dem großen Jubiläums-Trubel also nicht bleiben.

Alchen als Dorf mit Zukunft

Die Aufgaben der Zukunft dürften die „Öalcher“ dennoch voller Tatendrang angehen. Schon heute zeichnet sich das Dorf, die Großstadt Siegen ist verkehrstechnisch günstig und schnell zu erreichen, durch eine hohe Lebensqualität aus: Grundschule und Kindergarten sind ebenso vor Ort wie Bäckerei, Metzgerei und Getränkehandel. Die Nähe zum Naturschutzgebiet Trupbacher Heide runden die Pluspunkte Alchens ab. Diese hat sich das Dorf in den vergangenen 675 Jahren erarbeitet – viele weitere dürften in der Zukunft folgen.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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