Ein »Muss« für alle Heimatfreunde

»Freudenberg – Beiträge zur Geschichte der Stadt und des früheren Amtes« vorgestellt

fr Freudenberg. »Es ist da, es ist rechtzeitig fertig«, freute sich gestern Bürgermeister Eckhard Günther bei der Vorstellung des Buches »Freudenberg – Beiträge zur Geschichte der Stadt und des früheren Amtes« im »passenden Ambiente«, der Villa Bubenzer. Hintergrund: Im Jahr 1999 regten die Stadt und die Arbeitsgemeinschaft der Heimatvereine und des SGV an, zum Stadtjubiläum 2006 eine neue Geschichte der Stadt Freudenberg zu erstellen. Dieser Aufgabe hat sich die damals neu ins Leben gerufene »Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Geschichte« angenommen und legt nun das 592 Seiten starke Werk mit zahlreichen Abbildungen vor, das dank zahlreicher Sponsoren nur 36,80 Euro kostet. Herausgegeben wird es in einer Auflage von 1000 Exemplaren von Pfarrer i.R. Bernd Steinseifer in der Reihe »Beiträge zur Geschichte der Stadt Siegen und des Siegerlandes« des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins ––gedruckt in gewohnter Vorländer-Qualität und erschienen im Verlag »die wielandschmiede« Kreuztal.

Wie Günther weiter ausführte, hätten die Beteiligten »sehr viel investiert, auch Widerstände gebrochen, sind manchem auf den Senkel gegangen, um Details zusammen zu bekommen. Sie können heute den Erfolg in gebundener Form vor sich sehen.« Der Bürgermeister: »Es ist geschafft, aber es hätte noch viel umfangreicher werden können. 550 Jahre Stadtgeschichte in 600 Seiten zu fassen, ist aber schon viel. Ich bin froh, dass wir das im Jubiläumsjahr hinbekommen haben.«

Steinseifer, der »federführend die Fäden in der Hand hielt«, blickte auf die Entstehungsgeschichte zurück. Kenner der Freudenberger Geschichte – viele Spezialisten auf bestimmten Sachgebieten – hätten sich zusammengefunden, »die meisten sind bei der Stange geblieben«. Stets habe der Wunsch im Mittelpunkt gestanden, dass ein Buch erarbeitet werden sollte, in dem »ein größerer Bereich einbezogen werden sollte, dass am Ende jeder Stadtteil und jeder Teil des früheren Amtes enthalten sein sollte.« Für die Zukunft wünschte sich Steinseifer, dass der Kreis der Heimatfreunde »ohne die Hektik der letzten Zeit« zusammenbleibe, »es gibt weiterhin viel zu erarbeiten. Der Defizite sind noch genug, wir werden nicht arbeitslos.« Und: »Es wäre schön, wenn gelegentlich Jüngere dazustoßen würden.«

In insgesamt acht Kapiteln werden in dem Werk wichtige Ereignisse und Entwicklungen der Geschichte der jetzigen Stadt und des früheren Amtes Freudenberg dargestellt. In Kapitel 1 »Vor- und Frühgeschichte, Bodenfunde« stellt der langjährige Bodendenkmalpfleger der Stadt, Karl-Wilhelm Stahl, die (wenigen) bekannten Daten zur allerältesten Zeit zusammen und berichtet von den Bodenfunden, vor allem in Freudenberg selbst, und ordnet sie geschichtlich ein; Bilder von Fundstücken illustrieren die Darstellung.

Im Kapitel 2 »Der Freudenberger Raum im Mittelalter (11. Jahrhundert bis 1516) präsentiert und kommentiert Bernd Steinseifer die zunächst wenigen und dann, gegen Ende des Mittelalters, zahlreicheren schriftlichen Quellen, die den Freudenberger Raum betreffen. Die wichtigsten Urkunden werden im vollen Wortlaut wiedergegeben, darunter die nur noch in Abschriften erhaltene vom 7. November 1456, an der sich die Freudenberger Jubiläumsfeiern ausrichten.

Ähnlich ausführlich wertet Bernd Steinseifer im 3. Kapitel »Amt und Gericht Freudenberg in der frühen Neuzeit (1516-1606/07)« die Quellen aus, wobei die Siegener Renteirechnungen dieses Zeitraums vor allem zu Wort kommen. Dabei ist hier, wie im vorhergehenden Kapitel, ein eigener Abschnitt dem Freudenberger Schloss gewidmet, das heute nicht mehr existiert. Die neuere Geschichte bis zum Ende des alten Amtes wird in Kapitel 4 »Aus der Geschichte Freudenbergs in der Neuzeit (1606/07-1968)« von Bernd Steinseifer und Burkhard Leidig in knappen Überblicken dargeboten, das 19. Jahrhundert in einer chronologischen Tabelle; wichtige Einzelereignisse wie der zweite Freudenberger Brand von 1666, die Privilegienbestätigung des Fürsten Wilhelm Moritz für Freudenberg von 1687 und der berühmte Kriegskassenraub von 1796 werden etwas ausführlicher behandelt. Einen Überblick über Geschichte und gegenwärtige Situation der jetzigen Stadt Freudenberg steuert der frühere Stadtdirektor Jürgen Sawahn im Kapitel 5 bei: »Die heutige Stadt Freudenberg (1969- 2006)«

Im Kapitel 6 »Kirchengeschichte« gibt Bernd Steinseifer einen ausführlichen Überblick über die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Freudenberg sowie einen kürzeren Abriss der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinden Oberholzklau und Oberfischbach; Burkhard Leidig stellt die Geschichte der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien dar, Hans Fünfsinn diejenige der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Freudenberg in Büschergrund. Kapitel 7 bietet die Verkehrsgeschichte; Thomas Grümbel stellt erstmals die Historie der Straßen und des Straßenverkehrs sowie die ––inzwischen abgeschlossene ––Geschichte des Bahnverkehrs dar.

Das Kapitel 8 »Ortsgeschichten« enthält zu jedem Stadtteil und zu jedem früher zum Amt Freudenberg gehörenden Ort eine kurze Ortschronik, verfasst von den jeweils Kundigen der einzelnen Orte. Das Quellen- und Literaturverzeichnis von Gerhard Moisel, das eine einigermaßen erschöpfende Freudenberg-Bibliographie bietet, sowie der umfangreiche Anmerkungsteil schließen den Band ab.

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