»Einfach nicht derselbe Gott«

Diözesanbeauftragter Dr. Aloys Butzkamm über den Islam

sz Freudenberg. Die »Herausforderung Islam« stand im Mittelpunkt eines Vortrags- und Gesprächsabends, zu dem jetzt die katholische St.-Marien-Gemeinde ins Gemeindehaus eingeladen hatte. Als Referent war Pfarrer Dr. Aloys Butzkamm, Diözesanbeauftragter für Islamfragen, aus Witten angereist.

Bevor man kritische Fragen stelle, müsse man ausreichend über den islamischen Glauben informiert sein, stellte Butzkamm einleitend fest. So ging er in einem ersten Teil des Vortrags, laut Pressemitteilung, auf das Leben des Propheten Mohammed ein, erklärte die Bedeutung der Moschee und die Beziehung eines gläubigen Moslems zum Koran, aber auch Unterschiede zum christlichen Schriftverständnis: Der moslemische Glaube gehe davon aus, dass der Koran Mohammed Wort für Wort von Gott diktiert worden sei. Dagegen werde die Bibel von der Mehrheit der Christen als Schrift verstanden, die zwar Gottes Wort enthalte, aber von Menschen gestaltet und niedergeschrieben worden sei.

Nicht nur das Schriftverständnis, auch das Bild eines leidenden Gottes sähen die Religionen unterschiedlich: So sei im Koran die Kreuzigung Jesu nicht anerkannt. Es dürfe nicht sein, dass Gott seinen Gesandten »im Stich« lasse und sich bis zum bittersten Ende auf seine Schöpfung einlasse, um im tiefsten Leid den Menschen nahe zu sein. Butzkamm: »Es ist einfach nicht derselbe Gott, an den wir glauben.«

In einer anschließenden Fragerunde waren der Irak-Krieg und »terroristische Islamisten« Themen. Butzkamm: »Laut Koran darf es keine Gewalt im Namen Gottes geben.« Von daher seien Bezeichnungen wie »islamischer Terrorist« nicht korrekt und sollten nicht verwendet werden. Wenn man über den israelisch-palästinensischen Konflikt rede, solle man stattdessen von »palästinensischen Kämpfern« sprechen. Ansonsten entstehe ein falsches Bild vom islamischen Glauben.

Gefragt wurde der Islamexperte auch zu dem aktuellen Fall der 35-jährigen Nigerianerin Amina Lawal, die wegen Ehebruchs durch ein Scharia-Gericht zum Tode durch Steinigung verurteilt wurde. Das Urteil soll Anfang des kommenden Jahres vollstreckt werden, wenn ihr Kind eineinhalb Jahre alt ist. Zurzeit werden Unterschriften gesammelt, um dies zu verhindern. Butzkamm musste zugeben, dass ein solches Urteil leider im Sinne des Korans sei. Nicht alle Fragen konnten an diesem Abend beantwortet werden. Die Zeit war einfach zu knapp. Der Islam bleibt also ein Thema, das auf den Nägeln brennt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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