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Varianten für Neubau in Freudenberg vorgestellt
Erste Pläne für neues Hallenbad

Auf der Wiese oberhalb des Freudenberger Freibades könnte eine neue Schwimmhalle entstehen. Der Politik wurden jetzt erstmals konkrete Überlegungen für den möglichen Neubau vorgestellt.
  • Auf der Wiese oberhalb des Freudenberger Freibades könnte eine neue Schwimmhalle entstehen. Der Politik wurden jetzt erstmals konkrete Überlegungen für den möglichen Neubau vorgestellt.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

cs Freudenberg. Im September 2018 stellte die Freudenberger Verwaltungsspitze die Pläne für ein neues Hallenbad in der Gambach vor (die SZ berichtete), jetzt wurde es erstmals konkret. In gemeinsamer Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport, Familie und Soziales sowie des Bau- und Verkehrsausschusses stellte Reinhardt Eule vom Planteam Ruhr seine Überlegungen vor, die allerdings noch in den Kinderschuhen stecken. Stadtkämmerer Julian Lütz unterstrich, dass der Neubau nur mit Fördermitteln zu realisieren sein werde, Karl-Heinz Moser (SPD) bekräftigte indes den politischen Willen für ein Ganzjahresschwimmen in Freudenberg: „Wir alle stehen dahinter. Man muss auch mal spinnen können.

cs Freudenberg. Im September 2018 stellte die Freudenberger Verwaltungsspitze die Pläne für ein neues Hallenbad in der Gambach vor (die SZ berichtete), jetzt wurde es erstmals konkret. In gemeinsamer Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport, Familie und Soziales sowie des Bau- und Verkehrsausschusses stellte Reinhardt Eule vom Planteam Ruhr seine Überlegungen vor, die allerdings noch in den Kinderschuhen stecken. Stadtkämmerer Julian Lütz unterstrich, dass der Neubau nur mit Fördermitteln zu realisieren sein werde, Karl-Heinz Moser (SPD) bekräftigte indes den politischen Willen für ein Ganzjahresschwimmen in Freudenberg: „Wir alle stehen dahinter. Man muss auch mal spinnen können.“

Zwei Varianten stehen zur Auswahl

Erst vor etwa vier Wochen habe er den Auftrag aus dem Freudenberger Rathaus erhalten, erklärte Reinhardt Eule gleich zu Beginn seines Vortrages, dass noch keine Zeit für tiefergehende Überlegungen oder etwa die Erstellung eines konkreten Grundrisses war. Dennoch: Die Fakten, die der erfahrene Fachmann (das Gelsenkirchener Architektenbüro baut derzeit fünf Bäder im gesamten Bundesgebiet) lieferte, vermittelten einen durchaus handfesten Eindruck von dem, was in der Gambach bald geschehe könnte. Zwei Möglichkeiten stellte der Architekt vor:

  • Variante 1 sieht ein 8 mal 20 Meter messendes Nichtschwimmerbecken (vier Bahnen à 2 Meter Breite, Wasserfläche 160 Quadratmeter) mit einer Wassertiefe zwischen 0,80 und 1,35 Meter vor. Kostenpunkt: Rund 5,3 Mill. Euro netto. Falls diese Variante um ein Kinderplanschbecken erweitert werden sollte, würden sich die Gesamtkosten auf etwa 6,2 Mill. Euro erhöhen.
  • Nach den Planungen von Variante 2 würde ein 10 mal 25 Meter messendes Schwimmerbecken (vier Bahnen à 2,50 Meter Breite, Wasserfläche 250 Quadratmeter) realisiert werden. Hierfür würden rund 6 Mill. Euro netto fällig, im Paket mit Kinderplanschbecken rund 6,7 Mill. Euro. Beide Varianten sehen übrigens ein gefliestes Becken vor, „eine Folienauskleidung würde Minderkosten von etwa 50 000 bis 75 000 Euro bedeuten“, erklärte Eule. 

Eine Summe, die angesichts der Gesamtinvestition zu vernachlässigen sein dürfte – anders als die laufenden Betriebskosten. Etwa 150 000 Euro im Jahr müsse man dafür veranschlagen, wagte Reinhardt Eule eine vorsichtige Prognose: „Nageln Sie mich nicht darauf fest!“ Julian Lütz berichtete in diesem Zusammenhang, dass der Freibadbetrieb mit einem jährlichen Defizit von etwa 80.000 bis 100.000 Euro zu Buche schlage, „ein Hallenbad wird da deutlich drüber liegen“. Die Bauzeit veranschlagte Reinhardt Eule mit rund anderthalb Jahren, der Freibadbetrieb müsste in dieser Zeit nicht eingeschränkt werden.

Schwimmhalle soll auf der Wiese oberhalb des Technikraumes entstehen

„Da sind noch einige Punkte, die genauer betrachtet werden müssen“, fasste der Architekt zusammen, aber an diesen Zahlen könne man sich in jedem Fall orientieren. Als Fläche für den möglichen Neubau komme die Wiese oberhalb des jetzigen Freibad-Technikraums infrage, ein Zugang aus dem Bereich des Freibades selbst sei aufgrund des Höhenversprungs nur schwer zu realisieren. „So würde der Haupteingang auch aus Gründen der Barrierefreiheit zum Parkplatz hin entstehen“, erläuterte der Badplaner. Die neue Schwimmhalle könne die bestehende Technik des Freibades durchaus mitnutzen, führte Eule aus – gleichzeitig könne man beide Schwimmbäder jedoch nicht betreiben. Die Umschlusszeit betrage rund eine Woche, wolle man die Technik für eine zeitgleiche Nutzung der beiden Anlagen aufrüsten, müsse man mit zusätzlichen Kosten von etwa 250 000 Euro rechnen. Reinhardt Eule: „Das Konzept sieht einen Betrieb des Freibades im Sommer und eine Öffnung des Hallenbades in den Wintermonaten vor.“

Bad soll auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein

In erster Linie soll das neue Hallenbad von den Schulen genutzt werden, Vereine und die Öffentlichkeit (Reinhardt Eule: „Ein Kinderplanschbecken und Schwimmerbecken macht es für die Bürger deutlich attraktiver“) können sich ebenfalls ins kühle Nass stürzen. Bürgermeisterin Nicole Reschke erinnerte daran, dass Kommunen verpflichtet seien, ein Schulschwimmen anzubieten, derzeit fielen jährlich 28 400 Euro für das Angebot außerhalb der Stadtgrenzen an, weil die Kinder zu umliegenden Bädern gefahren werden müssten. Zwar müssten etwa die Grundschulkinder aus Alchen, Oberfischbach oder Büschergrund auch per Bus in die Gambach gebracht werden, der Aufwand wäre allerdings deutlich überschaubarer.

"Unsere Kinder sollen in Freudenberg schwimmen lernen"

„Unsere Kinder sollen in Freudenberg schwimmen lernen“, meinte Anke Flender (SPD). Alexander Held (CDU) war es wichtig, für die weiteren Überlegungen die Freudenberger Bürger mit ins Boot zu holen, auch die Bedarfe der Schulen sollten abgeklopft werden. So gaben die beiden Gremien dem Rathaus einige Hausaufgaben mit auf den Weg, die Bauausschuss-Vorsitzender Johannes Werthenbach (CDU) so zusammenfasste: „Weitere Infos beschaffen, Aussagen zu Betriebs- und Personalkosten liefern und das in einer der kommenden Sitzungen vorstellen.“

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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