Alchen feiert 675. Geburtstag (Galerie)
Festkommers als famoser Aufakt

In Alchen begannen am Donnerstagabend die Feierlichkeiten anlässlich des 675-jährigen Bestehens des Ortes. Der Festkommers in der ev.
Kirche wurde immer wieder durch verschiedene Vorführungen und Darbietungen aufgelockert. Unser Foto zeigt die Kids der ATG-Tanzgruppe, die für ihren Auftritt kräftigen Applaus bekamen.
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  • In Alchen begannen am Donnerstagabend die Feierlichkeiten anlässlich des 675-jährigen Bestehens des Ortes. Der Festkommers in der ev.
    Kirche wurde immer wieder durch verschiedene Vorführungen und Darbietungen aufgelockert. Unser Foto zeigt die Kids der ATG-Tanzgruppe, die für ihren Auftritt kräftigen Applaus bekamen.
  • Foto: Christian Schwermer
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

cs Alchen. „Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen.“ Bewusst zitierte Pfarrer Oliver Günther am Donnerstagabend in der voll besetzten ev. Kirche in Alchen Winston Churchill, den wohl bedeutendsten britischen Staatsmann des 20. Jahrhunderts. Eine Nummer kleiner sollte es auch nicht sein: Der Freudenberger Ortsteil feiert schließlich an diesem Wochenende sein 675-jähriges Bestehen. Und der Festkommers, eingeleitet von den musikalischen Klängen des gemischten Chores „La Musica“, als famoser Startschuss konnte sich mehr als sehen lassen. Die „Öalcher“ haben es geschafft: Drei Jahre der intensiven Vorbereitung, des Planens und der Sitzungen sind vorüber, am Donnerstagabend wurde es endlich „ernst“. Alchen feiert seinen Geburtstag und sich selbst – Gästen sowie Besuchern wird an den kommenden drei Tagen ein buntes und aufwendig organisiertes Festprogramm geboten.

Ein Kraftakt für das Wir-Gefühl

Ein wahrer Kraftakt, der dem Wir-Gefühl in Freudenbergs drittgrößter Ortschaft noch einmal einen gehörigen Schub verlieh. „Dass wir ein Dorf sind, ist im Vorfeld des Jubiläums mehr und mehr deutlich geworden“, frohlockte denn auch Oliver Günther. „Wir sind es, die der Zukunft schon heute unseren Stempel aufdrücken können. Wir sind es, die einen Teil unserer Zukunft heute schon gestalten dürfen“, führte der Pfarrer aus. Damit gehöre man zu denen, die Verantwortung tragen: „Nicht nur für unser Dorf, sondern für die Gesellschaft, deren Teil wir sind, und für die Welt als ganzes, in der wir alle leben.“

Die Veranstalter sagten "Danke"

Für die Veranstalter traten Henrik Irle und Christian Hombach ans Rednerpult. Wie berichtet, gründete sich für die Feierlichkeiten eigens eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die von fünf Geschäftsführern geleitet wird. Neben Irle und Hombach sind das Thomas Fischer, Marco Irle sowie Marcel Krombach, der als Moderator durch den Festkommers führte. Nachdem Henrik Irle die Entwicklung der Festgeschichte skizziert hatte, nutzte Christian Hombach die Gelegenheit, „Danke“ zu sagen. So traten Birgit und Torsten Berg, Stefan „Otti“ Otterbach, Klaus Hoffmann, Sven Loos sowie die Angestellten von „Getränke Berg“ nach vorne, die sich in vielfältiger und besonderer Weise rund um die Feierlichkeiten verdient gemacht hatten. Auch das Engagement von Petra Müller, Leiterin der ev. Kindertagesstätte „Löwenzahn“, und Tanja Kreutz, Leiterin der Grundschule, würdigte Christian Hombach als „sicher nicht selbstverständlich“ und lobte die beiden Frauen stellvertretend für die gesamten Teams der beiden Einrichtungen.

Arno Giesler blickte auf die Historie zurück

Einen Beitrag der etwas anderen Art zur Historie des Dorfes hatte indes Arno Gieseler parat – und überraschte mit seinen auf „Öalcher Platt“ vorgetragenen Erinnerungen und Anekdoten auch die Organisatoren der Feier. Dafür hatte sich Gieseler ganz bewusst entschieden, wie er der SZ im Vorfeld verriet: Platt gehöre schließlich zu Alchen und spiegele die Heimat der Menschen wider. „Leider geht der Dialekt und damit auch ein Stück Heimat verloren“, bedauerte der Alcher.

Andreas Röcher sprach für die Vereine 

Das Grußwort als Vereinsvertreter übernahm Andreas Röcher. Der Kassenwart des örtlichen CVJM erinnerte daran, dass die Alcher Vereine seit Langem zusammenarbeiteten, nach dem Bau der Fußballplatzanlage vor zwölf Jahren habe sich die Arbeitsgemeinschaft der Ortsvereine (ARGE) gebildet. „Vor drei Jahren kam die Frage auf, was wir mit unserem Jubiläum machen wollen“, blickte Röcher weiter zurück. Niemand habe sich zunächst so recht den Hut aufziehen wollen, umso erfreulicher sei es gewesen, dass sich die Veranstaltungsgemeinschaft bildete. Die Zusammenarbeit mit den Geschäftsführern sei außerordentlich positiv verlaufen, „die haben einen guten Job gemacht und uns Vereinen viel abgenommen“. In Zukunft werde es wohl noch schwieriger, Ehrenamtliche für die Vereinsarbeit zu gewinnen, blickte Röcher voraus und appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Alcher. Schließlich wolle man auch den 700. Geburtstag in 25 Jahren standesgemäß begehen.

Landrat Andreas Müller hob die Infrastruktur hervor

Um die Zukunft Alchens macht sich Landrat Andreas Müller indes keine Sorgen. Schließlich sei der Ort einer mit hoher Lebensqualität. „Hier gibt es noch alles, was man typischerweise in einem Dorf erwartet, aber längst nicht mehr selbstverständlich ist: Bäckerei, Metzgerei, Getränkehandel – aber auch Kindergarten und Schule“, führte der Chef der Siegen-Wittgensteiner Kreisverwaltung aus und hob vor allem das intakte Vereinswesen der Alcher hervor: „Wenn man alle Vereinsmitglieder zusammenrechnet, dann sind das mehr Leute, als Alchen Einwohner hat“, staunte Andreas Müller nicht schlecht. Besonders freute sich der Landrat, dass Alchen im kommenden Jahr am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen möchte: „Ich finde das prima. Machen Sie das!“

Bürgermeisterin Nicole Reschke freute sich über "Punktlandung"

Glückwünsche von Freudenberger Rat und Stadtverwaltung hatte Bürgermeisterin Nicole Reschke im Gepäck. Sie freute sich über eine „Punktlandung“. Schließlich habe man es im Vorfeld des großen Festes ganz schön spannend gemacht. „Längst waren Musiker, Zelt, Getränke, Verpflegung bestellt, Verträge unterschrieben – und der Festplatz noch belegt“, erinnerte das Stadtoberhaupt an die Container-Kita auf der Wolfskaute, die pünktlich für alle Vorbereitungen verschwand. In Alchen sei in den vergangenen Jahren Enormes geleistet worden, lobte die Bürgermeisterin den Einsatz der Dorfbewohner: „Ich bin überzeugt, dass die gemeinsame Organisation und das gemeinsame Festwochenende dafür sorgen werden, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter gestärkt wird und Sie den gemeinsamen Schwung nutzen, um auch in Zukunft Projekte Hand in Hand umzusetzen.“

Humoristische, musikalische und sportliche Darbietungen

Darbietungen der ATG-Tanzgruppen, der Liedvortrag „Öalcher Jong“, der Sketch „Dat dritte Brüatche“, vorgetragen jeweils von Michael und Tim Müller, äußerst humoristische Beiträge von Andreas Duchhardt sowie der von Christian Hombach und Marco Irle dargebotene Song „Dorf bet A“ rundeten den kurzweiligen Festkommers passend ab. Mit einem spektakulären Feuerwerk entließen die Alcher ihre Gäste am späten Abend in die Nacht.

Das ganze Wochenende wird gefeiert

Die Feierlichkeiten gehen weiter: Am Freitagabend steigt eine rauschende Party-Nacht im Festzelt auf der Wolfskaute, der Samstag steht im Zeichen der Familien, ein fahrender Festzug bildet am Sonntag den Abschluss des bunten Wochenendes. Dass Alchen ein lebendiger Ort mit intakter Dorfgemeinschaft ist – daran dürfte spätestens nach diesen Tagen kein Zweifel mehr bestehen.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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