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Unternehmen besteht seit 75 Jahren
Firma Albrecht Bäumer macht sich weltweit einen Namen

Christoph Hauck hat im Jubiläumsjahr die Geschäftsführung der Albrecht Bäumer GmbH & Co. KG übernommen. Diese hat sich weltweit einen Namen gemacht, wenn es um Maschinen zum Zuschneiden, Bearbeiten und Transportieren von Schaumstoff geht.
  • Christoph Hauck hat im Jubiläumsjahr die Geschäftsführung der Albrecht Bäumer GmbH & Co. KG übernommen. Diese hat sich weltweit einen Namen gemacht, wenn es um Maschinen zum Zuschneiden, Bearbeiten und Transportieren von Schaumstoff geht.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nja Freudenberg. Wir nächtigen oder turnen darauf, machen es uns im Wohnzimmer bequem, freuen uns, dass es Schall dämpft und Pakete mit sensiblem Inhalt schützt: Wo überall in unserem Alltag sich das chemische Wunderwerk Schaumstoff finden lässt, ahnen wohl die wenigsten. Selbst die Automobil- oder die Modebranche kommen nicht ohne aus: Wer erinnert sich nicht an die Schulterpolster der 1980er-Jahre...
Damit der geschäumte Kunststoff, dessen zufällige Erfindung ins Jahr 1937 datiert, passgenau für seine unterschiedlichen Einsatzgebiete in Form gebracht werden kann, bedarf es ausgeklügelten Know-hows, das sich den immer neuen Herausforderungen anpasst: Seit 1946 widmet sich die Freudenberger Albrecht Bäumer GmbH & Co. KG dieser Aufgabe mit stetig wachsendem Erfolg.

nja Freudenberg. Wir nächtigen oder turnen darauf, machen es uns im Wohnzimmer bequem, freuen uns, dass es Schall dämpft und Pakete mit sensiblem Inhalt schützt: Wo überall in unserem Alltag sich das chemische Wunderwerk Schaumstoff finden lässt, ahnen wohl die wenigsten. Selbst die Automobil- oder die Modebranche kommen nicht ohne aus: Wer erinnert sich nicht an die Schulterpolster der 1980er-Jahre...
Damit der geschäumte Kunststoff, dessen zufällige Erfindung ins Jahr 1937 datiert, passgenau für seine unterschiedlichen Einsatzgebiete in Form gebracht werden kann, bedarf es ausgeklügelten Know-hows, das sich den immer neuen Herausforderungen anpasst: Seit 1946 widmet sich die Freudenberger Albrecht Bäumer GmbH & Co. KG dieser Aufgabe mit stetig wachsendem Erfolg. Sie entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen zum Schneiden, Bearbeiten und Transport von Schaumstoffen und vergleichbaren Materialien.

Firma Albrecht Bäumer aus Freudenberg besteht seit 75 Jahren

In den 75 Jahren seines Bestehens hat das Unternehmen – bodenständiges Familienunternehmen und Weltmarktführer zugleich – rund 8000 Maschinen und Anlagen installiert. „Maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden weltweit“, sagt Christoph Hauck, der seit Januar als erster externer alleiniger Geschäftsführer des Unternehmens agiert, das Albrecht Bäumer 1946 als Maschinenfabrik ins Leben gerufen hatte. Es ging aus der zwei Jahre zuvor gegründeten mechanischen Näherei hervor, in die auch Tochter Ursula eingestiegen war. Produziert wurde damals Uniformausrüstung; Nähmaschinen wurden repariert. Nach Kriegsende widmeten sich Bäumers zunächst der Herstellung von Zubehör für die Nähindustrie – vom Nähmaschinenfüßchen bis zum Ölkännchen.

Als Ursulas Ehemann Hans-Günther Schuster aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte, wollte dieser zwar gerne in das Unternehmen einsteigen. Nähen, so lautete aber sein Credo, sei Frauensache. Und da er nicht sein Leben lang mit Frauen zusammenarbeiten wollte, setzte er andere Schwerpunkte. Er pflegte Kontakte zum Chemiekonzern Bayer, der schon mit Schaumstoff agierte, aber Hilfe bei der Verarbeitung benötigte. Wie man Stoffbahnen zuschneidet, war bei Bäumers bekannt. Darauf aufbauend, entwickelten die Freudenberger ihre ersten horizontalen und vertikalen Schaumstoff-Schneidemaschinen. 1954 ging die erste Anlage auf die Reise nach Übersee.

Firma Albrecht Bäumer aus Freudenberg ein weltweit agierender Konzern

Längst ist seither aus einem schlichten Fachwerkhaus-Ensemble ein weltweit agierender Konzern geworden, der sich an der Asdorfer Straße ausgebreitet hat. Die Exportquote beträgt 90 Prozent. Der Jahresumsatz wuchs von ursprünglich 885 000 DM auf 75 Millionen Euro anno 2020.
„Wir sind kein reiner Maschinenbauer, sondern bieten Schwerpunktlösungen, ganze Produktions-Leitsysteme an“, erklärt Hauck. Schaumstoff ist nicht gleich Schaumstoff, und so haben neben der Produktion und dem Vertrieb u. a. auch die Entwickler alle Hände voll zu tun. Jüngst wurde ein Kunde aus den USA vorstellig, der Schaumstoff aus recycelten Turnschuhen verarbeiten möchte.

Die größte Maschine aus dem Hause Bäumer ist ein Langspalter, genannt „Looper“, der 120 Meter lange Schaumstoffblöcke verarbeitet, dabei selbst bis zu 70 Meter lang ist. 2018 wurde „Sophie“ aus der Taufe gehoben: Das laut Bäumer erste intelligente und selbstlernende Produktions-Leitsystem für die Schaumstoffindustrie. Hauck, der die Weiterentwicklung der Maschinen- und Anlagensteuerung im digitalen Zeitalter weiter voranbringen möchte: „Das ist schon etwas Besonderes für ein mittelständisches Familienunternehmen!“ Bäumers verfügen über ein Technologiezentrum. Hauck freut sich über den großen Reigen erfahrener Mitarbeiter. Man unterhält eine Service- und Hotlineabteilung, bietet Lösungen für Maschinen-Modernisierungen an.

250 Mitarbeiter sind in Freudenberg beschäftigt

Von den 400 Mitarbeitern weltweit sind 250 in Freudenberg beschäftigt, es gibt allein 50 Ingenieure. Die Ausbildungsquote liegt bei 15 Prozent. „Von 300 Mitarbeitern haben 100 ihre Ausbildung bei Bäumer absolviert.“ In 75 Ländern gibt es Vertriebspartner. Die Corona-Pandemie hat dem Unternehmen nicht geschadet. Im Gegenteil: „Die Auftragsbücher sind voll. Wir liegen 70 Prozent über dem Plan-Auftragseingang“, freut sich Hauck mit seinen Mitarbeitern und der Inhaber-Familie. Die Menschen kauften viele Möbel, und auch der Matratzenmarkt boomte – nicht zuletzt wegen der Bedarfe in den Kliniken. Bis Juni 2022 sind die Auftragsbücher voll.

Albrecht Bäumer: Die Meilensteine

1946: Gründung durch Albrecht Bäumer
1954: Auslieferung der ersten Schaumstoff-Schneidemaschine
1979: Gründung der „Baumer of America“, New Jersey
1996: Gründung „Bäumer of Japan“, Yokohama
2004: Eröffnung von Werk 2 in Freudenberg zur Produktion von Schneidwerkzeugen
2009: Gründung von „Bäumer of Shanghai“, China
2018: Werkserweiterung.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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