SZ

Großer Ärger über Knöllchen
Freundlichem Hinweis folgt kurze Zeit später doch das Verwarngeld

Wäre nur das Knöllchen ins Haus geflogen, hätten Christof Hoffmann und Lennart Bäumer sich nicht beschwert ...
  • Wäre nur das Knöllchen ins Haus geflogen, hätten Christof Hoffmann und Lennart Bäumer sich nicht beschwert ...
  • Foto: nja
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nja Alchen. Christof Hoffmann ist sauer. Der Alchener hört den Amtsschimmel wiehern. Und fragt sich: „Weiß im Freudenberger Ordnungsamt die linke Hand, was die rechte tut?“ Anlass für seine zur Fassungslosigkeit tendierende üble Laune: Zwischen einem freundlichen Hinweis, dass er künftig zur Kasse gebeten wird, wenn er vor seinem Haus mit zwei Reifen auf dem Gehweg parkt, und der Beweisaufnahme für ein Knöllchen lagen offensichtlich keine zwei Stunden. Doch der Reihe nach.
Parken mit zwei Reifen auf dem Gehweg geduldet„Am Donnerstag...

nja Alchen. Christof Hoffmann ist sauer. Der Alchener hört den Amtsschimmel wiehern. Und fragt sich: „Weiß im Freudenberger Ordnungsamt die linke Hand, was die rechte tut?“ Anlass für seine zur Fassungslosigkeit tendierende üble Laune: Zwischen einem freundlichen Hinweis, dass er künftig zur Kasse gebeten wird, wenn er vor seinem Haus mit zwei Reifen auf dem Gehweg parkt, und der Beweisaufnahme für ein Knöllchen lagen offensichtlich keine zwei Stunden. Doch der Reihe nach.

Parken mit zwei Reifen auf dem Gehweg geduldet

„Am Donnerstag vergangener Woche wurden an der Straße Im Seifen mehrere Fahrzeuge mit Hinweiszetteln wegen nicht ordnungsgemäßen Parkens bestückt“, berichtet Hoffmann und räumt sogleich ein: „Es ist natürlich richtig, dass man nicht mit zwei Reifen auf dem Bürgersteig stehen darf. Bis jetzt wurde das allerdings immer geduldet. Und ich wohne seit rund 30 Jahren hier. Der Gehweg ist breit genug, dass dennoch selbst Kinderwagen problemlos vorbeigeschoben werden können. Und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich eine Bushaltestelle: Es wird also schon mal eng. Uns wurden auch schon Außenspiegel abgefahren.“

Knöllchen folgte der Verwarnung auf den Fuß

Er selbst kam am Donnerstag gegen 19.30 Uhr heim und erfuhr beim Abendessen, dass sein im Haus lebender Neffe Lennart Bäumer eine Stunde zuvor eine freundliche Vorwarnung an der Windschutzscheibe kleben hatte. Dieser angeblich folgenlose Fingerzeig der Behörde wurde durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Dieses Mal“, so war nämlich zu lesen, solle noch kein Verwarnungsgeld erhoben werden. „Beachten Sie aber bitte zukünftig im Interesse der Verkehrssicherheit das Verkehrsverbot. Gute Fahrt!“ Das ist doch eigentlich nett, dass man vorgewarnt wird, dachten sich Onkel und Neffe und gelobten Besserung. Hoffmann: „Ich hab das Auto kurz nach 20 Uhr ordnungsgemäß umgeparkt.“ Samstags dann hatten beide offizielle Post der Stadt im Briefkasten: 55 Euro Verwarnungsgeld seien fällig. Ein großformatiges Foto belegt, dass Hoffmanns Suzuki um 19.52 Uhr mit zwei Rädern auf dem Gehweg stand. „Vom Verteilen der Hinweise für künftige Fälle bis zum Ernstfall sind hier also ca. 90 Minuten vergangen. Das ist lächerlich und dreist!“ Selbstverständlich habe er Einspruch eingelegt, sagt der Alchener.

Derweil übt sich Christof Hoffmann in die Nerven beruhigendem Sarkasmus. „Ich kann der Stadt ein Angebot machen: Seit vielen Jahren schere ich regelmäßig eine kommunale Hecke direkt neben meinem Grundstück. Das können wir ja mit dem Verwarngeld verrechnen.“ Die pitzige Dornenhecke wachse übrigens nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite. Richtung Gehweg also ...

Stadt Freudenberg lenkt ein

Versöhnliche Töne erreichten die SZ nun aus dem Rathaus. Es habe sich bewährt, in Ausnahmefälle zunächst auf ein Verwarnungsgeld zu verzichten und lediglich zu informieren. Diese bürgerfreundliche Verfahrensweise habe sich vor allem dort bewährt, „wo sich ein offensichtlich reihenweises Falschparken eingeschlichen hat“, teilt Kersten Martin, Abteilungsleiter Bürger und Ordnung, mit. Selbstverständlich müsse den Betroffenen aber eine angemessene Zeit zur Umsetzung eingeräumt werden. Im vorliegenden Fall sei die „Reaktionszeit“ allerdings eher zu kurz bemessen, räumt er ein. „Um dies künftig zu verhindern, wurden die Abläufe intern nochmals abgestimmt.“ Die Alchener Verkehrsordnungswidrigkeiten-Verfahren wurden zwischenzeitlich eingestellt.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

9 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
2 Bilder

Neues Angebot auf 57immo.de
Jetzt Immobilie von Experten bewerten lassen

Gründe für eine Immobilienbewertung gibt es viele: Sie kann erforderlich sein für den Kauf oder Verkauf eines Hauses, beim Schließen eines Ehevertrages oder auch beim Verschenken des Eigentums an die Kinder. Allgemein gilt: Wer den Wert seiner Immobilie kennt, hat in vielen Situationen einen Vorteil. Mit der Immobilienbewertung der Vorländer Mediengruppe bekommen Haus- und Wohnungsbesitzer nun ein passendes Werkzeug zur schnellen und zuverlässigen Einschätzung des Wertniveaus an die Hand – und...

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.