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In Freudenberg bleiben die Anfragen aus
Friedhöfe QR-Code-freie Zone

Wer mit dem Smartphone auf Siegerländer Friedhöfen einen QR-Code sucht, um weitere Informationen über einen Verstorbenen zu erhalten, geht gegenwärtig leer aus.
  • Wer mit dem Smartphone auf Siegerländer Friedhöfen einen QR-Code sucht, um weitere Informationen über einen Verstorbenen zu erhalten, geht gegenwärtig leer aus.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

cs Freudenberg. Der Vorschlag der Freudenberger Verwaltung schlug zum Ende des Jahres 2018 hohe Wellen. Die Digitalisierung sollte Einzug auf den Friedhöfen im Stadtgebiet halten, nach einer Anfrage aus der Bürgerschaft die Anbringung von QR-Codes an den Grabstätten ermöglicht werden. Man brauchte kein Prophet zu sein, um die Inhalte der emotional geführten Debatte vorauszuahnen. Während die einen meinten, man müsse eben mit der Zeit gehen und auch auf Friedhöfen neue Wege beschreiten, fürchteten die anderen, allen voran die CDU-Fraktion, um die Pietät auf den Ruhestätten.

cs Freudenberg. Der Vorschlag der Freudenberger Verwaltung schlug zum Ende des Jahres 2018 hohe Wellen. Die Digitalisierung sollte Einzug auf den Friedhöfen im Stadtgebiet halten, nach einer Anfrage aus der Bürgerschaft die Anbringung von QR-Codes an den Grabstätten ermöglicht werden. Man brauchte kein Prophet zu sein, um die Inhalte der emotional geführten Debatte vorauszuahnen. Während die einen meinten, man müsse eben mit der Zeit gehen und auch auf Friedhöfen neue Wege beschreiten, fürchteten die anderen, allen voran die CDU-Fraktion, um die Pietät auf den Ruhestätten. Mit dem Gedanken, dass Besucher mit dem Smartphone in der Hand über den Friedhof flanieren und QR-Codes einscannen, die zu Internetseiten mit Informationen über den Verstorbenen weiterführen, konnte und kann sich eben nicht jeder anfreunden.

Bislang kein einziger QR-Code angebracht

Inzwischen zeigt sich: Letztlich war die damalige Diskussion um den „Friedhof 2.0“ überflüssig. Nicht ein einziger Angehöriger habe die Anbringung eines QR-Codes bislang angefragt, verriet Stadtkämmerer Julian Lütz, dass sich das Interesse trotz der umfangreichen Berichterstattung in arg überschaubaren Grenzen gehalten habe. Nachdem der Rat im Dezember 2018 die Änderung der Friedhofssatzung durchgewunken hatte, sei es still um die umstrittenen Codes geworden – nicht einmal eine lose Anfrage sei in den vergangenen Monaten zur Thematik im Rathaus eingetrudelt.

Antragssteller rührten sich nicht mehr

Auch jene Bürger, die damals den Antrag gestellt hatten, hätten sich nicht mehr bei der Verwaltung gemeldet, berichtete Julian Lütz weiter. Dass diese kein halbes Jahr auf die Umsetzung ihres Anliegens hätten warten wollen, könne er jedoch verstehen, meinte der kommunale Finanzchef, schließlich sei die Anregung bereits einige Monate vor dem Beschluss durch den Rat eingegangen. Es sei jedoch sinnvoll gewesen, die Friedhofssatzung nicht nur wegen einer Passage zu ändern, sondern gleich in einem „Paket“ mehrere Anpassungen vorzunehmen, wodurch sich die Angelegenheit verzögert habe.

Codes seit 2018 in der Friedhofssatzung verankert

Auch die Freudenberger Friedhöfe bleiben also eine QR-Code-freie Zone, obwohl die Satzung die Möglichkeit bietet. „QR-Grabsteine und -platten, die in ihrer Gestaltung einen 2d-Barcode zusätzlich integrieren, sind grundsätzlich gestattet, jedoch nicht in Form eines angebrachten Plättchens, sondern nur in Form von Gravuren. Die historisch gewachsenen Strukturen des Friedhofs dürfen nicht gestört werden“, heißt es unter Paragraf 21. Und: Die hinterlegten Inhalte des QR-Codes am Grab müssten frei von jeglicher Werbung, Verunglimpfung und Diskriminierung sein. Weiterleitungen auf Kondolenzseiten seien auszuschließen.
Im Jahr 2018 war Freudenberg die erste Kommune im Siegerland, die den Weg für die QR-Codes auf Friedhöfen freimachte. Dabei ist es bislang geblieben, im Altkreis Wittgenstein besteht in Bad Berleburg die Möglichkeit dazu.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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