Gleich nass, aber teurer

pebe Freudenberg. Tiefer in die Tasche greifen müssen die Freudenberger Bürger im kommenden Jahr für Trinkwasser und die nun gesplittete Abwasserbeseitigung. Die Weichen dafür stellte gestern Nachmittag der Betriebsausschuss. Er empfahl dem Rat der Stadt, die Änderungen der jeweiligen Gebührensatzungen zu beschließen. Der Rat muss dem in seiner heutigen Sitzung noch zustimmen.

Für die Bürger bedeutet dies, dass die Verbrauchsgebühr fürs Trinkwasser von 1,70 Euro pro Kubikmeter in diesem Jahr auf 1,95 Euro im nächsten Jahr steigen wird. Die ebenfalls erhöhte Grundgebühr richtet sich nach der Größe des Wasserzählers. Der haushaltsübliche, so der kaufmännische Leiter der Stadtwerke, Hans-Jürgen Rowald liege bei 9,54 Euro im Monat. Die Stadtwerke hatten die Erhöhung vorgeschlagen und begründeten dies mit verschiedenen Faktoren, die kostensteigernd zu Buche schlügen. „Wären die nicht“, so Rowald, „dann bliebe die Gebühr fast gleich.“

Was „richtig weh tut“, sei der „weiter sinkende Wasserverbrauch, nun schon über Jahre hinweg“. Die Bürger „sparen immens, die Einwohnerzahl bleibt gleich, der Verkauf geht zurück“, so Rowald. Derzeit liege die durchschnittliche Verkaufsmenge bei 780 000 Kubikmetern. Die Stadtwerke hätten 790 000 Kubikmeter für 2010 veranschlagt, „vielleicht bekommen wir ja einen schönen Sommer“, bemerkte Rowald zwangsoptimistisch. Fakt sei aber auch: Je weniger verkauft werde, desto höher werde der Wasserverkaufspreis. .

Zudem trügen die Stadtwerke Verluste aus den Jahren 2007 und 2008 von 113 000 bzw. fast 85 000 Euro vor sich her. Die müssten von Gesetzes wegen innerhalb von drei Jahren abgedeckt werden, weswegen zumindest der Verlust von 2007 in die Kalkulation mit einzubeziehen sei. Man habe sich jedoch entschlossen, auch den Verlust von 2008 schon einzustellen. Denn weiteres Ungemach drohe seitens der Landesregierung. Dort sei bislang noch keine Nachfolge für das zum Jahresende auslaufende „Wasserentnahmeentgeltgesetz“ vorgestellt worden. Vorgeschlagen worden sei der Abbau des Entgelts über zehn Jahre hinweg. Für Freudenberg hieße das, dass zusätzlich 40 000 Euro über die Gebühr refinanziert werden müssten, pro Gebührenzahler noch einmal 5 Cent mehr. Dies sei aber bei der Kalkulation mangels gesetzlicher Sicherheit nicht berücksichtigt worden.

Ein weiterer Kostenfaktor, so Rowald, auf eine Nachfrage von Günter Fischbach (SPD), seien auch die teilweise alten Wasserleitungen: „Die erwirtschaften keine Abschreibung mehr“, was weitere Kreditaufnahmen nötig mache.Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Rat auch, der Erhöhung der Abwassergebühren zuzustimmen. Die Schmutzwassergebühr liegt in diesem Jahr bei 2,94 Euro pro Kubikmeter. Sie soll im kommenden Jahr auf 3,09 Euro steigen. Die Niederschlagswassergebühr, die derzeit bei 0,98 Euro pro Quadratmeter bebauter und bzw. oder befestigter Fläche liegt, soll 2010 auf 1,05 Euro steigen.Geringer veranschlagen die Stadtwerke auch die Menge der Abwässer, die beseitigt werden müssen. Statt von 730 000 Kubikmetern sei nun von 725 000 Kubikmetern auszugehen. Die Verminderung stehe in Beziehung zum verringerten Wasserverkauf. Zudem gebe es Abschreibungen in Höhe von 1,6 Mill. Euro, die über die Gebühr refinanziert werden müssten. Auch seien die Gelder aus der Ausgleichrücklage aufgebraucht. „Positiv“ hingegen sei, dass Umschuldungsmaßnahmen nach Ablauf von Zinsbindefristen zu günstigeren Zinsbindungen geführt hätten. Im laufenden jahr hätten die Stadtwerke noch kein Darlehen aufgenommen, was einer Mitteleinsparung zu verdanken sei. Trotz einer noch bevorstehenden Darlehensaufnahme werde für 2009 „keine Nettoneuverschuldung“ auszuweisen sein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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