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Direktvermarkter Frank Langenbach gewährt Einblicke in seinen Betrieb
Glückliche Rinder aus der Region

Frank Langenbach und sein Patensohn Lenn (6) haben einen engen Kontakt zu den Tieren, die rassebedingt wenig scheu sind.
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  • Frank Langenbach und sein Patensohn Lenn (6) haben einen engen Kontakt zu den Tieren, die rassebedingt wenig scheu sind.
  • Foto: Sarah Panthel
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sp Oberfischbach. Frank Langenbach öffnet die Tür zum Stall. Direkt fällt der Blick auf den gut 1,2 Tonnen schweren Bullen. Leopold. Ihm begegnet man besser mit dem nötigen Respekt. Drei Kälbchen hüpfen in einem extra für sie hergerichteten Teil des Stalls durch das Stroh. Sie bleiben vergleichsweise lange bei ihren Müttern, leben mit ihnen etwa ein Jahr im Verband. Ein paar Rinder strecken neugierig ihre Köpfe durch die Gitter und versuchen mit ihren Zungen die Tasche der SZ-Redakteurin zu erreichen. Eine Gruppe „jugendlicher“ Rinder steht dicht beisammen und betreibt Fellpflege. Wenn das Wetter es zulässt, kommen sie auf die Weide. Rund 20 Tiere stehen in dem Stall in Oberfischbach.

sp Oberfischbach. Frank Langenbach öffnet die Tür zum Stall. Direkt fällt der Blick auf den gut 1,2 Tonnen schweren Bullen. Leopold. Ihm begegnet man besser mit dem nötigen Respekt. Drei Kälbchen hüpfen in einem extra für sie hergerichteten Teil des Stalls durch das Stroh. Sie bleiben vergleichsweise lange bei ihren Müttern, leben mit ihnen etwa ein Jahr im Verband. Ein paar Rinder strecken neugierig ihre Köpfe durch die Gitter und versuchen mit ihren Zungen die Tasche der SZ-Redakteurin zu erreichen. Eine Gruppe „jugendlicher“ Rinder steht dicht beisammen und betreibt Fellpflege. Wenn das Wetter es zulässt, kommen sie auf die Weide. Rund 20 Tiere stehen in dem Stall in Oberfischbach. Frank Langenbachs sechsjähriger Patensohn Lenn weiß es genau – schließlich gibt er jedem neugeborenem Kalb einen Namen: „Es sind 21.“

Limousin – eine ruhige und entspannte Rasse

Während Frank Langenbach das Gespräch mit der SZ führt, streichelt er seine Tiere, auch den massigen Kopf von Leopold. Die ruhige und entspannte Art war einer der Gründe, warum sich der nebenberufliche Landwirt für die Rasse Limousin entschieden hat. Und natürlich, weil er von der Fleischqualität überzeugt ist. Vor etwa zehn Jahren hat er den Hof von seinen Eltern übernommen. Der Schritt zu einem Bio-Betrieb ist nicht schwergefallen, „wir haben vorher schon so gewirtschaftet“.

Das neugierige junge Limousinrind muss sich noch etwas gedulden, erst wenn die Witterung mitspielt, darf es mit den „Kollegen“ auf die Weide.
  • Das neugierige junge Limousinrind muss sich noch etwas gedulden, erst wenn die Witterung mitspielt, darf es mit den „Kollegen“ auf die Weide.
  • Foto: Sarah Panthel
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Bio-Rinder: „kein Fass auf vier Beinen“

Sind die Rinder etwa zwei Jahre alt, werden sie geschlachtet – ein relativ hohes Alter, wie Langenbach betont. Sie werden auch nicht mit Kraftfutter gemästet, um möglichst schnell an Gewicht zu gewinnen. Und sie sehen nicht aus „wie ein Fass auf vier Beinen“. Die Rinder fressen fast ausschließlich das, was sie auf der Weide finden, oder sogenannte Heulage. Eine Herausforderung in den vergangenen Dürrejahren, Langenbach musste – wie viele andere Landwirte – Futter teuer zukaufen.
Lange Transportwege müssen die Rinder von Langenbachs Hof nicht über sich ergehen lassen, ein Schlachtraum befindet sich direkt neben dem Stall. „Das ist recht stressfrei“, findet der Bauer. Stressig sei nur das Anlegen eines Halfters. „Bevor ich schlachte, muss ich wissen, dass Dreiviertel verkauft sind“, erklärt der Landwirt. So kommt es, dass er meist ein Tier im Monat schlachtet.

Rind für 345 Euro das Kilo – nein danke

Nachfrage nach regionalem Fleisch gestiegen

Die Nachfrage nach regionalem Fleisch sei gestiegen, stellt der 37-Jährige fest. „Es sind die Krisen, welcher Art auch immer. Man merkt es auch jetzt, dass die Leute bewusster einkaufen“, sagt er mit Blick auf die Corona-Pandemie.
Die Generation seiner Eltern bestellte häufig große Mengen Fleisch. „Ein Achtel Rind, das ist heute nicht mehr so gewollt“, weiß Langenbach. Die Mutter habe früher immer gesagt, man wolle gar erst nicht damit anfangen, so kleine Mengen zu verkaufen. Aber Langenbach weiß, dass viele Familien nicht mehr so große Gefriertruhen haben. Außerdem werde heute mehr außerhalb gegessen, in Kantinen oder in der Schule sowieso. Gekauft werden kleinere Portionen, hier mal ein Sonntagsbraten, da ein paar Kilo Gehacktes. „Vor Weihnachten wollen alle Rouladen und Filet haben.“ Oder: „Es wird sich ein toller Grill angeschafft, dafür soll es dann was Besonderes geben.“

Kunden können Fleisch vor Ort abholen

Und das Interesse an Innereien und Suppenfleisch? „Eigentlich wird schon alles nachgefragt, sonst behalten wir das auch für uns“, sagt Langenbach, der ehrlicherweise nicht alle Innereien essen mag. Muskelfleisch wie Zunge und Herz schon. Anfragen hat er schon nach Nierenzapfen: „In Amerika ist dies das Beste, hier wird das Stück Fleisch sonst weggeschmissen.“
Geschlachtet wird meist an einem Samstagmorgen, ein Metzger übernimmt diese Arbeit und zerlegt das Tier. Das Fleisch können die Kunden direkt vor Ort abholen. Für Langenbach ist es ein finanzieller Vorteil, dass er das Fleisch direkt vermarktet. „Der Erlös bleibt ein bisschen über der schwarzen Null, aber nicht, wenn man alle Arbeitsstunden rechnen würde“, sagt er. Es sei eben auch ein großes Hobby, bei dem die ganze Familie mithilft.

Frank Langenbach und sein Patensohn Lenn (6) haben einen engen Kontakt zu den Tieren, die rassebedingt wenig scheu sind.
Das neugierige junge Limousinrind muss sich noch etwas gedulden, erst wenn die Witterung mitspielt, darf es mit den „Kollegen“ auf die Weide.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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