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Dreschschuppen Oberheuslingen wurde zu kleinem Museum
Heimatkundliches Kleinod

Berthold Schreiber (l.) und Karl-Friedrich Loos vom Heimatverein Heuslingen-Bottenberg präsentieren die uralte Schreinerwerkstatt, die wie viele weitere historische Gerätschaften ein neues „Zuhause“ im Dreschschuppen in Oberheuslingen gefunden hat. Aus dem fast verfallenen Gebäude wurde ein kleines Museum.
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  • Berthold Schreiber (l.) und Karl-Friedrich Loos vom Heimatverein Heuslingen-Bottenberg präsentieren die uralte Schreinerwerkstatt, die wie viele weitere historische Gerätschaften ein neues „Zuhause“ im Dreschschuppen in Oberheuslingen gefunden hat. Aus dem fast verfallenen Gebäude wurde ein kleines Museum.
  • Foto: Christian Schwermer
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

cs Oberheuslingen. An die Anfänge vor zehn Jahren erinnert sich Berthold Schreiber allzu gut. „Der Schuppen war in einem jämmerlichen Zustand“, blickt der 63-Jährige auf das Jahr 2009 zurück. Damals, die Dreschgemeinschaft für Ober- und Niederheuslingen hatte sich gerade aufgelöst, übernahm der Heimatverein Heuslingen-Bottenberg die marode und direkt unterhalb des Friedhofs gelegene Immobilie. Das Gebäude sollte in erster Linie als Lagerraum dienen, etwa für Banklatten – der Heimatverein pflegt 61 Wanderbänke sowie die Sitzgruppen in den Orten Oberheuslingen, Niederheuslingen und Bottenberg –, Zelte und nicht zuletzt mehrere Hundert Schanzen für den Betrieb des örtlichen Backes.

cs Oberheuslingen. An die Anfänge vor zehn Jahren erinnert sich Berthold Schreiber allzu gut. „Der Schuppen war in einem jämmerlichen Zustand“, blickt der 63-Jährige auf das Jahr 2009 zurück. Damals, die Dreschgemeinschaft für Ober- und Niederheuslingen hatte sich gerade aufgelöst, übernahm der Heimatverein Heuslingen-Bottenberg die marode und direkt unterhalb des Friedhofs gelegene Immobilie. Das Gebäude sollte in erster Linie als Lagerraum dienen, etwa für Banklatten – der Heimatverein pflegt 61 Wanderbänke sowie die Sitzgruppen in den Orten Oberheuslingen, Niederheuslingen und Bottenberg –, Zelte und nicht zuletzt mehrere Hundert Schanzen für den Betrieb des örtlichen Backes. Dass sich der Dreschschuppen innerhalb eines Jahrzehnts in ein heimatkundliches Kleinod verwandeln würde, war kaum absehbar – umso bemerkenswerter ist die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit.

900 Arbeitsstunden im Ehrenamt

Die fleißigen Heimatvereins-Mitglieder steckten in den vergangenen vier Jahren ehrenamtlich rund 900 Arbeitsstunden in das Bauwerk. Trockenlegung der Substanz, Einbau neuer Stützbalken, Einziehen von Zwischendecken, Erneuerung des Daches und Verkleidung der Außenfassade – die Aufgabenliste war lang, erforderte viel Schaffensdrang und Geduld. „Örtliche Unternehmen sponserten uns glücklicherweise einiges an Materialien“, sagt Karl-Friedrich Loos, beim Heimatverein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Aus dem mit Blech verkleideten Unterstand ist ein grundsolider Schuppen geworden, der dank seiner Verkleidung mit Lärchenholz auch optisch mächtig was hermacht.

Dank ansprechender Lärchenholz-Verkleidung macht das Gebäude auch von außen was her.
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Spender überbrachten viele Altertümer

Damit nicht genug: Im Laufe der Renovierung erhielt der Heimatverein von einigen Spendern viele Altertümer – die Artefakte baute Berthold Schreiber in liebevoller und kreativer Arbeit in den „neuen“ Dreschschuppen ein. Denn der Ruheständler und gebürtige Bottenberger ist selbst leidenschaftlicher Sammler alter Gerätschaften der früheren Siegerländer Haubergs- und Landwirtschaft. Als Monteur eines großen Energieversorgers habe er viele Kellerräume in der Region zu Gesicht bekommen, lächelt Berthold Schreiber. So habe er zahlreiche Utensilien an sich genommen, bevor diese auf dem Schrott landeten. „Ab August habe ich dann begonnen, hier richtig einzurichten“, sagt der 63-Jährige und blickt auf die prall gefüllte Ausstellung an der Wand vor ihm.

Karl-Friedrich Loos (l.) und Berthold Schreiber bestaunen die bereits gut bestückte Ausstellung.
  • Karl-Friedrich Loos (l.) und Berthold Schreiber bestaunen die bereits gut bestückte Ausstellung.
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Uralte Schreinerwerkstatt als Prunkstück

Prunktstück des kleinen Museums ist eine alte kleine Schreinerwerkstatt, die aus Oberfischbach den Weg nach Oberheuslingen gefunden hat. „Die alte Säge-maschine ist bestimmt 120 Jahre alt“, mutmaßt Berthold Schreiber stolz und zeigt beeindruckt auf einen kleinen hölzernen Wandschrank, an dem noch ein Kalender aus dem Jahr 1928 hängt. An der massiven Hobelbank haben vermutlich ebenfalls mehrere Generationen von Schreinern gewirkt und die Späne fallen lassen.
Keine Frage: Heimatkundler und historisch interessierte Siegerländer kommen im Oberheuslinger Dreschschuppen voll auf ihre Kosten. Jüngst stellte der Heimatverein den Bürgern die Einrichtung vor, die Rückmeldungen waren ausdrücklich positiv, meinen Berthold Schreiber und Karl-Friedrich Loos unisono. „Wir können uns vorstellen, den Dreschschuppen einmal im Jahr zu öffnen“, gewährt Schreiber Einblick in die Überlegungen des Vorstandes, in dem er als Beisitzer mitwirkt. Interessierte können davon unabhängig jederzeit einen Termin zur Besichtigung vereinbaren.
Und wer selbst historische Gerätschaften hortet, kann sich ebenfalls mit dem Heimatvereins-Vorstand in Verbindung setzen – weitere Sachspenden sind den Machern jederzeit willkommen. Bereits im Anflug auf den Oberheuslinger Dreschschuppen sind eine Honigschleuder sowie das alte Fahrrad, mit dem die Postfrau von Oberheuslingen einst die Briefe ausfuhr. Schreiber: „Das befindet sich noch im Privatbesitz.“

Schuppen in Bottenberg als nächstes Projekt

Langweilig wird dem Verein auch in den nächsten Monaten ganz sicher nicht. In Bottenberg steht ebenfalls ein alter Schuppen, der ab dem Frühjahr weiter renoviert werden soll. „Die Baugenehmigung liegt vor, das soll auch ein kleines Museum werden“, berichtet Karl-Friedrich Loos. Etwa in der Mitte des kommenden Jahres könnte der Heimatverein Heuslingen-Bottenberg zu einer weiteren kleinen Einweihungsfeier einladen.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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