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Demos vor Ratssitzung in Freudenberg
Ja zum Ischeroth, Nein zu KAG-Beiträgen

Gerade in Sommerzeiten lohnt der Gang auf den Ischeroth. Ob, wo genau und in welchem Umfang auch immer hier irgendwann ein Industriegebiet entstehen könnte – die Aktivisten machen weiterhin gegen die Planungen mobil. Daran dürfte auch der Beschluss des Freudenberger Rates gestern Abend nichts ändern; das Stadtparlament schmetterte eine Bürgeranregung zur endgültigen Einstellung der Überlegungen ab.
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  • Gerade in Sommerzeiten lohnt der Gang auf den Ischeroth. Ob, wo genau und in welchem Umfang auch immer hier irgendwann ein Industriegebiet entstehen könnte – die Aktivisten machen weiterhin gegen die Planungen mobil. Daran dürfte auch der Beschluss des Freudenberger Rates gestern Abend nichts ändern; das Stadtparlament schmetterte eine Bürgeranregung zur endgültigen Einstellung der Überlegungen ab.
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cs Büschergrund. Gemütliches Schlendern zur Ratssitzung war für die Freudenberger Lokalpolitiker am Donnerstagabend nicht drin. Vor dem Büschergrunder Schulzentrum hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, die in Form von gleich zwei Demonstrationen Verwaltung und Stadtparlament ihren Ärger kundtun wollten. Zum einen machte die Initiative zum Erhalt des Ischeroth in Zusammenarbeit mit dem Verein „Augen auf“ mobil, um sich weiterhin gegen das bekanntlich dort geplante sowie höchst umstrittene Industriegebiet zu wehren. Und die Interessengemeinschaft (IG) Siegen-Wittgenstein für beitragsfreie Straßen hatte sich unter anderem mit Anwohnern des Nüssebergwegs und der Eichstattstraße zusammengetan.

cs Büschergrund. Gemütliches Schlendern zur Ratssitzung war für die Freudenberger Lokalpolitiker am Donnerstagabend nicht drin. Vor dem Büschergrunder Schulzentrum hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, die in Form von gleich zwei Demonstrationen Verwaltung und Stadtparlament ihren Ärger kundtun wollten. Zum einen machte die Initiative zum Erhalt des Ischeroth in Zusammenarbeit mit dem Verein „Augen auf“ mobil, um sich weiterhin gegen das bekanntlich dort geplante sowie höchst umstrittene Industriegebiet zu wehren. Und die Interessengemeinschaft (IG) Siegen-Wittgenstein für beitragsfreie Straßen hatte sich unter anderem mit Anwohnern des Nüssebergwegs und der Eichstattstraße zusammengetan. Das klare Ziel des Bündnisses: Die Belastungen durch Abgaben im Zuge des Kommunalabgabengesetzes (KAG) in zumindest einen etwas erträglicheren Umfang zu drücken.

Abgabesatz auf 60 Prozent gesenkt

„Wir hoffen darauf, dass der Antrag der SPD durchkommt, die KAG-Abgaben in Freudenberg zumindest auf 60 Prozent zu senken“, erklärte IG-Sprecherin Diana Borawski im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Immerhin, dem Wunsch kam der Freudenberger Rat nach: Bislang wurden in der Stadt 80 Prozent der Kosten für den Fahrbahnbelag bei Anliegerstraßen auf die Grundstückseigentümer umgelegt, in Zukunft sind es „nur“ noch besagte 60 Prozent. Das beschloss der Rat bei 18 Ja- und zehn Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen.

Ein Etappenziel - mehr nicht

„Das reicht aber natürlich nicht aus“, bekräftigte Diana Borawski, dass man lediglich ein Zwischenziel erreicht habe. Die Hainchenerin, die als Anwohnerin der dortigen Kampenstraße ebenfalls von einer KAG-Maßnahme betroffen ist und nach eigenen Angaben mit Kosten von rund 30 000 Euro kalkulieren muss, rechnete vor, dass sich die Anwohner des Freudenberger Nüssebergwegs auch im Zuge der am Donnerstag beschlossenen Beitragssatzung auf Rechnungen über fünfstellige Beträge werden einstellen müssen. „Das ist ein Kompromiss auf kommunaler Ebene – mehr aber nicht“, stellte auch Tobias Bröcker als Sprecher für die Nüssebergweg-Bewohner klar, dass der hartnäckige Kampf gegen die KAG-Beiträge noch längst nicht ausgefochten ist. Manuel Ramos aus dem Eichstattweg unterstrich: „Hier sollten wir alle mitmachen.“ Er hoffe sehr, dass aus der Interessengemeinschaft ein eingetragener Verein werde. „Da würde ich natürlich sofort eintreten.“

Bürgeranregung zum Ischeroth abgeschmettert

Eine politische Überraschung hinsichtlich der Bürgeranregung zum Erhalt des Ischeroth – hier wurde, wie ausführlich berichtet, gefordert, die Planungen für das Industrieareal einzustellen – blieb indes aus. Bei 19 Ja- und acht Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen folgte das Gremium der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung und schmetterte den Wunsch der Aktivisten erwartungsgemäß endgültig ab. Die grundsätzlichen und seit vielen Jahren laufenden Planungen für das Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord gehen also weiter – und werden den immer mehr an Fahrt aufnehmenden Wahlkampf prägen.
Kornelia Busch-Pfaffe (CDU) dürfte die Gemütslage übrigens treffend zusammengefasst haben. „Bis wann soll denn bitte endlich Klarheit herrschen?“, fragte die Christdemokratin mit lauter Stimme in die Runde und meinte, man könne doch nicht bis ins Jahr 2075 weiterplanen.
Alle Beteiligten wird die Hoffnung einen, dass dieses abschreckende Szenario lediglich eine arg überspitzte Formulierung der stellv. Bürgermeisterin darstellt.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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