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Auch Freudenberger Rat lehnt Regionalplan ab
Lautstarke Empörung auf 43 Seiten

Für Freudenberg ist der Entwurf des Regionalplans alles andere als unter Dach und Fach. 43 Seiten voller Unmut gehen auf die Reise nach Arnsberg.
  • Für Freudenberg ist der Entwurf des Regionalplans alles andere als unter Dach und Fach. 43 Seiten voller Unmut gehen auf die Reise nach Arnsberg.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

nja Freudenberg. 43 Seiten Freudenberger Empörung über den Entwurf des Regionalplans landen nun im Posteingang der Bezirksregierung. Der Rat schickte seine ablehnende Stellungnahme am Donnerstag auf den Weg Richtung Arnsberg. Die Grünen waren nicht im Boot. Der Knackpunkt: Sie fordern zusätzlich die Streichung der Gewerbeflächen am Ischeroth.
"Parteiübergreifende Ziele können so in den nächsten 20 Jahren nicht umgesetzt werden."
Nicole Reschke
Bürgermeisterin„Mit dem jetzt vorliegenden Plan werden uns viele Entwicklungsmöglichkeiten genommen“, ärgert sich Bürgermeisterin Nicole Reschke. Parteiübergreifende Ziele des städtischen Leitbilds könnten so „in den nächsten 20 Jahren nicht umgesetzt werden“. Die kommunale Planungshoheit sei in Gefahr.

nja Freudenberg. 43 Seiten Freudenberger Empörung über den Entwurf des Regionalplans landen nun im Posteingang der Bezirksregierung. Der Rat schickte seine ablehnende Stellungnahme am Donnerstag auf den Weg Richtung Arnsberg. Die Grünen waren nicht im Boot. Der Knackpunkt: Sie fordern zusätzlich die Streichung der Gewerbeflächen am Ischeroth.

"Parteiübergreifende Ziele können so in den nächsten 20 Jahren nicht umgesetzt werden."
Nicole Reschke
Bürgermeisterin

„Mit dem jetzt vorliegenden Plan werden uns viele Entwicklungsmöglichkeiten genommen“, ärgert sich Bürgermeisterin Nicole Reschke. Parteiübergreifende Ziele des städtischen Leitbilds könnten so „in den nächsten 20 Jahren nicht umgesetzt werden“. Die kommunale Planungshoheit sei in Gefahr. –  Dies sind die gravierendsten Kritikpunkte:

  • Wohnbauflächen: Hier stimme die Berechnungsgrundlage nicht, wonach Freudenberg einen Überhang von 35 Hektar an potenziellen Flächen habe und diese zurückgeführt werden müssten. „Damit würde uns jegliche Gestaltungsmöglichkeit genommen.“ Die Nachfrage sei riesig, die Preise würden so weiter steigen.
  • Gewerbeflächen: Prioritäten des Rates für potenzielle zusätzliche Flächen wurden laut Stadt ignoriert, „stattdessen wurden ausschließlich weitere Flächen im Bereich Hommeswiese und Wilhelmshöhe-West berücksichtigt“ – und dies ausschließlich für Gewerbe, das die Umgebung z. B. mit Lärm, Geruch oder Abgasen belastet. Dies sei so gar nicht umsetzbar.
  • Natur und Landschaft: Im Plan vorgesehene Flächen für Natur- und Landschaftsschutz ragen laut Stadt „sehr nah an die Siedlungsbereiche heran oder überlagern diese“. Dies bedeute gravierende Einschränkungen für die Ausweisung von Siedlungsflächen und zum Teil auch für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung.
  • Wasserwirtschaft: Mit Blick auf die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten wird eine umfassende Überarbeitung und Neueinschätzung der Gefahrenlage aus heutiger Sicht gefordert. Darstellungen im Entwurf des Regionalplans beruhten zum Teil auf Grundlagen aus den Jahren 1905 bis 1912.

"Was soll Kommunalpolitik überhaupt noch machen?"

Die Politik ist verärgert. „Was soll Kommunalpolitik überhaupt noch machen?“ Diese Frage stellt SPD-Frontmann Henrik Irle, der Arnsberg mangelnde Ortskenntnis vorwirft. „Eine Entwicklung insbesondere von Baugebieten ist auf Basis des Entwurfs nahezu unmöglich.“ Christoph Reifenberger (CDU) schlug in die gleiche Kerbe, die Grünen kritisierten zudem den Zeitrahmen, sprachen von einem unerträglichen „Schweinsgalopp“, in dem weitreichende Entscheidungen auf den falschen Weg gebracht werden sollten.

Für Transparenz habe allein die Stadtverwaltung gesorgt, kritisierte Robert Krämer (FDP) das üppige Papier aus Arnsberg. Nicole Reschke hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Freudenberger Kritik nicht unerhört verhallt. Regierungspräsident Hans-Josef Vogel habe ihr bei seinem jüngsten Besuch im Alten Flecken signalisiert, sich der Sache anzunehmen und das Gespräch zu suchen. Reschke: „Ich gehe davon aus, dass alle Stellungnahmen mehr als ein Jahr Begutachtung benötigen.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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