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Leere Worthülse

SZ-Redakteur Tim Plachner.
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Es ist ein merkwürdiges Verständnis von Medienarbeit, wenn die Polizei auch eine Woche nach einem Vorfall, der nun die Abteilung „organisierte Kriminalität“ beschäftigt und der sich auf offener Straße, am helllichten Tage mitten in Freudenberg abgespielt hat, erst auf Anfrage unserer Zeitung Bericht erstattet. Zur Einordnung: In den Pressemeldungen vom 4. August geht es unter anderem darum, dass jemand die Tür seines Autos gegen ein anderes Auto geschlagen hat und nun Zeugen gesucht werden. Und dass auf einem Schulhof eine Schranke abgebrochen wurde. Das hielt die Polizei offensichtlich für berichtenswert.

Schlimmer

Es ist ein merkwürdiges Verständnis von Medienarbeit, wenn die Polizei auch eine Woche nach einem Vorfall, der nun die Abteilung „organisierte Kriminalität“ beschäftigt und der sich auf offener Straße, am helllichten Tage mitten in Freudenberg abgespielt hat, erst auf Anfrage unserer Zeitung Bericht erstattet. Zur Einordnung: In den Pressemeldungen vom 4. August geht es unter anderem darum, dass jemand die Tür seines Autos gegen ein anderes Auto geschlagen hat und nun Zeugen gesucht werden. Und dass auf einem Schulhof eine Schranke abgebrochen wurde. Das hielt die Polizei offensichtlich für berichtenswert.

Schlimmer ist jedoch das Bild, das die Polizei hier im Einsatz abgegeben hat. Ein Zeuge wendet sich hilfesuchend an die Behörde, berichtet von einer gewaltbereiten Menge. Und die Beamten treffen erst nach rund einer Stunde beim Geschädigten ein. Der Einwand, man sei nach 20 Minuten „im Einsatzraum“ gewesen, ist nicht mehr als eine leere Worthülse. Platt gesagt: Wenn der gegnerische Stürmer das Tor schießt, hat der Torhüter auch nichts davon, dass sich sein Abwehrspieler vorher schon „im Einsatzraum“ befunden hat.

Dass man das ausbleibende schnelle Eingreifen, das in diesem Fall glücklicherweise nur mit leichten Verletzungen geendet hat, aufgrund von „Einsatztaktik“ nicht weiter kommentieren mag, ist ebenso traurig. Im schlimmsten Fall liefert es eine Blaupause für etwaige weitere Attacken in der Zukunft: Ist der Mob nur groß genug, hält sich die Polizei im Zweifelsfall erst einmal zurück.

t.plachner@siegener-zeitung.de

Gewalt auf offener Straße

Autor:

Tim Plachner

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