Mit richtigem Geschäftsmodell unterwegs

Die Vorstandsmitglieder Rudolf Sander (l.), Karl-Heinz Münker (hintere Reihe 2. v. r.) und Rolf Lindenschmidt (hintere Reihe r.) bei der Ehrung der Gold-Jubilare, die der VR-Bank schon über 50 Jahre die Treue halten.  Foto: VR-Bank
  • Die Vorstandsmitglieder Rudolf Sander (l.), Karl-Heinz Münker (hintere Reihe 2. v. r.) und Rolf Lindenschmidt (hintere Reihe r.) bei der Ehrung der Gold-Jubilare, die der VR-Bank schon über 50 Jahre die Treue halten. Foto: VR-Bank
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sz Freudenberg. Unter dem Motto „Verlässlichkeit, Partnerschaft und hohe Qualität“ hat nach der Fusion die VR-Bank Freudenberg-Niederfischbach in der Generalversammlung ihren Jahresbericht 2008 vorgelegt. Vorstandsmitglied Rudolf Sander ging hierbei insbesondere auf die Anforderungen an das Genossenschaftsinstitut im Rahmen der Finanzmarktkrise ein. Diese habe gezeigt, dass die VR-Bank auch nach der Verschmelzung mit dem richtigen Geschäftsmodell unterwegs sei. „Gerade in solchen Zeiten des Umbruchs suchen die Menschen nach Nähe und Stabilität, nach Verlässlichkeit und Partnerschaft“, diagnostizierte Sander. Während die Mitbewerber große Wertberichtigungen und Abschreibungen bei ihren globalen Geldgeschäften hätten vornehmen müssen, habe die VR-Bank weiter mit den Menschen und den Unternehmen vor Ort zusammengearbeitet und den größten Teil des von den Mitgliedern und Kunden hereingenommenen Geldes direkt in die Region investiert und damit ihre Marktposition festigen können.

Sander belegte dies mit Zahlen. 12 797 Kunden, davon 5036 Mitglieder, habe die VR-Bank derzeit. Das bedeute ein deutliches Plus. Ebenfalls positiv: die Entwicklung der Bilanzsumme, die um fast 5,5 Prozent auf 167 Mill. Euro gewachsen sei. Aus Sicht der Fachleute besonders wichtig: das so genannte Kundengesamtvolumen. Hier hat das Genossenschaftsinstitut ebenfalls um weitere 2 Mill. Euro zugelegt und erreicht nun stolze 322 Mill. Euro. Gut sei, dass die Bank auch im vergangenen Jahr wieder innerhalb der Bilanz gewachsen sei. 111 Mill. Euro seien an Mitglieder und Kunden ausgeliehen worden. An neuen Kredit-Engagements seien 14 Mill. Euro hinzugekommen, und zwar je zur Hälfte für Privat- und für Firmenkunden. Sander: „Das böse Wort von der Kreditklemme – damit gemeint ist das Verweigern von Krediten gegenüber dem Mittelstand – ist damit unsererseits eindeutig widerlegt.“

Die VR-Bank verfügt nach der Zuweisung zu den Rücklagen über ein bilanzielles Eigenkapital von 11,9 Mill. Euro. Es bleibe die Basis für solides Wachstum auch in der Zukunft. Bei den Kundeneinlagen gab es ein deutliches Plus zu verzeichnen. Mit einer Steigerung von 5,5 Prozent erhöhten sich die Vermögenswerte der Mitglieder und Kunden auf 136 Mill. Euro. Vor allem Festgeldanlagen der VR-Bank (plus 10 Mill. Euro) waren als Alternative zur Wertpapieranlage gefragt.

Aufgrund der Stagnation bei den Erträgen aus Wertpapier und Depotgeschäft waren die Erträge aus dem Provisionsgeschäft insgesamt rückläufig. Auch das Zinsergebnis sei mit 1,7 Prozent zurückgegangen. Gründe seien sinkende Margen durch harten Wettbewerb, vor allem aber die niedrige Differenz zwischen kurz- und langfristigen Geldern. Nicht zuletzt mussten beim Gesamtergebnis der Bank Ausfallrisiken bei der mittelständischen Kundschaft berücksichtigt werden, die aufgrund der Finanzmarktkrise zum Teil mit erheblichen Umsatzeinbrüchen zu kämpfen hatten. „Wir sind angesichts der allgemeinen Lage der Wirtschaft und der Situation auf den Finanzmärkten im Besonderen mit unserem Jahresergebnis nur bedingt zufrieden“ stellte Sander fest. Nach der Zustimmung zum Jahresbericht und der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die Mitglieder der vorgesehenen Gewinnverteilung zu, bei der 124 000 Euro an Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet und 250 000 Euro den Rücklagen der Bank zugeführt wurden.

Bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen wurde für den zum 30. Dezember 2008 aus Altersgründen ausgeschiedenen Heinz Waffenschmidt von der Versammlung der 61-jährige Geschäftsführer der Fa. Tegro aus Freudenberg, Siegfried Görzel, in den Aufsichtsrat gewählt. Mitglied Stefan Imhäuser wurde für eine weitere Amtszeit in das Gremium bestätigt. Nach 48-jähriger Tätigkeit, davon allein 36 Jahre als Vorstand, verabschiedete sich Vorstandsmitglied Rolf Lindenschmidt von der Generalversammlung. Er begleitete sowohl die rasche Bankenentwicklung der 70er Jahre mit ihrem Weg in die Elektronisiserung ebenso erfolgreich, wie die Aufwärtsentwicklung der Volksbank Freudenberg und den Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Niederfischbach zu der heutigen VR-Bank Freudenberg-Niederfischbach. Mit lang anhaltendem Beifall dankten die Mitglieder dem Vorstandsmitglied für seine langjährige engagierte Tätigkeit. 50 Mitglieder wurden für eine 40-jährige Treue geehrt, 20 Mitglieder erhielten sogar eine Auszeichnung für 50-jährige Zugehörigkeit.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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