Mit Walze durch die Garagenwand

Bruchpilot stand vermutlich unter Alkohol

Am Ende einer spektakulären »Dienstfahrt« gab es Sachschaden in Höhe von 70000 DM

Oberholzklau. Bilanz einer »Dienstfahrt« mit einer Straßenwalze: Eine zerstörte Doppelgarage und zwei »geplättete« Personenwagen. Sachschaden insgesamt: 70000 DM. Im Ortskern von Oberholzklau hatte sich gestern Morgen ein vermutlich alkoholisierter 23-jähriger Straßenbauer auf den »Kutschbock« der rund sieben Tonnen schweren Walze geschwungen und war mit dem ausladenden Asphalt-Plätteisen über die leicht abschüssige Straße »Vor dem Löh« gerollt. Vor dem Haus von Ulrich und Karin B. lief dem 23-Jährigen die tonnenschwere Walze aus dem Ruder.

Als der Pilot bemerkte, dass er den stark motorisierten »Teerhobel« nicht mehr unter Kontrolle brachte, sprang er vom »Kutschbock«. Die unbemannte Walze tuckerte weiter und plissierte zunächst einen an einer Doppelgarage parkenden Pkw. Krachend durchbrach das rollende Arbeitsgerät dann die Seitenwand der solide gemauerten Doppelgarage (Richtfest um 1976) der Familie B. Dort wurde ein Personenwagen von herumfliegenden Gesteinsbrocken zerdellt.

Als sich die Walze Zutritt durch die Wand in die Garage verschaffte, waren Karin und Ulrich B. nicht zu Hause. Karin B.: »Ich hatte noch Besorgungen zu machen und war mit dem Auto unterwegs, als das alles passierte. Mein Mann war zur Arbeit. Als ich zurückkam, sah ich schon die Polizei vor unserem Haus und die Nachbarn guckten mich eigenartig an. Dann sah ich auch schon die Bescherung.« Karin B.sah zuerst dies: ein beschädigtes blaues Auto, das einer Nachbarin gehörte. Und dann kurz daneben eine Straßenwalze, die mit dem Heck aus der Garagenwand lugte. Die Frau bekam einen gewaltigen Schrecken. Der hatte sich etwas später gelegt. Karin B.: »Da dachte ich, Gott sei Dank sind keine Menschen zu Schaden gekommen.« So jung der Chauffeur, so alt die Walze: 37 Jahre hat sie laut Polizei auf dem Buckel.

Der Fahrer habe angegeben, dass in einer leichten Kurve plötzlich keine Bremswirkung mehr da gewesen sei. Die Walze sei immer schneller geworden, habe sich kaum noch steuern lassen. Die Polizei ließ dem Bruchpiloten eine Blutprobe entnehmen. Und: Die Oldtimer-Walze wurde sichergestellt. Gutachter werden sie in nächsten Tagen auf technische Mängel abklopfen.

dige

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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