Noch keine Entscheidung über das Schülerticket

Infos im Flecker Schulausschuss über Stand der Dinge

Freudenberg. Erneut geht es in der nächsten Sitzung des Freudenberger Schulausschusses um die Einführung einer Schülernetzkarte an den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet. Über den Sachstand informiert die Verwaltung der Stadt Freudenberg in der Sitzungsvorlage.

Ein Blick zurück: Im Februar dieses Jahres hatte der Stadtverordnete Gilbert Nell beantragt, die Möglichkeit der Einführung einer Schülernetzkarte an den weiterführenden Schulen der Stadt Freudenberg zu prüfen, um das Mobilitätsangebot für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Zur nächsten Sitzung des Schulausschusses im Mai wurde das in den Städten Bonn und Troisdorf durchgeführte Pilotprojekt zur Erprobung eines Schülertickets beschrieben. Gleichzeitig wurde der Ausschuss über allgemeine und die Stadt Freudenberg betreffende Fragen bezüglich des Schülertickets informiert. Ebenso wurden die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) gebeten, bis zum 18. August 2000 ein entsprechendes Angebot vorzulegen.

Am 30. Oktober nun teilten die VWS mit, dass sie gemeinsam mit dem Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd ein Wirtschaftsunternehmen mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt hatten. Dieses liege jedoch noch nicht vor. Jedoch könnte, so die VWS, nach derzeitigem Sachstand die Abgabe eines Schülertickets auf Basis eines zwischen einem Verkehrsunternehmen und dem Schulträger zu schließenden Vertrages erfolgen. Danach würde ein Schulträger für alle Schüler ab der 5. Klasse Schülertickets zu dem in der Fahrpreistafel ausgewiesenen Preis beziehen. Die Festsetzung der Höhe des internen Abgabepreises stehe dem Schulträger frei. Eine hohe Abnahmequote könnte zu niedrigeren, eine niedrige Abnahmequote zu höheren internen Abgabepreisen führen. Die Finanzierung könnte für den Bereich der freifahrtberechtigten Schüler aus Mitteln des Schulfinanzgesetzes bzw. der Schülerfahrkostenverordnung zuzüglich eines eventuellen Zuschlags für die Freizeitnutzung und für den Bereich der nicht freifahrtberechtigten Schüler aus den erzielten internen Verkaufserlösen erfolgen.

Nach Berechnungen, vorgelegt beim Städtetag NRW in Köln, liege die Eigenbeteiligung in der Regel bei 20 DM, wobei eine hundertprozentige Abnahme je Schule vorgesehen ist. Anders als beim Semesterticket für Studenten ist jedoch beim Schülerticket eine Abnahmepflicht offenbar nicht durchsetzbar, so dass eine hundertprozentige Abnahme nicht erreicht wird. Eventuelle Fehlbeträge würden durch die Schulträger bzw. Sponsoren abgedeckt. Unklar sei indes noch, wer die im Zusammenhang mit dem Schülerticket anfallenden Verwaltungs- und Inkassoarbeiten übernehme.

Jedoch sei erst, wenn entsprechende ÖPNV-Angebote vorlägen, im ländlichen Bereich mit einem Interesse an dem Schülerticket und einer entsprechend hohen Abnahmequote zu rechnen. Absehbar sei bereits jetzt, dass die Eigenbeteiligung der Eltern bzw. der Zuschussbedarf beim Angebot eines Schülertickets im ländlichen Bereich höher liegen werde als bei den laufenden Modellversuchen.

Sowohl die Vertreter der Verkehrsverbände und -verbünde als auch das NRW-Ministerium für Mittelstand, Energie und Verkehr beabsichtigen laut Vorlage, bis Mitte November jeweils ein Konsenspapier zu erstellen, in denen die rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen für die Einführung des Schülertickets niedergelegt werden sollen. Diese Papiere werden anschließend mit den kommunalen Spitzenverbänden abgestimmt, bevor später ein klarstellender Erlass zum Schülerticket formuliert werden soll.

Die Verwaltung stellt klar, dass wegen der noch unklaren Erkenntnisse zurzeit noch keine Entscheidung über die Einführung des Schülertickets möglich sei. Zur weiteren Aufklärung soll in der Schulausschusssitzung ein Vertreter der VWS zur Verfügung stehen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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