Oberheuslinger leisten Widerstand

Fatale Verkehrssituation befürchtet

Unmut gegen Bebauungspläne vorgetragen / Gesonderte Erschließungsstraße gefordert

Oberheuslingen. Spannung lag in der Luft, am Dienstagabend im Sängerheim in Oberheuslingen. Dort hatten gut 80 interessierte Bürger an den aufgestellten Tischen Platz genommen, um ihrem Unmut gegenüber den Oberheuslingen betreffenden Bebauungsplänen der Stadt Freudenberg Gehör zu verschaffen. 20 der betroffenen »Parteien« warteten gleich mit juristischem Beistand auf, einem von ihnen beauftragten Rechtsanwalt aus einer Siegener Anwaltskanzlei. Dort sollen schon jetzt 150 Unterschriften gegen den Bebauungsplan in der Verlängerung Heuslinger Hang vorliegen.

Mit so viel Oberheuslinger Widerstandsgeist im Vorfeld hatten offensichtlich weder Freudenbergs Baudezernent Karl-Hermann Hartmann noch Vorhabenträger Horst Maginski (Architektur-Büro Maginski in Kreuztal) gerechnet, als die Stadt Freudenberg zu diesem ersten Info-Abend bezüglich des potenziellen Neubaugebietes in der Verlängerung des Heuslinger Hangs in südwestlicher Richtung eingeladen hatte. Bis zum heutigen Donnerstag liegt dieser vorläufige Bebauungsplan bei der Stadt Freudenberg offen, bis zum 23. Mai dürfen die Oberheuslinger noch ihre Vorschläge und Kritikpunkte dazu bei der Stadt Freudenberg in schriftlicher Form einbringen. Erst danach werden Stadtentwicklungsausschuss und andere betroffene Gremien erneut beraten.

Bevor Baudezernent Hartmann und Vorhabenträger Maginski das Projekt näher erläuterten, gab Hartmann Auskunft über die Entscheidung der Stadt, dieses potenzielle Baugebiet aufgrund der derzeit auch in Freudenberg bestehenden angespannten Haushaltslage an einen so genannten Vorhabenträger zu übertragen, anstatt ein (wie bis Anfang der 1990er Jahre) übliches Umlegungsverfahren anzustreben. Viele der anfallenden Kosten bei der Erschließung eines Neubaugebietes könnten so auf den Vorhabenträger übertragen werden, erklärte Hartmann.

Maginski plant für dieses Areal mit Randhanglagen und flacher Kuppe in der Mitte von insgesamt ca. 15500 qm Fläche vorläufig 29 Eigenheime (wahlweise mit oder ohne Keller) in je nach Topografie ein- bzw. zweigeschossiger Bauweise, je nach Wunsch mit Sattel- oder Pultdach. Letztere Dachform, obwohl nicht landschaftstypisch für den heimischen Raum, erfreue sich zurzeit zunehmender Beliebtheit bei vielen Bauherren, erklärte Maginski. Allerdings hat die Stadt Freudenberg festgelegt, dass in diesem Baubereich bei Häusern mit Satteldach nur eine maximale Firsthöhe von 10 m und bei Häusern mit Pultdach nur eine maximale Dachhöhe von 7 m an der Höchstseite zulässig ist. Maginski hat in seinem Konzept 29 Bauplätze vorgesehen mit Grundstücksgrößen von 400 qm bis 480 qm bzw. von ca. 800 qm. Ferner seien pro Grundstück nur zwei Wohneinheiten vorgesehen, erklärte der Vorhabenträger. Darüber hinaus verwies er auf den momentanen Trend, wonach viele Bauherren inzwischen eine Wohnfläche von 110 qm bis 120 qm favorisierten, vor allem auch in Hinblick auf die Pflegeleichtigkeit des Wohnraums im Alter.

Was aber nun erzeugt eigentlich bei so vielen Oberheuslingern Ängste noch vor Bekanntwerden der einzelnen Bebauungspläne, wobei zu berücksichtigen ist, dass Oberheuslinger Grundstückseigentümer ursächlich ihren Wunsch nach Grundstücksverkauf seinerzeit bei der Stadt Freudenberg vortrugen? Festzuhalten ist, dass die »Grönner« derzeit offenbar in zwei Lager gespalten sind. Hauptwiderstand gegen das Maginski-Projekt kommt derzeit offensichtlich von den jetzigen Anwohnern »Heuslinger Hang« und »Zum Berge«. Also von denjenigen Bürgern, die dort selbst erst vor wenigen Jahren ihre neuen Eigenheime bezogen.

Hauptärgernis sind dabei für sie die ihrer Ansicht nach in diesem Bereich viel zu engen Straßenverhältnisse (4,75 m – 5,50 m). Sie fürchten außerdem, dass bei 29 Häusern mit jeweils zwei Wohneinheiten bald vier Autos pro Grundstück gezählt werden. Eine langfristig fatale Verkehrssituation sei deshalb schon jetzt absehbar, so einige Anwohner. Als entschiedendster Gegner des Bauvorhabens tat sich Erhard Hosfeld hervor, der eine voraussichtliche Wohnbeeinträchtigung durch Baulärm und -fahrzeuge für nicht hinnehmbar erklärte.

Wunsch der Bauvorhaben-Gegner: Maginski solle sich um einen Plan bemühen, der auch eine gesonderte Erschließungsstraße für diesen Baubereich vorsehe. Zumal damit zu rechnen sei, dass es langfristig nicht bei diesen 29 Häusern bleiben werde. Ein weiteres Argument: Schon jetzt sei die Verkehrssituation am Kindergarten zur Mittagszeit völlig unzumutbar. Einwendungen gegen Maginskis konkrete Häuser-Planungen gab es nicht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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