„Ökologischer und ökonomischer Wahnsinn“

„Schluss mit diesem ökologischen und ökonomischen Wahnsinn! Verzicht auf das Gewerbegebiet Oberschelden und auf die L 565-neu!“, forderten gestern Vertreter der Bürgerinitiativen am und im Freudenberger Rathaus. Foto: fr
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fr Freudenberg. Die Zahlen und Prognosen des Verkehrsgutachtens waren noch nicht verkündet, da lag die Stellungnahme der Bürgerinitiativen „NEIN zur L 565-neu – JA zu Mensch, Natur und Landschaft“ sowie „Oberschelden macht mobil“ in der SZ-Redaktion schon vor.

Wissenschaft und Umweltforschung warnten seit vielen Jahren vor der weiteren Zerstörung unseres natürlichen Lebensraumes, heißt es dort. „Was machen unsere Siegener und Freudenberger Kommunalpolitiker? Sie glauben offenbar immer noch, die Natur sei ein Vermarktungsobjekt, das man zum Nulltarif grenzenlos für wirtschaftliche Zwecke ausbeuten kann. Wie anderes könnte man sich die rücksichtslose Zerstörung eines Naturschutzgebietes (Süsselberg), die Zerstörung einer wertvollen Biotopverbundfläche (Oberschelden), die Zerschneidung einer weitgehend intakten, zusammenhängenden Landschaft erklären?“, fragen die Initiativen.

Auf einer Länge von 4,7 Kilometern werde die Landschaft mit vier Brücken und einer zusätzlichen Autobahnauffahrt zubetoniert – mit verheerenden Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt und die Lebensqualität der Bürger in Dirlenbach, Niederndorf, Heuslingen, Oberfischbach und Heisberg. Der Freudenberger Bürgermeister und einige Ratsmitglieder müssten sich die Frage gefallen lassen, ob sie eigentlich wüssten, dass auch die Bürger dieser Ortsteile „Freudenberger“ seien.

Man könne sicher sein: Das Verkehrsgutachten werde versuchen, Verkehrsströme zu prognostizieren, die durch das geplante Gewerbegebiet Oberschelden entstehen würden, um die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße zu rechtfertigen. Es werde sich zeigen: Nicht die Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße sei der Grund für dieses „ökologisch und ökonomisch wahnsinnige Projekt“, sondern der Autobahnanschluss an das geplante Gewerbegebiet Oberschelden.

Auch Rheinland-Pfalz habe kein Interesse an der L 565-neu, wie immer wieder behauptet werde, da durch den Weiterbau der HTS ein Autobahnanschluss für die Nachbarn gegeben sei. Im Übrigen sei „höchst fraglich“, wie überhaupt der Auftrag für das Verkehrsgutachten und das noch ausstehende Umweltgutachten rechtlich zu begründen sei, da die L 565-neu nicht im Landesstraßenbedarfsplan stehe. Zudem stelle sich die Frage, wer „diesen Wahnsinn bezahlen soll“. Die Antwort falle leicht: „Unsere Kinder und Enkel natürlich! Und dies würde selbst bei einem rasanten Wirtschaftsaufschwung und einer von Vernunft gesteuerten Finanzpolitik der Fall sein (beides ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten).“Fazit der Bürgerinitiativen: „Die Konsequenz in unserem Falle kann nur lauten: Schluss mit diesem ökologischen und ökonomischen Wahnsinn! Verzicht auf das Gewerbegebiet Oberschelden und auf die L 565-neu!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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