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Heisberg und Lindenberg: Straßen NRW will die Ampel
Ortsvorsteher bestehen auf Kreisverkehr

Die Ortsvorsteher von Heisberg und Lindenberg, Wolfgang Berg (l.) und Arno Krämer, plädieren für einen Kreisverkehr am Seelbacher Weiher.
  • Die Ortsvorsteher von Heisberg und Lindenberg, Wolfgang Berg (l.) und Arno Krämer, plädieren für einen Kreisverkehr am Seelbacher Weiher.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nja Heisberg/Lindenberg. Kreisverkehr statt Ampel – diese Variante am Knotenpunkt „Freiheit“ beim Seelbacher Weiher, wo L 562 (Siegener Straße) und L 565 (Heisberger Straße) aufeinandertreffen, wird es erst einmal nicht geben. Der Landesbetrieb Straßenbau lehnt den Antrag der beiden Ortsvorsteher von Lindenberg und Heisberg ab. Aus unterschiedlichen Gründen.
Hoffnung auf verbesserten VerkehrsflussArno Krämer und Wolfgang Berg versprechen sich von besagtem Kreisel hingegen einen deutlich verbesserten Verkehrsfluss. Als Ortsvorsteher „der beiden mit Verkehr erheblich belasteten Ortsteile“ haben sie neben unnötigen Wartezeiten vor einer roten Ampel die damit einhergehenden Schadstoffe im Blick: „Verkehr soll sich bewegen und nicht stehen.

nja Heisberg/Lindenberg. Kreisverkehr statt Ampel – diese Variante am Knotenpunkt „Freiheit“ beim Seelbacher Weiher, wo L 562 (Siegener Straße) und L 565 (Heisberger Straße) aufeinandertreffen, wird es erst einmal nicht geben. Der Landesbetrieb Straßenbau lehnt den Antrag der beiden Ortsvorsteher von Lindenberg und Heisberg ab. Aus unterschiedlichen Gründen.

Hoffnung auf verbesserten Verkehrsfluss

Arno Krämer und Wolfgang Berg versprechen sich von besagtem Kreisel hingegen einen deutlich verbesserten Verkehrsfluss. Als Ortsvorsteher „der beiden mit Verkehr erheblich belasteten Ortsteile“ haben sie neben unnötigen Wartezeiten vor einer roten Ampel die damit einhergehenden Schadstoffe im Blick: „Verkehr soll sich bewegen und nicht stehen.“ Sie fordern zudem eine Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer, schließlich gilt: Wer einmal im Kreisel unterwegs ist, hat Vorfahrt.

Ortsvorsteher: Ständig ist die Ampel rot

„Selbst nachts ist die Ampel in Betrieb. Hier steht man auch um 2 Uhr noch und wartet auf Grün“, bemängeln sie. Im Kreisel würde „ein gleichmäßiger Verkehrsfluss entstehen, der nicht nur für Berufstätige zu den üblichen Stoßzeiten, vor allem zwischen 7 und 8 sowie 16 bis 17.30 Uhr, eine erhebliche Entlastung mit sich bringen würde“. Rechtsabbieger von Heisberg kommend und auch Linksabbieger in Richtung des 200-Seelendorfs sowie Oberfischbachs und des AK-Lands „stehen und stehen hier vor der roten Ampel“, berichtet Wolfgang Berg. Krämer ergänzt seine Erfahrungen: Geradeausfahrer zwischen Lindenberg und Siegen erhielten zu den Stoßzeiten zweimal hintereinander grünes Licht.
Ihr Anliegen, so Krämer und Berg im SZ-Gespräch, sei nicht neu. „Wir haben aber zunächst abgewartet, ob die Fertigstellung der Hüttentalstraße bis Niederschelden vielleicht positive Auswirkungen hat.“ Schließlich spielten hier Pkw und Lkw aus dem AK-Land eine nicht unwesentliche Rolle. Dies aber sei ganz offensichtlich nicht der Fall. „Sollen wir jetzt noch auf die Ortsumfahrung Mudersbach warten?“

L 562 ist Umleitungsstrecke

Was hält der Landesbetrieb dagegen? Dass beim Kreisverkehr alle Zu- und Abfahrten gleichberechtigt seien, könne sich nachteilig auf den Verkehrsfluss der Siegener Straße auswirken, lautet ein Argument: Vor allem, wenn es auf der A 45 zu Behinderungen komme und der Verkehr über die L 562 – die offizielle Umleitungsstrecke – gelenkt wird. Das teilt die Stadt Freudenberg zur Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am Donnerstag mit.

Ampel steuert "grüne Welle"

Zum anderen, so der Landesbetrieb, diene die Ampel in Fahrtrichtung Siegen als „Pförtnerampel“, die im weiteren Verlauf die „grüne Welle“ einleite und steuere. Bei Kreisverkehren außerhalb geschlossener Ortschaften dürften zudem keine Fußgängerüberwege, also Zebrastreifen, angelegt werden. Das heißt: Für Passanten müsste eine „Über- oder Unterquerung“ gebaut werden. Dass der Kreisverkehr zu einer Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit in den Ortschaften führen solle, kann die Landesbehörde nicht nachvollziehen. Dazu sei die Entfernung zu groß.
Die beiden Ortsvorsteher schütteln verständnislos den Kopf und halten dagegen. „Es gibt praktisch keine grüne Welle auf der Siegener Straße“, sagen sie und verweisen auf die Auswirkungen der Kontaktschleifen an den Einmündungsstraßen. Andererseits führe die Verheißung der grünen Welle immer wieder zu gefährlichen Situationen: Wenn Autofahrer versuchten, „auf den letzten Drücker“ noch auf der Welle mitzuschwimmen.

Eindruck "einer Rennstrecke

Stichwort Umleitungsverkehr A 45: Gerade wenn von Lindenberg kommend viele Fahrzeuge auf der L 562 unterwegs seien, fließe dieser Verkehr in einem Kreisel doch schneller ab, so Krämer und Berg sinngemäß. Breite und zweispuriger Ausbau erweckten den Eindruck „einer Rennstrecke“, meint Arno Krämer. Ein Kreisel werde zur Entschleunigung beitragen.
Zebrastreifen dürfe es in der Tat nicht geben, räumen die Ortsvorsteher ein: „Wohl aber Fußgängerquerungen.“ Eines habe der Landesbetrieb gar nicht auf dem Schirm: Der Kreis Siegen-Wittgenstein arbeite doch an einem Radwegekonzept. „Das sieht auch Radschnellwege vor. Und hier wird ein Knotenpunkt sein“, so Krämer und Berg: „Es muss also sowieso umgebaut werden.“ Im Zuge des Beteiligungsverfahrens habe es etliche Hinweise von Radlern aus Richtung Heisberg gegeben, die sich nicht sicher fühlten. Berg: „Da wird aus Not oft verbotenerweise über den Bürgersteig gefahren.“
Die beiden Ortsvorsteher hoffen übrigens auf Unterstützung aus der Nachbarkommune: Richtung Siegen gebe es schließlich weitere kreiseltaugliche Einmündungsbereiche ...

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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