Curry trifft auf Brotzeit
Patres gründen karmelitische Wohngemeinschaft

Pater Antony Padamattummal (l.) und Pater Ruben Pinheiro könnten zufriedener nicht sein, sie lieben ihre Arbeit und das Leben hier.
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lm Freudenberg. Wiesengrüne Teeplantagen und ein meerblauer indischer Ozean. Der Geruch von Kokosnuss und feurigem Gewürz liegt in der Luft. Gegessen wird mit bis zu sieben Geschwistern an einem Tisch. Es gibt ein typisch indisches Curry, manchmal vegetarisch, gerne mit frischem Fisch. All das haben Pater Antony Padamattummal und Pater Ruben Pinheiro vor mehr als 15 Jahren zurückgelassen.

Die Geistlichen sind zufrieden im Siegerland

Ihr Leben in Indien ist eine schöne Erinnerung. „Doch unsere Gegenwart ist hier und jetzt, das ist gut so“, erzählt Pater Ruben freudig. Denn heute leben die zwei Geistlichen im Siegerland und könnten zufriedener nicht sein: Pater Antony und Pater Ruben lieben ihre Arbeit und das Leben hier. „Gott ist meine Freude. Das möchte ich in die Gemeinde übertragen“, beschreibt Pater Ruben sein Lebensmotto, „aber um das möglich zu machen, muss man mit den Siegerländern erst mal warm werden“, lacht er verschmitzt. Doch wie kommt es, dass es zwei junge, indische Männer in das Siegerland zieht?

Rückblick: Pater Antony wird 1976 im Süden Indiens geboren. Er wächst in Kerala, dem Land der Kokosnüsse, mit vier Geschwistern in einem Haus am Meer auf. Sein Vater ist Tagelöhner und seine Mutter Hausfrau, seine Familie ist sehr religiös. Im Alter von nur 15 Jahren besucht er das erste Mal das Priesterseminar im Kloster, studiert Philosophie und Theologie, bevor er 1990 dem Karmelitenorden beitritt und schließlich im Jahr 2000 das Ewige Gelübde ablegt, um zwei Jahre später die Priesterweihe zu empfangen.

Als Seelsorger in der ganzen Welt unterwegs

Anschließend schickt ihn der Orden der Karmeliten um die Welt, um andere Gemeinden zu unterstützen, oft als Seelsorger. Pater Antony reist so vor 15 Jahren zum ersten Mal nach Deutschland, ist zwischenzeitlich auch in Washington oder in Bad Driburg eingesetzt, bevor er schließlich ins Siegerland kommt. „Hier gefällt es mir sehr gut, besser als in den Staaten, die US-Amerikaner können gar kein Auto fahren“, witzelt der 45-Jährige und ist stolz, im Autoland Deutschland zu wohnen. „Aber letztendlich gehen wir dort hin, wo der Orden uns hin schickt, wo wir eben gebraucht werden“, erklärt er weiter.

Auch Pater Ruben wächst im Süden Indiens auf, er hat drei Schwestern und fünf Brüder. „Große Familien sind total normal in Indien“, sagt der 47-Jährige. Sein Vater war Tagelöhner, seine Mutter Hausfrau. Er studiert Philosophie und Theologie und lernt dort Pater Antony zum ersten Mal kennen. Die Ausbildung zum Ordenspriester der Karmeliten dauert insgesamt 13 Jahre. Der Geistliche arbeitet anschließend drei Jahre als Meister und bildet im Karmelitenorden, der oft auch Bettlerorden genannt wird, andere Gläubige aus.

Von Pisa bis Freudenberg

Dann wird er nach Pisa geschickt. „Das italienische Essen war köstlich, die Menschen sehr offen“, fasst er sieben Jahre Italien zusammen. Danach geht es nach Dublin in Irland, bevor er im Jahr 2015 ins Siegerland zieht, zuerst nach Bad Berleburg und später nach Freudenberg.

Nun sind beide als Ordenspriester im Pastoralen Raum Siegen-Freudenberg tätig – und das mit großer Freude. „Wir leben im Hier und Jetzt“, erklärt Pater Ruben. „So versuchen wir, Freude, Harmonie und Hilfe weiter zu geben.“ Pater Antony fügt hinzu: „Wir sind dafür da, um Menschen zu helfen. Unsere Hilfe anbieten und auch Trost zu spenden, macht uns glücklich.“

An Indien denken beide oft, manchmal vermissen sie es auch. „Deswegen haben wir jetzt eine Wohngemeinschaft gegründet und sind zusammen gezogen.“ Ganz nach dem Motto: Zusammen ist man weniger allein. Gemeinsam beten die Geistlichen, verbringen ihre Freizeit miteinander und kochen ganz viel. „Es gibt Currys, Reis mit Fisch und Gemüse. Oder auch mal eine typisch deutsche Brotzeit“.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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