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Tierrechtsorganisation kritisiert Zirkus Trumpf
"Peta will uns ruinieren"

Nadine Trumpf steht mit den Alpakas ganz allein in der Manege. Die Tiere abzugeben kommt für die Familie auch ohne Zirkusbesucher nicht in Frage.
  • Nadine Trumpf steht mit den Alpakas ganz allein in der Manege. Die Tiere abzugeben kommt für die Familie auch ohne Zirkusbesucher nicht in Frage.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ap Freudenberg. Seit einem Jahr schon sitzen die Trumpfs in ihrem Freudenberger Winterquartier fest. Keine Auftritte, keine Zuschauer, keine Einnahmen. Was bleibt, sind große Existenzängste – insbesondere wegen der hohen Tierhaltungskosten. Dazu kommt jetzt noch ein Appell der Tierrechtsorganisation Peta: Der Zirkus soll seine Tiere freiwillig und dauerhaft abgeben. „Die Unterbringung und eine oftmals mangelhafte Versorgung, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod“, argumentiert die Organisation. Ist ihre Forderung also gerechtfertigt?
Haltung nicht zu beanstanden„Teilweise“, sagt Peter Merzhäuser, 1. Vorsitzender des Tierparks Niederfischbach.

ap Freudenberg. Seit einem Jahr schon sitzen die Trumpfs in ihrem Freudenberger Winterquartier fest. Keine Auftritte, keine Zuschauer, keine Einnahmen. Was bleibt, sind große Existenzängste – insbesondere wegen der hohen Tierhaltungskosten. Dazu kommt jetzt noch ein Appell der Tierrechtsorganisation Peta: Der Zirkus soll seine Tiere freiwillig und dauerhaft abgeben. „Die Unterbringung und eine oftmals mangelhafte Versorgung, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod“, argumentiert die Organisation. Ist ihre Forderung also gerechtfertigt?

Haltung nicht zu beanstanden

„Teilweise“, sagt Peter Merzhäuser, 1. Vorsitzender des Tierparks Niederfischbach. Es gebe (wilde) Tierarten, die sich absolut nicht für eine Zirkushaltung eignen. „Bei Ponys oder Lamas sehe ich da aber überhaupt kein Problem“ – vorausgesetzt, es würden Ausläufe geschaffen und Haltungsanforderungen erfüllt. Das scheint in diesem Falle zumindest gegeben zu sein, wie das Veterinäramt auf SZ-Anfrage erklärt: „Letztmalig wurde der Zirkus Trumpf im Dezember 2020 unangekündigt überprüft. Die Haltung war nicht zu beanstanden. Alle Tiere waren ausreichend mit Futter und Wasser versorgt, ein trockener Liegebereich stand ihnen zur Verfügung. Futtervorräte waren vorhanden.“

Tiere gehören zur Familie

Für die Trumpfs kommt jedenfalls „auf gar keinen Fall“ infrage, die Tiere abzugeben. „Wir hängen mit Leib und Seele daran. Die gehören zur Familie, unsere Kinder sind mit den Tieren groß geworden“, erzählt Silvana Trumpf. „Außerdem haben wir ja keine Löwen, Elefanten oder Pumas. Das sind Tiere, die jeder Bauer auf der Wiese stehen hat.“ Die Ziegen, Alpakas, Shetlandponys, Pfautauben und Hunde seien zudem nur in einem kleinen Umfang Teil des Zirkus-Programms. Peter Merzhäuser spricht in diesem Zusammenhang von einem „existenziellen Beschäftigungsfaktor“. Genügend Bewegung hätten die Tiere trotz der kleinen Gehege, das betont Trumpf immer wieder. Viel wichtiger als der Platz sei die Beschäftigung der Tiere, erklärt Merzhäuser. „Peta setzt Bewertungsmaßstäbe, die der Seele eines Tieres nicht gerecht werden“, findet er. Und auch in den ständigen Transporten sieht Merzhäuser kein Problem. Bei Turnierpferden oder Hunden sei das nichts anderes.

"Peta geht es nicht um die Tiere"

„Peta will uns einfach ruinieren“ – so der Eindruck der Zirkusfamilie. „Denen geht es im Endeffekt auch gar nicht um die Tiere. Die wollen generell keinen Zirkus mehr haben“, glaubt Silvana Trumpf. Sorgen mache sie sich deshalb auch um das eigene Wohl. „Uns geht es beschissener als unseren Tieren“, sagt sie. Nachdenklich stimme sie nicht nur die jetzige Situation, sondern vor allem die ungewisse Zukunft. Wann wird die Familie endlich ihre Zelte in Freudenberg abbrechen und in eine neue Saison aufbrechen können? Wann wird es endlich wieder Shows mit Zuschauern geben?
Bei einer Sache ist sich Silvana Trumpf aber sicher: „Zirkus ist Kultur für die Kinderaugen“ – und diese sollte auch künftig aufrechterhalten werden. Diese Meinung teilt auch Peter Merzhäuser vom Niederfischbacher Tierpark. „Wie sollen Kinder ein Gefühl für Tiere und Naturschutz bekommen, wenn sie das nicht selbst erleben?“

Autor:

Alexandra Pfeifer

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