„Projekt akut gefährdet“

fr Freudenberg. Jugendhotel oder Pflegeheim? – eine Entscheidung dieser Frage mit Blick auf die zukünftige Nutzung des Gambachsweiher-Areals (die SZ berichtete) kommt wohl schneller als erwartet auf Rat und Verwaltung zu. Hintergrund: Wie einer der beiden Interessenten, der Initiator und Entwickler des Projekts „Residenz am Kurpark“, ein Alten- und Pflegeheim mit 80 Pflegeplätzen, der SZ mitteilte, wurde ihm seitens der Heimaufsicht des Kreises Siegen-Wittgenstein eine letzte Frist bis zum 31. August gesetzt, noch fehlende Konzeptionsunterlagen und aktualisierte Baupläne einzureichen. Dazu sei aber notwendig, dass die Stadt Freudenberg für das Grundstück am Gambachsweiher den Investoren eine Kaufoption einräume: „Nur dann investieren wir nach massiven Vorleistungen weiter Geld. Ohne eine konkrete Entscheidung seitens der Stadt Freudenberg ist das Projekt massiv gefährdet“, so der gebürtige Alchener.

Dies bekräftigt er auch in einem Schreiben, das er an Bürgermeister Eckhard Günther und an die Fraktionsvorsitzenden zur Kenntnis geschickt hat. Darin heißt es: „Mit Schreiben vom 25. Juni 2009 haben Sie mich darüber informiert, dass Sie nicht in der Lage sind, die gewünschte Kaufoption der AviaRent Management S.a.r.l. (Investor, die Redaktion) einzuräumen. Wie ich Ihnen bereits mitgeteilt habe, stehe ich weiterhin zu meinem Vorhaben und werde auch weitere Verzögerungen seitens der Stadt Freudenberg gezwungenermaßen hinnehmen. Ich bin jedoch für die Realisierung des Projektes nicht alleine ausschlaggebend.“ Der Kreis Siegen-Wittgenstein, genauer gesagt die für Freudenberg zuständige Heimaufsicht, habe sich zu den gestellten Anträgen erneut gemeldet. Mit einer letzten Frist zum 31. August sollten die aktualisierten Baupläne sowie die noch fehlenden Unterlagen eingereicht werden, damit die Prüfung zur Abstimmung gemäß §1 Abs. 1 Satz 3 AllgFörderPflegeVO erfolgen könne. Auf eigene Kosten, so der Entwickler, habe er schon eine umfangreiche Marktanalyse durchgeführt. Das Architektenteam habe bereits ca. 700 Stunden am Projekt Freudenberg gearbeitet: „Wie gesagt, wir haben keinen schnellen Entwurf gemacht, sondern auf der Basis des vorliegenden Beschlusses der Stadt Freudenberg vom 19. Juni 2008 eine fertige Planung erstellt.“ Da die notwendige Änderung der Pläne sowie die Abstimmung mit den zuständigen Behörden weitere Kosten verursachten, von Seiten der Stadt Freudenberg jedoch scheinbar kaum Interesse an einer Umsetzung des Projektes bestehe, sei er nicht bereit, noch weiter finanziell in Vorleistung zu treten. Wie er bereits im April 2008 mitgeteilt habe, könnten Pflegeheime, die vor dem 1. Juli 2008 beantragt wurden, über 25 Jahre abgeschrieben werden. Sein Antrag auf Abstimmung sei aus diesem Grund bereits am 24. Juni 2008 gestellt worden. Sei dieser nicht aufrechtzuerhalten, so müsse ein erneuter Antrag gestellt werden. In dem Schreiben heißt es weiter: „Die Abschreibung würde dann 50 Jahre betragen, die Investitionskosten, die die Bewohner tragen, würden um 4,58 Euro pro Pflegetag sinken. Für das Projekt in Freudenberg bedeutet dies, dass bei 80 Pflegeplätzen ca. 133 736 Euro pro Jahr für die Finanzierung des Gebäudes fehlen würden. Die AviaRent Management S.a.r.l. wird zu diesen Konditionen das Haus in Freudenberg nicht mehr finanzieren, sondern sich in anderen Bundesländern engagieren. Für andere Investoren gilt dies ebenfalls. Aufgrund der o. g. Fristsetzung der Heimaufsicht ist das Projekt in Freudenberg akut gefährdet. Da ich mit meinem Architektenteam ca. zwei Wochen Zeit für die Aktualisierung der Baupläne und die Vorbereitung der Unterlagen benötige, möchte ich bis zum 15. August 2009 eindringlich um die Einräumung einer Kaufoption bitten.“

Für eine Stellungnahme war Bürgermeister Eckhard Günther gestern Nachmittag nicht erreichbar.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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