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Kein Feuerwerksverbot
Pyrotechniker mit aktueller Regelung zufrieden

Noch sind viele Kisten im Lagerraum von Fischer-Pyrotechnik ungeöffnet. Quasi das gesamte Jahr ist für Inhaber Thomas Fischer flachgefallen. Nun bleibt immerhin das Silvestergeschäft. Das macht bei dem Freudenberger Unternehmen allerdings keinen großen Teil des Jahresumsatzes aus.
  • Noch sind viele Kisten im Lagerraum von Fischer-Pyrotechnik ungeöffnet. Quasi das gesamte Jahr ist für Inhaber Thomas Fischer flachgefallen. Nun bleibt immerhin das Silvestergeschäft. Das macht bei dem Freudenberger Unternehmen allerdings keinen großen Teil des Jahresumsatzes aus.
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juka Siegen. Der große Knall zum Jahresende wird doch nicht ausbleiben, ein generelles Feuerwerksverbot nicht kommen. Nur auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen darf nicht gefeuert werden, dennoch gibt es aus Berlin die Empfehlung, auf Feuerwerk zu verzichten. Gebannt verfolgt hat die Debatte natürlich Thomas Fischer (41), Inhaber von Fischer-Pyrotechnik in Freudenberg. Mit der SZ sprach er über die Entscheidung, ausfallende Einnahmen und vorgeschobene Argumente.

Herr Fischer, wie erleichtert sind Sie, dass es kein komplettes Verbot von Feuerwerkskörpern an Silvester geben wird?
Die Erleichterung ist natürlich ein Stück weit da. Als diese Diskussion vor zwei Wochen aufkam, war das die dicke Knüppel-Nachricht. Wir haben das ganze Jahr keinen Cent Umsatz gemacht.

juka Siegen. Der große Knall zum Jahresende wird doch nicht ausbleiben, ein generelles Feuerwerksverbot nicht kommen. Nur auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen darf nicht gefeuert werden, dennoch gibt es aus Berlin die Empfehlung, auf Feuerwerk zu verzichten. Gebannt verfolgt hat die Debatte natürlich Thomas Fischer (41), Inhaber von Fischer-Pyrotechnik in Freudenberg. Mit der SZ sprach er über die Entscheidung, ausfallende Einnahmen und vorgeschobene Argumente.

  • Herr Fischer, wie erleichtert sind Sie, dass es kein komplettes Verbot von Feuerwerkskörpern an Silvester geben wird?
    Die Erleichterung ist natürlich ein Stück weit da. Als diese Diskussion vor zwei Wochen aufkam, war das die dicke Knüppel-Nachricht. Wir haben das ganze Jahr keinen Cent Umsatz gemacht. Auch wenn das Silvester-Geschäft das nicht wieder aufholt, folgen mit Januar, Februar und März drei tote Monate für unsere Branche. Da wir beispielsweise durch Versicherung und Miete auch hohe Kosten haben, die gedeckt werden müssen, waren wir von dieser Nachricht schon geschockt und haben gebangt. So wie es jetzt gekommen ist, ist es in Ordnung.

  • Sie können mit den getroffenen Maßnahmen also leben?
    Ja, das schon. Ein komplettes Feuerwerksverbot hätte ich nicht nachvollziehen können. Wieso sollte man es Leuten zu Hause verbieten? Dass man Massenansammlungen, wie es sie früher zum Beispiel am Kurpark gegeben hat, wo teilweise wild herumgeschossen wurde, was auch nicht ungefährlich war, verhindern möchte, ist dagegen logisch und nachvollziehbar. 

  • Können Sie das Argument, man wolle Krankenhäuser entlasten, nachvollziehen?
    Das war ein vorgeschobenes Argument. Ich glaube, dass unsere Krankenhäuser dadurch nicht entlastet worden wären. Die Fälle, die kommen und wirklich schwer sind, die bleiben auch schwer. Mit oder ohne Feuerwerksverbot. 

  • Die Gefahr geht also eher von illegalem Feuerwerk und illegalen Böllern aus?
    In der Unfallgestaltung sind Fahrlässigkeiten oder Vorfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle gespielt hat, immer sehr gering ausgefallen. Die meisten Leute passen auf. Es ist nicht so, dass Silvester ein Anstehen im Krankenhaus ist. Viel schlimmer sind die ganzen Dinge aus dem Ausland oder sogar selbstgebaute Konstruktionen. Ich wette darauf, dass bei einem Verbot viele ihr Zeug in Polen oder Tschechien besorgt hätten und die Unfallrate vielleicht noch höher gewesen wäre.

  • Was hätte ein Verbot bedeutet?
    Besonders für die großen Zulieferer wäre es schwierig geworden. Die machen ihr Hauptgeschäft an Silvester. Wir sprechen da von 94, 95 Prozent des Jahresumsatzes. Dazu kommt, dass die Lager voll sind. Die Bestellungen für die Saison sind ja alle schon gelaufen. Auch die Waren aus dem Einzelhandel hätten mit hohen Kosten zurückgeholt werden müssen. 

  • Wie sieht es bei Ihnen in der Firma aus?
    Ich habe den großen Vorteil, dass ich mit dem Garten- und Landschaftsbau ein zweites Unternehmen habe und damit die Kosten vom Feuerwerk decken kann. Natürlich ist das für uns schmerzlich, wir haben über das Jahr gesehen hochgerechnet einen Umsatzausfall von 450 000 Euro. Wenn ich das nicht hätte auffangen können, wäre im September Schluss gewesen. 

  • Wie viel macht das Silvestergeschäft bei Ihnen letztlich aus? 
    Das macht nicht den riesigen Teil aus. Wir machen unser Geld hauptsächlich mit Veranstaltungen wie Schützenfesten, Kirmes oder Hochzeit. Da sind uns sämtliche Einnahmen weggebrochen. Wir haben in St. Peter-Ording normalerweise immer ein großes Musikfeuerwerk, und auch alle Veranstaltungen von Hotels haben sich erledigt. Das Silvestergeschäft ist ein Zubrot und ein Angebot für die Kunden vor Ort, die für vernünftiges Geld eine vernünftige Ware haben möchten. Die ausgefallenen Veranstaltungen schmerzen mehr. 

  • Glauben Sie, dass solche Debatten in Zukunft immer wieder auftauchen?
    Wir haben seit Jahren die deutsche Umwelthilfe im Nacken, die von Jahr zu Jahr immer mehr Lügengeschichten erzählt. Das geht los mit der Feinstaub-Belastung. Die Zahlen, die da in den Raum gestellt werden, stimmen einfach nicht. Die großen Hersteller haben Messungen durchführen lassen, aus denen deutlich hervorgeht, dass nicht korrekt ist, was vorgegaukelt wird. Beispielsweise hätten durch ausgefallene große Veranstaltungen wie die Kölner Lichter, die Zahlen ja deutlich sinken müssen. Das ist nicht passiert. 

  • Machen Sie sich mit Blick auf die kommenden Jahre Sorgen?
    Ich sehe in der Zukunft da schon Probleme auf uns zukommen. Ich hoffe, dass die Regierung für die Zukunft ein klares System schafft, so wie es jetzt entschieden ist, damit wir auch planen können. Sollte irgendwann ein Feuerwerksverbot angebracht werden, müsste dies im Januar oder Februar beschlossen werden, um den ganzen Konvoi, der hinten heraus passiert, aufzuhalten. Das Resultat wäre klar, dass viele Leute in die Arbeitslosigkeit gehen würden. 

  • Was sind Ihre Tipps für Silvester?
    Wir empfehlen immer, für Raketen keine einzelnen Flaschen, sondern Kisten aufzustellen, damit diese einen sicheren Stand haben. Wer mit Pyrotechnik zu tun hat, sollte es auch mit dem Alkohol nicht übertreiben, dass man noch genau weiß, was man tut. Bei Batterien sollte man nach dem Anzünden auf sichere Distanz gehen. 
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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