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Vierfache Mutter holt Realschulabschluss nach
Reif für die mittlere Reife

Schon ohne Corona-Pandemie wäre die Herausforderung groß gewesen, als vierfache Mutter den Realschulabschluss nachzuholen. Diana Hupfeld hat es mit 38 Jahren geschafft. Ihre Familie – Sohn Dominik, Tochter Chantal, Ehemann Christian Fick sowie die Nesthäkchen Oli und Fabian – findet das super. Und stärkt ihr den Rücken fürs anstehende Abi.
  • Schon ohne Corona-Pandemie wäre die Herausforderung groß gewesen, als vierfache Mutter den Realschulabschluss nachzuholen. Diana Hupfeld hat es mit 38 Jahren geschafft. Ihre Familie – Sohn Dominik, Tochter Chantal, Ehemann Christian Fick sowie die Nesthäkchen Oli und Fabian – findet das super. Und stärkt ihr den Rücken fürs anstehende Abi.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Marc Thomas

nja Alchen. „Multitaskingfähiges, kaffeeliebhabendes Organisationstalent auf zwei Beinen. Kurz: Mama“: Mit diesen Worten beschreibt sich Diana Hupfeld auf ihrer Facebookseite selbst. Und wem sie von ihrem Leben erzählt und insbesondere von ihrem Alltag in den vergangenen zwei Jahren, der ahnt, dass diese Selbsteinschätzung den Nagel auf den Kopf treffen dürfte: Die 38-Jährige ist vierfache Mutter und obendrein ganz frisch im Besitz eines Realschulabschlusses.

Bei einer leckeren Tasse Milchkaffee plaudert sie über ihr Leben und möchte damit Mut machen: Sicherlich war es insbesondere während der Corona-Pandemie mit ihren Bürden wie Homeschooling alles andere als einfach, in reiferem Alter im übertragenen Sinne neben dreien ihrer Kinder noch einmal auf der Schulbank Platz zu nehmen.

nja Alchen. „Multitaskingfähiges, kaffeeliebhabendes Organisationstalent auf zwei Beinen. Kurz: Mama“: Mit diesen Worten beschreibt sich Diana Hupfeld auf ihrer Facebookseite selbst. Und wem sie von ihrem Leben erzählt und insbesondere von ihrem Alltag in den vergangenen zwei Jahren, der ahnt, dass diese Selbsteinschätzung den Nagel auf den Kopf treffen dürfte: Die 38-Jährige ist vierfache Mutter und obendrein ganz frisch im Besitz eines Realschulabschlusses.

Bei einer leckeren Tasse Milchkaffee plaudert sie über ihr Leben und möchte damit Mut machen: Sicherlich war es insbesondere während der Corona-Pandemie mit ihren Bürden wie Homeschooling alles andere als einfach, in reiferem Alter im übertragenen Sinne neben dreien ihrer Kinder noch einmal auf der Schulbank Platz zu nehmen. Doch hat ihr der zweite Bildungsweg auch viel Freude – und großen Erfolg beschert: einen „Einser“-Abschluss. Herzlichen Glückwunsch!

Hauptschulabschluss ohne Englisch 

Aufgewachsen ist sie in Aschaffenburg. Dort beendete sie die Hauptschulzeit mit einer 3 auf dem Zeugnis. „Ich hatte ganz ehrlich keine Lust zu lernen“, erinnert sie sich. Die Note öffnete ihr wenige Türen für eine Ausbildung. „Hinzu kam: Ich hatte Englisch abgewählt, weil es mir nicht lag. Das hat mir manche Lehrstelle verbaut.“ Friseurin hätte sie werden können – wären da nicht diverse Allergien gewesen.

So besuchte sie Kurse der Berufsschule, jobbte als Kassiererin, wurde mit 19 Jahren schwanger, heiratete und blieb als Mama zu Hause. Dominik erblickte vor 18 Jahren das Licht der Welt, Tochter Chantal drei Jahre später. Die Ehe scheiterte, als das Töchterchen fünf Monate alt war.

Am Kyrill-Tag ging es ins Siegerland

Dem weltweiten Netz ist es zu verdanken, dass Diana Hupfeld 2006 ihren jetzigen Ehemann kennenlernte. Am Tag von Sturm Kyrill zog die Bayerin mit ihren Kids zu ihm ins Siegerland. Nach Freudenberg. Hier fand sie Jobs als Verkäuferin und hatte sich mit dem Gedanken „Mehr Berufschancen gibt es nicht“ fast schon abgefunden. Zumal Fabian (heute 7) und Oliver (4) das Familienglück noch einmal bereicherten und man als Vierfach-Mama selten Langeweile hat. „Ich mag Kinder“ – diese Erkenntnis war ihr natürlich nicht neu. Wohl aber der Gedanke: Eine Ausbildung zur Erzieherin – das würde Sinn und Freude machen. Grundvoraussetzung dafür: die mittlere Reife.

"Ich habe mich nie fehl am Platz gefühlt."
Diana Hupfeld
Vierfache Mutter und Schülerin

Bei der Suche nach Internetschulen stieß die Alchenerin zufällig auf das Angebot des Weiterbildungskollegs Siegen und der dortigen Realschule. Sie recherchierte, war begeistert und holte nun zwei Jahre lang nach, was sie in der Jugend versäumt hatte. Die meisten Mitschüler befanden sich in ihren Zwanzigern. „Das war aber überhaupt kein Problem“, blickt Diana Hupfeld zurück. „Ich habe mich nie fehl am Platz gefühlt.“

Gleich viermal Homeschooling in Corona-Pandemie

Das Tolle: „Ich konnte vormittags zur Schule gehen. Ob ich mich abends noch hätte aufraffen können auf Dauer, das weiß ich nicht.“ Denn als die Corona-Pandemie die Lockdowns bescherte, gab es im Hause Hupfeld gleich viermal Homeschooling. Gut, dass Mutter Diana das zweite Semester nach einem Einser-Zeugnis hatte überspringen können.

Ohne die Unterstützung der Lehrer, und hier nennt sie insbesondere Realschulleiterin Frauke Wüstenhöfer, hätte sie wahrscheinlich irgendwann alle Viere von sich gestreckt. „Der Unterricht meiner Kinder hatte immer Vorrang, und so habe ich den Stoff, den ich morgens verpasst habe, oft spät abends noch nachgeholt.“ Die Tante wohnt mit im Haus und unterstützte sie ebenso wie ihr Ehemann. „Den Lehrstoff des übersprungenen Semesters habe ich in den Ferien nachgeholt. Manchmal weiß ich gar nicht, wie ich da durchgekommen bin. Zumal ich hohe Ansprüche an mich stelle.“

Abitur als nächstes Ziel

Die Mühe hat sich gelohnt – und die nächste Etappe ist im Visier: Nun möchte Diana Hupfeld das Abitur bestehen. In drei Jahren, dann ist die Alchenerin 41 Jahre jung, wird es so weit sein. „Ich möchte gerne Grundschullehrerin werden“, hat sie sich vorgenommen. Mathe und Deutsch liegen ihr besonders gut.

Ihre Familie steht hinter ihr, findet es toll, was sie geschafft und sich vorgenommen hat. „Das kostenlose Weiterbildungskolleg bietet hervorragende Chancen“, rührt die Alchenerin die Werbetrommel dafür, dass es für eine solide Schulbildung nie zu spät sein muss. „Dort gibt es sogar ein Abitur online.“ Das aber kommt für die Multitasking-Schülerin nicht in Frage: „Mehr Homeschooling als in den vergangenen Monaten brauche ich nicht“, sagt sie lachend.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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