»Ryanair« im Steigflug über den Giebelwald

Irlands junge Pony-Reiter wie ihre großen Vorbilder in Aachen:

Deutsche Springreiter-Equipe nervenstark auf Rang 3 / Dressur-Amazonen in Niederndorf eine Klasse für sich

geo Niederndorf. Am Freitag errangen Irlands Springreiter in der legendären »Soers« beim deutschen CHIO in Aachen den begehrten Nationenpreis. Zwei Tage später machten es die jungen Ponyreiter von der grünen Insel ihren großen Vorbildern nach. Und bei den beherzten Sprüngen der irischen Equipe zum Abschluss des dreitägigen CHIOP der Ponys in Niederndorf fühlte man sich nicht selten an den wirtschaftlichen Steigflug der irischen Newcomer-Fluglinie »Ryanair« erinnert. Auch die Ponyreiter um den starken Mark McAuley setzten gestern vor rund 2000 Zuschauern zum Steigflug über den Giebelwald an und gewannen den Preis der Nationen. Damit korrigierten die Iren das Ergebnis vom Vorjahr an gleicher Stätte, als sie Platz 2 hinter der britischen Equipe belegt hatten, diesmal mit Rang 2 zufrieden sein musste.

Und noch eine Parallele zur »Soers« erbrachte der hochspannende Höhepunkt am gestrigen Nachmittag. Auch die deutsche Ponyreiter-Mannschaft erreichte nach Rang 5 im Vorjahr nunmehr Platz 3 im Nationenpreis - genau wie 48 Stunden zuvor Marcus Ehning & Co in Aachen.

Jubelarie in grün-weiß-orange

Der in zwei Umläufen gerittene Preis der Nationen war der krönende Abschluss des CHIOP. Auf Grund der Möglichkeit von Streichresultaten erbrachte erst der drittletzte Ritt des Tages die Entscheidung. Außer sich vor Freude sprangen die Fans aus der irischen Kolonie in die Höhe, Fahnen und Bändchen in grün-weiß-oranger Landesfarbe schwenkend, als Anthony Condon seinen »Mr. Polo Bear« fehlerfrei durch den mit 15 Hindernissen gespickten Parcours gesteuert hatte. Drei Null-Fehler-Ritte im 2. Umlauf ermöglichten die Streichung des nicht minder guten Vier-Punkte-Ritts von McAuley. Bereits im 1. Umlauf waren die Iren »clean« geblieben - eine tadellose Leistung! Das konnten die Erzrivalen aus Großbritannien nicht mehr einholen, die zwar am Vormittag ebenfalls fehlerfrei geblieben waren, aus Umlauf 2 aber mit vier Punkten belastet blieben.

Nervenstark mussten sich auch die jungen deutschen Reiter zeigen, weil die junge Romina Drechsler völlig aus der Spur geriet und nach jeweils zwei Verweigerungen ihres Ponys in beiden Umläufen aus der Wertung genommen wurde. Die Tränen des jungen Mädchens trockneten aber um so schneller, als ihre Teamkollegen und -kolleginnen bravourös durch den Stangenwald kurvten. Obwohl kein Streichresultat mehr möglich war, verschafften insgesamt fünf Null-Fehler-Ritte bei einer Achter-Runde von Kathrin Eckermann am Ende eben diese acht Strafpunkte - einer weniger als die viertplatzierten Italiener.

Kleine Schwedin »Siergin der Herzen«

Sechste in diesem Preis der Nationen wurden die jungen Schwedinnen, die aber mit der couragierten Amanda Kjellberg die »Siegerin der Herzen« stellten. Das erst 13 Jahre alte, zierliche Mädchen mit den langen blonden Haaren legte am Samstag im »Großen Preis der Bundesrepublik Deutschland« zwei famose Ritte hin, die der feschen Göre aus Borlänge in Nordschweden und ihrem »Edenside Sunshine« zu recht den großen Triumph einbrachten. Vor allem im Stechen, für das sich sieben Reiter mit Null-Fehler-Ritten qualifiziert hatten, »fetzte« sie durch den Parcours als ginge es um Sein oder Nichtsein. Am Ende erbrachte dieser Parforce-Ritt vier Sekunden Vorsprung auf den leicht favorisierten, ebenfalls fehlerfreien Italiener Marco Ullivieri.

363 Punkte Vorsprung auf Holland

Während sich die deutschen Springreiter in diesem Jahr ein klein wenig der europäischen Spitze näherten und der EM in Nordirland gelassen entgegen blicken können, unterstrichen die Dressur-Amazonen eindrucksvoll ihre Vormachtstellung auf dem Kontinent. 363 Punkte Vorsprung in der Addition der vier Reiterinnen auf die zweitplatzierten Holländerinnen sind im Dressursport eine Welt für sich - um den Dressur-Nachwuchs muss sich der deutsche Reitsport nicht sorgen.

Katharina Winkelhues (Bonn), Patricia Höhn (Pfeddersheim), Stephanie Jansen (Büttgen) und Felicitas Kirschner (Eschlberg) dominierten auch im abschließenden »Großen Preis der Bundesrepublik Deutschland« die Konkurrenz.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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