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Sonderausstellung Filmautos im Technikmuseum Freudenberg (Galerie)
Selfies mit Batman

Aufregende Film-Boliden, wenig Platz: Wegen der beschränkten Ausstellungsfläche mussten sich die Freunde historischer Technik in Freudenberg auf wenige Exponate beschränken. Mit dem Thema der Sonderausstellung treffen sie indes ins Schwarze. Fotos: Tim Lehmann
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tile Freudenberg „Cool.“ Luca ist zufrieden. Gerade hat sich der Siebenjährige von seinem Opa vor dem wuchtigen Tumbler fotografieren lassen. Das Superhelden-Vehicle, das im Hollywood-Blockbuster „Batman Begins“ (2005) halb Gotham City plattwalzt, steht momentan weder in der Bat-Höhle noch im Central Garage Automuseum in Bad Homburg v. d. Höhe, sondern als Leihgabe im Technikmuseum Freudenberg. Sein Favorit sei das Fahrzeug aus dem Filmuniversum der Fledermaus aber nicht, stellt der junge Kenner klar. Das klassische Batmobil aus den Tim-Burton-Filmen (1982 und 1992) mag er viel lieber – das hat nämlich Flügel am Heck.

tile Freudenberg „Cool.“ Luca ist zufrieden. Gerade hat sich der Siebenjährige von seinem Opa vor dem wuchtigen Tumbler fotografieren lassen. Das Superhelden-Vehicle, das im Hollywood-Blockbuster „Batman Begins“ (2005) halb Gotham City plattwalzt, steht momentan weder in der Bat-Höhle noch im Central Garage Automuseum in Bad Homburg v. d. Höhe, sondern als Leihgabe im Technikmuseum Freudenberg. Sein Favorit sei das Fahrzeug aus dem Filmuniversum der Fledermaus aber nicht, stellt der junge Kenner klar. Das klassische Batmobil aus den Tim-Burton-Filmen (1982 und 1992) mag er viel lieber – das hat nämlich Flügel am Heck. Zwar hat der Erstklässler aus Siegen nur „The Lego Batman Movie“ (2017) gesehen, aber dank einer umfangreichen Action-Spielfiguren-Sammlung hat er mächtig Plan von der gesamten Materie. Somit hat Opa alles richtig gemacht. Vor allem weil ihm dieser Lucas heutige „Trophäe“, ein Foto mit einer überlebensgroßen Batman-Statue nebst Tumbler, zu Hause vom Handy auf seine Junior-Kamera überspielen wird. Andreas Haßler selbst würde sich lieber hinter den Lenker von „Herbie“ klemmen, den würde er auch noch auf der Straße fahren, verrät er lachend, bevor er mit seinem glücklichen Enkel die Sonderausstellung verlässt.

Diese und viele ähnliche Szenen lassen die Freunde historischer Technik am Sonntag sich verwundert die Augen reiben. Überraschend viele junge Familien haben den Weg an die Olper Straße 5 gefunden. Vor allem die Jungen, vereinzelt gar mit Batman-Pullover passend gekleidet, zieht es zum ersten Exponat, eben zum Gefährt des düsteren DC-Comic-Helden. Flankiert wird es neben dem dunklen Ritter selbst vom Erzschurken Joker. Bis zum Mittag zählt das Museum am Premierentag bereits rund 150 zahlende Besucher, die bis dato etwa 50 Kinder unter 15 Jahren noch nicht mitgerechnet. Aber auch die erwachsenen Gäste bleiben vor dem Panzerfahrzeug hängen, zücken ihre Handys und halten ein Stück Filmgeschichte vor der eigenen Haustür zur Erinnerung fest.

Kino-Karossen auf engstem Raum

Insgesamt fünf Fahrzeuge mit Hollywood-Flair zeigen die Freunde historischer Technik bis 29. März im beheizten Anbau. Neben dem Tumbler stehen Flanke an Flanke der kultige Renn-Käfer „Herbie“ („Ein toller Käfer“ und weitere Filme 1968 bis 2005), der VW Touran „Hulk“ aus „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ (2006) und ein zum Kamerawagen umgebauter TVR-Sportwagen, der 1997 Agent 007, damals Pierce Brosnan, in einem Hamburger Parkhaus rasant in Szene setzte („Der Morgen stirbt nie“).

Dazu wurde der museumseigene Opel Olympia der Sonderausstellung als fünftes Exponat „untergemogelt“. Denn zufällig erzählt „In jenen Tagen“ (1946/47) die „Lebensgeschichte“ genau jenes Modells von 1933 bis Kriegsende. Da das Central Garage Automuseum neben den vier original Leinwand-Karossen auch 18 Info-Tafeln lieferte, worunter eine genau diesen Film von Helmut Käutner thematisierte, eine verzeihliche und allemal legitime Ergänzung der PS-Parade.

Ausstellung ganz kurzfristig realisiert

Erst vor 14 Tagen war klar, dass die Sonderausstellung stattfinden kann. Man sei zwar schon lange mit Dieter Dressel von Central Garage und dessen Leihgebern im Gespräch gewesen, aber erst kurzfristig hätte es sich ergeben, dass einige Fahrzeuge zur Verfügung standen, erklärt Alexander Fischbach, Sprecher der Freunde historischer Technik. Und dann musste noch eine Auswahl getroffen werden. Mit dem Tumbler und den VW Touran „Hulk“ habe man bewusst zwei Fahrzeuge für eine jüngeres Publikum ausgesucht. Letzterer „hätte auch von ,Pimp My Ride’ stammen können“, ordnen zwei etwa 30-jährige Männer den Boliden wegen seines skurrilen Designs und der Multimedia-Ausstattung im Kofferraum einer bekannten TV-Tuner-Sendung zu.

Also alles richtig gemacht? Beinahe. Einem breiten Publikum wird der TVR-Kamerawagen zu speziell sein, Filmfreaks hingegen dürfte er interessieren. Die beengte Ausstellungsfläche bietet den Fahrzeugen nicht ausreichend Raum, um einzeln von allen Seiten gewürdigt und bestaunt zu werden. Und wer hofft, einmal in Batmans Rolle zu schlüpfen oder sich an Herbies Steuer zu setzen, der wird enttäuscht: Einsteigen ausgeschlossen. Nur gucken, nicht anfassen!

Ein Hauch von Hollywood vertreibt "Victoria"

Ein bisschen wehmütig schweift der Blick über die Info-Tafeln mit all jenen Kultautos, für die der Platz nicht ausreicht; etwa der zeitüberwindende DeLorean dmc-12 aus „Zurück in die Zukunft“ (1985, 1989 und 1990), James Bonds erste Wahl, der Aston Martin DB5 („Goldfinger“, 1964), oder auch Steve McQueens Porsche 911 S aus „Le Mans“ (1974). So gerät die Sonderausstellung zu einer Art, wie man in der Filmbranche sagt, Teaser-Trailer (Vorschau) für die große Ausstellung in Bad Homburg.

Vielleicht greift hier aber auch das Phänomen, dass die Vorschau oft besser ist als der eigentliche Film. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Unzufrieden geht am Sonntag jedenfalls kein Besucher nach Hause, dazu weht der Hauch von Hollywood, im Gegensatz zu Sturmtief „Victoria“ draußen, zu angenehm durch die Halle. Für Luca und Co. ist das „Meet & Greet“ mit Batman ohnehin das Größte.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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