Tabula rasa mit Herbizid

„Roundup“ macht es möglich: Nicht sonderlich sommerlich sieht derzeit der Wegesrand diesseits und jenseits des Hohenhainer Tunnels aus.  Foto: pebe
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pebe Hohenhain. Empörung bei Fußgängern und Radfahrern diesseits und jenseits des Hohenhainer Tunnels: Rechts und links des Weges, da, wo sonst das „Straßenbegleitgrün“ zu finden ist, zieht sich derzeit ein schmaler, gelbbrauner Streifen abgestorbener Pflanzen durch die Landschaft. Mutmaßlich Merkmale eines Unkrautvernichtungsmittels, zum Teil in einem geschützten Landschaftsbereich, und das im von den Vereinten Nationen ausgerufenen Jahr der Artenvielfalt. . Die SZ fragte in der Freudenberger Verwaltung nach.

Baudezernent Karl-Hermann Hartmann bestätigte den Einsatz eines Herbizids vor wenigen Wochen. Es handele sich um das Breitbandherbizid „Roundup“. Der Stoff, so ergab eine Recherche im Internet, wird vom Hersteller als unschädlich für Tiere und Menschen bezeichnet, ein Abstand zu Oberflächengewässern müsse nicht eingehalten werden, Gefahr fürs Grundwasser bestehe nicht. Der Baudezernent war aber deutlich ungehalten über Ausmaß und Einsatzort: . „Da ist was schiefgelaufen, das war wohl ein Dosierungsfehler. Es hätte nicht passieren dürfen.“

Grundsätzlich werde das Mittel in Freudenberg vom Bauhof im Außenbereich eingesetzt, aber nicht in empfindlichen oder naturgeschützten Bereichen, „da hat Roundup nichts zu suchen“. Die von offiziellen Stellen, von der Landschaftsbehörde über die Landwirtschaftskammer bis zur Berufsgenossenschaft, vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen mit dem Gift würden auch in Freudenberg eingehalten.

Alle gefährlichen Stoffe seien im Bauhof aufgelistet und würden gesondert aufbewahrt. Er habe den Fehleinsatz zum Anlass genommen, um die betreffenden, im Umgang mit solchen Stoffen geschulten Mitarbeiter noch einmal auf die notwendige Vorsicht beim Einsatz des Mittels hinzuweisen.

Ob es weiterreichende Auswirkungen des Gifteinsatzes gibt, ließ sich bislang nicht feststellen. Dem Augenschein nach waren gestern die Stehgewässer am Wegrand zum Hohenhainer Tunnel nicht betroffen, auch blühende Pflanzen und Insekten, z. B. die häufig anzutreffenden frühen Adonislibellen, schienen nicht beeinträchtigt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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