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Krimesmodell als neue Attraktion
Technikmuseum Freudenberg plant Neustart im März

Das einzigartige Kirmesmodell stammt ursprünglich aus Eiserfeld, Hans Rüffer hat es nach dem Ersten Weltkrieg in 30 Jahren erstellt. Bernd Kühn aus Netphen fand die Anlage in einem Nachlass, er hat das Unikat 2019 dem Technikmuseum Freudenberg zur Verfügung gestellt.
  • Das einzigartige Kirmesmodell stammt ursprünglich aus Eiserfeld, Hans Rüffer hat es nach dem Ersten Weltkrieg in 30 Jahren erstellt. Bernd Kühn aus Netphen fand die Anlage in einem Nachlass, er hat das Unikat 2019 dem Technikmuseum Freudenberg zur Verfügung gestellt.
  • Foto: Michael Roth
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mir Freudenberg. Seit März ruht der Publikumsbetrieb im Technikmuseum Freudenberg, und er wird auch in diesem Jahr nicht wieder anlaufen. Diese bittere, aber wegen der Corona-Pandemie wohl überlegte Nachricht haben der Vorstand und der harte Kern des Aktiventeams jetzt bekanntgegeben. Nicht per anonymer Mail. Wie es für Pressesprecher Alexander Fischbach üblich ist mit einer kommunikativen Präsentation: „Im März 2021 wollen wir den Neustart probieren.“ Zwei Monate früher als sonst.
Sponsoren blieben alle an BordSchon vor dem offiziellen Corona-Lockdown im März 2020 hat das Technikmuseum die Schotten geschlossen. Eine schmerzliche Angelegenheit, weil die beim Publikum heiß begehrte Filmauto-Ausstellung gerade lief und noch zwei Wochen dauern sollte.

mir Freudenberg. Seit März ruht der Publikumsbetrieb im Technikmuseum Freudenberg, und er wird auch in diesem Jahr nicht wieder anlaufen. Diese bittere, aber wegen der Corona-Pandemie wohl überlegte Nachricht haben der Vorstand und der harte Kern des Aktiventeams jetzt bekanntgegeben. Nicht per anonymer Mail. Wie es für Pressesprecher Alexander Fischbach üblich ist mit einer kommunikativen Präsentation: „Im März 2021 wollen wir den Neustart probieren.“ Zwei Monate früher als sonst.

Sponsoren blieben alle an Bord

Schon vor dem offiziellen Corona-Lockdown im März 2020 hat das Technikmuseum die Schotten geschlossen. Eine schmerzliche Angelegenheit, weil die beim Publikum heiß begehrte Filmauto-Ausstellung gerade lief und noch zwei Wochen dauern sollte. Der Andrang war so groß, die Leute „liefen Nase an Nase“ durch die Schau, die Schließung war alternativlos. 7000 bis 8000 Euro sind dem Verein durch die Lappen gegangen. Auf Zuschüsse kann man sich nicht verlassen. Wohl aber auf die neun finanzkräftigen Sponsoren. Die sind alle an Bord geblieben, die Fixkosten für das gesamte Jahr sind gesichert.
Eigentlich sollten in diesem Jahr ganz viele Führungen stattfinden. Buchungen ein Jahr und mehr im Voraus sind beim Technikmuseum keine Seltenheit. Alles ruht, auch der Gerhard-Kritzler-Saal kann nicht mehr für Firmentagungen und Events aller Art genutzt werden.

Museum als außerschulischer Lernort

Friedhelm Geldsetzer, einer von fünf Vorstandskollegen, gibt zu: „Ich bin in ein riesiges Loch gefallen, als alles abgesagt werden musste.“ Gemeinsam mit seinen Kollegen trifft er alle erdenklichen Vorbereitungen, damit in Kürze wenigstens die Aktivitäten als außerschulischer Lernort wieder beginnen können. Kindertagesstätten und Schulklassen haben angefragt, wann es wieder losgehen kann. Hans-Jürgen Klappert sieht es betont praktisch: „Ob die Klassen in einem Klassenraum zusammenhocken oder bei uns im Museum, das ist doch einerlei.“
Alexander Fischbach mag noch keinen festen Termin nennen, kann er auch nicht, alles scheint in der Schwebe. Nur das ist klar: „Als außerschulischer Lernort wollen wir schon vor dem Saisonstart 2021 aktiv werden.“
Noch ein Problemchen, ein internes: Das Museumscafe ist und bleibt geschlossen, die vielen ehrenamtlichen Helfer sitzen seit März zu Hause und drehen Däumchen. Viele gehören der Gruppe
Ü 60 oder Ü 70 an. In der Spitze umfasste das Helferteam 80 Männer und Frauen. Die will der Verein jetzt bei Laune halten und hat sie zu einem Treffen ins Technikmuseum eingeladen.

Krimesmodell der Kracher schlechthin

In der Zeit der Schließung hat sich einiges getan im Technikmuseum. Hans-Jürgen Klappert stöhnt: „Ein halbes Jahr bin ich jeden Morgen hier gewesen.“ Aus gutem Grund, das Museum hat eine neue Attraktion. Ein Kirmesmodell, ungefähr 3,50 Meter lang. Mit einem laufenden Riesenrad, einem Kettenkarussell, beleuchteten Buden und jeder Menge Action. „So ein Karussell dreht sich, weil unten drunter ein alter Plattenteller ist“, sagt Klappert und stochert noch ein wenig an der Elektrik herum.
Das detailgetreue Kirmesmodell hat ein Kriegsversehrter (einarmig) nach dem Ersten Weltkrieg gebaut, Hans Rüffer hieß der und stammte aus Eiserfeld. 30 Jahre hat der Aufbau gedauert. Bernd Kühn aus Netphen hat die einzigartige Anlage beim Entrümpeln gefunden und zunächst bei sich in Netphen untergebracht. Mitte 2019 kam der Kontakt zum Museum in Freudenberg zustande, die Anlage kam in den Flecken. Klappert: „Das war ein Schrotthaufen, acht Monate Arbeit stecken da jetzt drin.“ Wichtig: Nur Personal des Museums darf die Anlage berühren oder bedienen. Eines steht jetzt schon fest: Das Kirmesmodell ist der Kracher schlechthin.

Pläne für Nonsense-Maschine

Gleich nebenan stehen Vitrinen mit 800 Autos, Motorrädern und Lastwagen, alles Modellautos. Weitere 4000 Stück lagern in Schubladen und Kisten. Ein Augenschmaus für jeden Besucher. Ein paar Meter weiter soll eine Kinderecke entstehen.
Auf allen Ebenen sollen vor der Saison 2021 Info-Punkte aufgestellt werden. Zu bedienen per Touchscreen, in kurzen Videos werden die Besucher alles Wissenswerte abrufen können. Ebenfalls neu: eine 5-Zoll-Eisenbahnlok, 2,50 Meter lang. Die Dauerleihgabe hat das Museum aus Olpe übernommen und restauriert, das Teil stand unbeachtet in einer Garage.
Dem Technikfreak Hans-Jürgen Klappert sitzt der Schalk im Nacken. Er hat einen Plan im Kopf für eine Nonsense-Maschine. In der großen Halle stehen dafür schon ein paar alte Maschinenteile bereit. Nur ein Detail verrät er schon einmal: „Im Kern handelt es sich um eine alte Dreschmaschine.“ Mehr dazu ab März 2021 beim Neustart.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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