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Freibad in der Gambach
Teilsanierung der Anlage

Das Warmwasserfreibad in Freudenberg soll einen neuen Schliff erhalten, auf dem Gelände möglicherweise sogar ein Hallenbad errichtet werden. Der Politik wurden nun erste Überlegungen für eine Sanierung des Beckens vorgestellt.
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  • Das Warmwasserfreibad in Freudenberg soll einen neuen Schliff erhalten, auf dem Gelände möglicherweise sogar ein Hallenbad errichtet werden. Der Politik wurden nun erste Überlegungen für eine Sanierung des Beckens vorgestellt.
  • Foto: Christian Schwermer (Archiv)
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cs Freudenberg. Der Vorhang ist gefallen, die Freibadsaison in Freudenberg schon wieder Geschichte. Kaum hat der letzte Badegast für dieses Jahr die idyllisch in der Gambach gelegene Anlage verlassen, rückt die Thematik erneut auf die Agenda der lokalen Politik. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses legte Stefan Blau einen – sehr ausführlichen – Zwischenbericht seiner Machbarkeitsstudie vor. „Es ist eigentlich eher der Schlussbericht“, gab der Koblenzer Fachmann für Freibadplanung und Abwassertechnik zu Beginn seiner Präsentation zu Protokoll. Das Thema habe er bereits sehr umfassend bearbeitet.

cs Freudenberg. Der Vorhang ist gefallen, die Freibadsaison in Freudenberg schon wieder Geschichte. Kaum hat der letzte Badegast für dieses Jahr die idyllisch in der Gambach gelegene Anlage verlassen, rückt die Thematik erneut auf die Agenda der lokalen Politik. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses legte Stefan Blau einen – sehr ausführlichen – Zwischenbericht seiner Machbarkeitsstudie vor. „Es ist eigentlich eher der Schlussbericht“, gab der Koblenzer Fachmann für Freibadplanung und Abwassertechnik zu Beginn seiner Präsentation zu Protokoll. Das Thema habe er bereits sehr umfassend bearbeitet. In der Tat bekam das Gremium viele Möglichkeiten und technische Details aufgezeigt, zum eventuellen Neubau eines Hallenbades auf dem Gelände folgen allerdings erst im November ausführliche Informationen.

Vor einem Jahr den Stein ins Rollen gebracht

Ein kurzer Blick zurück: Wie ausführlich berichtet, stellte die Stadtverwaltung vor fast genau einem Jahr die Pläne für ein Ganzjahresschwimmen in Freudenberg vor. Zentrale Eckpunkte: Die Sanierung des Freibades sowie ein Hallenbad-Neubau auf dem Gelände. Damit soll die Schließung des städtischen Hallenbades im Schulzentrum Büschergrund kompensiert werden, dessen Ende der Rat bekanntlich im Jahr 2012 beschloss.

"Sie haben eigentlich ein gutes Becken"

„Sie haben eigentlich ein gutes Becken“, erklärte Stefan Bau und führte aus, dass vor allem der obere Beckenkopfbereich Probleme bereite. Die sind hinlänglich bekannt: Über den Winter abgeplatzte Fliesen müssen bei trockener Witterung im Frühjahr wieder neu angebracht werden. Das kostet nicht nur Jahr für Jahr viel Geld, auch die Saison verkürzt sich dadurch regelmäßig. Eine Komplettsanierung des Hauptbeckens halte er für nicht notwendig, stellte Blau fest. Zwar entspreche die Beckenhydraulik, also die Regelung von Einleitung und Ablauf des Wassers, „überhaupt nicht“ den Vorschriften, „aber die Wasserqualität ist immer gut“. Auch die Risse in Wand und Boden seien lediglich optisch störend: „Das Becken ist dicht.“
Zwar stellte der Fachmann umfassend die Alternative einer kompletten Sanierung vor, eine „Beckenkopfsanierung als Sonderlösung der Teilsanierung“ halte er jedoch in Freudenberg für „machbar“. Als dritte Lösung brachte Stefan Blau eine Sanierung im Bestand ins Spiel, also eine einfache Kompletterneuerung aller Fliesen. „Es gibt tatsächlich auch Fliesen, die halten“, meinte er schmunzelnd. Letztlich müsste sich die Politik überlegen, welche Alternative sie bevorzuge.
Für eine Komplettsanierung würden rund 1,5 Mill. Euro fällig, die Beckenkopfsanierung käme mit rund 640 000 Euro deutlich preiswerter daher. In diesem Zusammenhang verwies Stadtkämmerer Julian Lütz darauf, dass derzeit „keine Förderung als Gesamtpaket“ in Aussicht sei. Ein weiterer Vorteil: Eine Teilsanierung ist komplett über den Winter zu stemmen, eine umfassende Erneuerung würde sich wohl bis in das Frühjahr hineinziehen.

Klares Nein zu einem "Cabriodach"

Was den gestalterischen Aspekt der Anlage angeht, meinte Stefan Blau, dass man in Freudenberg „eigentlich ein schönes Bad“ habe, Verbesserungspotenzial bestehe dennoch an einigen Stellen. So könnten etwa die Durchgangsbecken erneuert und vor allem barrierefrei gestaltet werden.
Negativ bewertete der Badplaner ein sogenanntes Cabriodach. Diese Variante, bei der ein auf Schienen bewegbares Faltdach über das Becken geschoben werden könnte, sei technisch äußerst anfällig und erfordere zudem einige bauliche Veränderungen.

Handlungsbedarf im Bezug auf das Kinderbecken

Handlungsbedarf sieht Stefan Blau im Hinblick auf das Kinderbecken. Dieses sei insgesamt in einem „abgängigen Zustand“, die Wassertiefe von 20 bis 60 Zentimetern für Kleinstkinder zu tief. „Hier kann man sich ein bisschen austoben“, meinte der Koblenzer und stellte verschiedene Varianten vor. Denkbar sei etwa eine Sanierung im Bestand, eine Anbindung an das Hauptbecken, eine Verkleinerung, die Raum für die Anlage eines Kleinstkindbeckens schaffe, oder natürlich der Abbruch des bisherigen und Bau einen komplett neuen Beckens.

Politik möchte Hallenbad-Überlegungen abwarten

„Das ist eine gute Diskussionsgrundlage – da kann was richtig schönes draus entstehen“, stellte Ausschussvorsitzender Johannes Werthenbach (CDU) fest. Der Politik sei es nach wie vor ein Anliegen, das Ganzjahresschwimmen in Freudenberg zu ermöglichen. Achim Loos verwies auf das „begrenzte Budget“ und plädierte dafür, zuerst das Kinderbecken anzugehen. Grundsätzlich herrschte im Bau- und Verkehrsausschuss Einigkeit, zunächst die Hallenbad-Überlegungen im November abzuwarten. Danach dürfte das Thema richtig Fahrt aufnehmen.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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