Vergängliches festhalten

„Schuppen, Scheunen, Hühnerhäuser“ hat Ernst-Willi Jung in Pastell und Acryl auf Leinwand gebracht. Gegenwärtig stellt er die Ergebnisse im Freudenberger Stadtmuseum aus.  Foto: ole
  • „Schuppen, Scheunen, Hühnerhäuser“ hat Ernst-Willi Jung in Pastell und Acryl auf Leinwand gebracht. Gegenwärtig stellt er die Ergebnisse im Freudenberger Stadtmuseum aus. Foto: ole
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ole Freudenberg. „Schuppen, Scheunen, Hühnerhäuser“ – „Wenn ich so einen Titel für eine Ausstellung höre“, so Bürgermeister Eckhard Günther anlässlich der Vernissage gestern Morgen im Stadtmuseum Freudenberg, „dann weiß ich ohne Hinsehen, es muss eine Ausstellung von Ernst-Willi Jung sein“.

Richtig groß war der Andrang bei der Ausstellungseröffnung, denn Jung hat nicht nur eine große Fangemeinde, sondern seine Bilder und deren Themen sind auch immer wieder gut für eine Überraschung – und ein Schmunzeln.

Willi Jung habe zwei Gründe gehabt, Schuppen, Scheunen und Hühnerhäuser in Pastell und Acryl auf Leinwand zu bringen, berichtete Bernd Brandemann, Vorsitzender der ARGE der Heimatvereine in Freudenberg, den Gästen in seiner Eröffnungsrede von einem Vorgespräch mit dem Künstler. Der eine Grund sei, etwas Vergängliches festzuhalten, bevor es letztendlich abgerissen wird. Der zweite Grund: Alle diese in früheren Zeiten so wichtigen Gebäude seien einzigartige Unikate, jedes für sich ein Stück Sozialgeschichte. 1775 zum Beispiel sei bei einer Erhebung im Freudenberger Land herausgekommen, dass es neben 89 Wohnhäusern auch 76,5 Scheunen und Schuppen gegeben habe.

In jeder Ortschaft findet man noch heute diese verlassenen Hühnerwohnungen, die alten Werkzeuglager, die stillgelegten Heuspeicher oder leere Traktorgaragen. Losgelöst von ihrer Umgebung wirken sie auf Willi Jungs Bildern für sich alleine, als Symbole für vergangene Zeiten, Epochen und Aufgaben, und so mancher Besucher fragt sich, wo er dieses oder jenes Objekt schon einmal gesehen hat.

Eine Art Such- und Ratespiel veranstaltet Jung mit dieser Ausstellung. Unter Umständen liegt das dem Besucher aufgefallene Bauwerk nur um die eigene heimische Ecke herum. Es sei oftmals nur eine Frage der eigenen Wahrnehmung, so Bernd Brandemann.Musikalisch gekonnt umrahmt wurde die gelungene Vernissage von Roland Jung mit seiner akustischen Gitarre. Er widmete dem Blues-Liebhaber Ernst-Willi Jung u. a. eine Eigenkomposition mit dem Titel „Willi’s Dream“ und unterhielt im weiteren Verlauf der Vernissage auch mit dem „Tin Roof Blues“ (Blechdach-Blues, New Orleans 1910), eine Art Anspielung auf das Thema der Schau.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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