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Schulministerin Gebauer in Freudenberg
Wegfall der Maskenpflicht "keine Rolle rückwärts"

Yvonne Gebauer betonte, dass die Infektionszahlen in NRW inzwischen gesunken seien. Also sei das Tragen des Mund-Nase-Schutzes in den Klassenräumen der weiterführenden Schulen „bis auf Weiteres“ nicht mehr nötig.
  • Yvonne Gebauer betonte, dass die Infektionszahlen in NRW inzwischen gesunken seien. Also sei das Tragen des Mund-Nase-Schutzes in den Klassenräumen der weiterführenden Schulen „bis auf Weiteres“ nicht mehr nötig.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ch Freudenberg/Düsseldorf. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat am Mittwochabend bei einer FDP-Veranstaltung in Freudenberg den Wegfall der Maskenpflicht im Schulunterricht verteidigt. „Erst haben mich zum Ende der Sommerferien hin Tausende von E-Mails erreicht, in denen mir Eltern, Lehrer und Schulleitungen mitteilten, dass sie die Maske im Unterricht nicht wollen. Jetzt bekomme ich Tausende von E-Mails, ich würde mit dem jüngsten Erlass die Gesundheit aller gefährden“, wunderte sich die Ministerin vor den rund 50 Teilnehmern der Diskussionsveranstaltung in den Räumen des Mittelständlers Albrecht Bäumer.

ch Freudenberg/Düsseldorf. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat am Mittwochabend bei einer FDP-Veranstaltung in Freudenberg den Wegfall der Maskenpflicht im Schulunterricht verteidigt. „Erst haben mich zum Ende der Sommerferien hin Tausende von E-Mails erreicht, in denen mir Eltern, Lehrer und Schulleitungen mitteilten, dass sie die Maske im Unterricht nicht wollen. Jetzt bekomme ich Tausende von E-Mails, ich würde mit dem jüngsten Erlass die Gesundheit aller gefährden“, wunderte sich die Ministerin vor den rund 50 Teilnehmern der Diskussionsveranstaltung in den Räumen des Mittelständlers Albrecht Bäumer.

Keine Schule ist "Hotspot"

Gebauer betonte, dass die Infektionszahlen in NRW inzwischen gesunken seien und sich bislang keine der rund 6000 Schulen als „Hotspot“ in Sachen Corona entwickelt habe. Also sei das Tragen des Mund-Nase-Schutzes in den Klassenräumen der weiterführenden Schulen „bis auf Weiteres“ nicht mehr nötig, definitiv habe man keine „Rolle rückwärts“ hingelegt.

Freiwilliges Tragen der Maske wird respektiert

Sie persönlich und auch ihr Ministerium respektierten natürlich die freiwilligen Entscheidungen der Schulleitungen „und jedes einzelnen Schülers“ vor Ort, wenn weiterhin an der Maske im Unterricht festgehalten werden solle. Und schon gelangte die Chefin des Schulministeriums zur drohenden zweite Welle bzw. zum „Plan B“ ihres Hauses: Die Landesregierung insgesamt habe, um einen neuen Lockdown frühzeitig verhindern zu können, ein Ampelsystem für die Infektionslage eingeführt. Das heißt, in betroffenen Kommunen springt die Ampel ab einem Sieben-Tage-Wert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner auf gelb, und es gibt lokale Maßnahmen zum Gegensteuern.

Stillstand wegen Corona verhindern

„Wir ziehen die Coronabremse, setzten auf Verfolgbarkeit von Infizierten, um den Stillstand zu verhindern. Eines muss dabei klar sein: Es darf nie wieder dazu kommen, dass unsere Bildungseinrichtungen, also Kitas und Schulen, für Wochen geschlossen bleiben. Wir haben im letzten Schulhalbjahr zu viele Kinder verloren, über den Distanzunterricht nicht erreicht“, so Gebauer.
Distanzunterricht könne dabei auch das Weiterreichen von Arbeitsblättern in der Grundschule bedeuten. Das kleine Ein-mal-Eins und das Schreiben lerne man am besten auf dem Papier. Gebauer: „Das Buch gehört auch ins 21. Jahrhundert. Wichtig ist mir, dass dieser oft digitale Unterricht aus der Ferne nur eine Ergänzung des Präsenzunterrichts ist, der für die Bildung, die sozialen Kontakte und die Reifung der Kinder und Jugendlichen unverzichtbar ist und bleibt.“

Wird die Digitalisierung gebremst?

Die rhetorische Frage hier: Drückt sich die Schulministerin mit diesem Plädoyer für den Präsenzunterricht vor der schnellen Digitalisierung von Schule und Unterricht? „Nein“, sagte sie. Mit dem Digitalpakt und dem NRW-Sofortprogramm zur digitalen Ausstattung von Schülern und Lehrern stecke man viel Geld ins System. „Zudem legen wir gerade ein Fortbildungsprogramm auf. 18 Millionen Euro für Lehrer, die fit gemacht werden für den pädagogischen IT-Einsatz in der Schule.“ Außerdem handele Gebauers Ministerium aktuell mit den kommunalen Spitzenverbänden den IT-Support der Schulen im Lande aus. Gebauer: „Lehrer gehören in den Unterricht, sie sind keine Administratoren. In den Verhandlungen geht es auch um die Übernahme der laufenden Kosten der Breitbandanschlüsse. Das schnelle Internet wird spätestens Ende 2021 zur Verfügungen stehen, darf aber nicht an der Schulmauer enden!“

Digitalisierung an Schulen dauert

Und was ist mit dem Tempo der Digitalisierung? Gebauer zögert mit der Antwort: „Wir wissen, dass z. B. die Beschaffung aus den Sofortprogrammen manchmal schleppend verläuft. Das liegt am Vergaberecht, an dem kein Beteiligter vorbei kommt, und mittlerweile auch an den Lieferengpässen, schließlich wollen alle auf einmal digitale Endgeräte ordern.“ Wichtig sei ihr, so die Ministerin abschließend, „dass wir nicht pandemiegetrieben agieren, sondern grundsätzlich investieren. Die neuen PCs und Tablets sollen nicht als Corona-Reserve im Schrank verstauben, sondern zusätzlich im Unterricht eingesetzt werden!“

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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